Obdachlose Glitzerponys

Obdachlose Glitzerponys

Weil Pferde mehr brauchen als gute Absichten. Ein Podcast über Pferde, Menschen – und das, was zwischen ihnen schieflaufen kann, obwohl es gut gemeint ist.
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Episoden

Der einzige Experte ist das Pferd.
05.04.2026
49 Minuten
In dieser Folge erzählen Susi und Isabella erstmal, wie es ihnen in den letzten Wochen ergangen ist – gesundheitlich etwas gebeutelt, aber jetzt endlich wieder zurück am Mikro. Und natürlich geht es auch darum, wie es den Pferden geht. Isabella nimmt euch mit in die Entwicklung mit Fürst auf dem neuen Reitplatz mit der schönen Aussicht – und ja, ganz so romantisch, wie das klingt, war es erstmal nicht. Denn Fürst fand den neuen Platz ziemlich spannend und hatte dazu auch eine sehr deutliche Meinung. Susi und Isabella sprechen darüber, wie schnell man in alte Stressmuster rutschen kann, wenn man allein ist, unsicher wird und das Pferd plötzlich sehr groß erscheint. Und darüber, was sich verändert, wenn man den Fokus anders setzt, klarer wird und dem Pferd nicht nur sagt, was es lassen soll, sondern was stattdessen zu tun ist. Dabei geht es ganz viel um ein Thema, das die beiden immer wieder begleitet: Ruhe. Neutralität. Und die Frage, wie sehr der eigene innere Zustand darüber entscheidet, ob ein Pferd mitarbeiten kann oder ob es sich echauffiert, festmacht oder sich ausklinkt. Gerade bei Fürst wird wieder deutlich, wie sehr er loslassen kann, wenn der Mensch wirklich neutral wird – und wie sich das sofort auf seinen ganzen Körper auswirkt. Susi erzählt außerdem von ihrer Arbeit mit Bär und davon, wie schnell man sich auch mit dem eigenen Pferd mal verfransen kann, wenn man zu viel will, zu viel macht oder zu schnell irgendwo ankommen möchte. Es geht um Zirkel, gebogene Linien, Ecken und Losgelassenheit – und um die Erkenntnis, dass man manche Dinge nicht einmal „erarbeitet“ und dann einfach abrufen kann. Sondern dass man sie in jeder Einheit, in jeder Gangart und manchmal sogar in jeder Runde neu überprüfen muss. Ein großes Thema ist außerdem das Gebiss – beziehungsweise die Frage, was ein Pferd eigentlich verstanden hat und was nicht. Susi erzählt von einem Unterrichtsmoment, der sehr berührt hat, weil ein Pferd nach einer kleinen, freundlichen Erklärung am Boden plötzlich ganz anders mit dem Gebisskontakt umgehen konnte. Und die beiden sprechen darüber, wie oft man meint, ein Reitproblem vor sich zu haben, obwohl das eigentliche Missverständnis viel früher beginnt. Und dann wird es nochmal deutlich beim Thema Sattel. Denn manchmal zeigt ein Pferd sehr klar, dass etwas nicht passt – selbst dann, wenn vermeintlich alles „richtig“ gemacht wurde, der Sattel angepasst ist und man sich auf Fachleute verlassen hat. Genau da wird wieder sichtbar: Gute Absichten allein reichen nicht. Der eigentliche Experte bleibt das Pferd. Diese Folge ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Auf das Pferd. Auf sich selbst. Und auf die kleinen Momente, in denen sich etwas verändert. Denn am Ende bleibt genau das hängen: Der einzige Experte ist das Pferd. Und gute Pferdearbeit ist immer auch ein Inside-Job.
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Der Preis des Erfolgs: Wenn Pferde leise leiden
22.03.2026
58 Minuten
Taktunreinheiten, Erschöpfung, feine Signale für körperliche Defizite – im Dressursport werden sie oft übersehen. Und nicht selten sogar belohnt. In dieser Folge blicken Isabella und Susi auf eine vergangene S*-Dressurprüfung zurück: Fürst und Isabella gewinnen – doch heute wird sichtbar, was damals niemand erkannt hat. Fürst war erschöpft, sein Körper hat deutliche Signale gesendet. Ein System, in dem Erfolg häufig über das Wohlbefinden des Pferdes gestellt wird.
Richter, die bewerten – und dabei zu oft wegsehen. Gleichzeitig zeigt diese Folge, dass es auch anders gehen kann. Ein Wandel, der nicht durch „mehr Training“, sondern durch echtes Zuhören entstanden ist. Im weiteren Verlauf sprechen Isabella und Susi über unterschiedliche Auffassungen von passendem Equipment – und wie weit die Interessen auseinandergehen können, wenn der Fokus nicht auf dem Pferd liegt. Ein weiterer, besonders wichtiger Schritt, der bei Fürst in jungen Jahren übersprungen wurde, ist das Thema Gebiss. Statt Gewöhnung gab es diesmal eine Frage: Möchte er es überhaupt tragen? Seine Reaktion war eindeutig. In seinem Ausdruck zeigte sich sofort mehr Zufriedenheit und Losgelassenheit – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viel schon kleine Veränderungen bewirken können. Außerdem sprechen die beiden offen über Tricks im Pferdesport, mit denen Missstände kaschiert oder Wohlbefinden nur nach außen dargestellt wird. Und darüber, warum es so wichtig ist, genauer hinzuschauen – denn oft sind es kleine Veränderungen, die einen großen Unterschied für das Pferd machen. Am Ende bleibt eine klare Erkenntnis:
Wirkliches Wohlbefinden ist sichtbar – wenn man bereit ist, es zu sehen. Eine Folge über ehrliches Hinsehen, feine Kommunikation und eine neue Form von Partnerschaft im Pferdesport.
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Das war Erfolg – und es war trotzdem nicht okay
22.02.2026
50 Minuten
Die erste Episode, für die es einen Disclaimer braucht. 🫶 Zu Beginn der Folge schauen wir uns ein altes Video von Isabella und Fürst an – eine S-Dressurprüfung aus der damaligen Zeit. Und dein erster Impuls beim Lesen oder Hören ist wahrscheinlich: „Wo kann ich das Video sehen?“ Genau da möchten wir kurz innehalten. Wir werden dieses Video nicht veröffentlichen. Zum einen liegen die Bildrechte nicht bei uns. Vor allem aber fühlt es sich für Isabella nicht stimmig an, diese Aufnahmen heute noch einmal ins Netz zu stellen. Nicht, weil wir etwas verstecken wollen – sondern weil wir den Fokus bewusst anders setzen möchten. Wir wollen die Turnierreiterei von damals nicht in den Mittelpunkt stellen. Nicht bewerten. Nicht mit dem Finger zeigen. Und auch nicht dazu einladen, dass andere es tun. Aber etwas möchten wir dir trotzdem zeigen. Die Traversale. Und wie sie sich verändert hat. Von spannig, mit weggedrücktem Rücken und viel „Durchhalten“, zu ruhig, mit Verständnis für die Übung und für die Partnerschaft. Und nein – es sieht heute nicht mehr exaltiert aus. Es sieht normal aus. Und genau das ist der Punkt. Man gerät schnell in die Gedankenfalle: Kann man das so zeigen? Ist das „gut genug“? Sieht das spektakulär genug aus? Aber für Fürst und Isabella war das ein kleiner perfekter Moment. Er hat sich leicht angefühlt. Stimmig. Ehrlich. Und genau das möchten wir zeigen. Dass leicht und schön normal sein darf. Dass Miteinander normal sein darf. Ob es um eine Traversale geht, um das Gewöhnen an den Sattel oder darum, wie man etwas erst am Boden erklärt und dann im Sattel – das ist unser Fokus. Unser „Normal“. Und das ist es, was wir euch zeigen und vermitteln möchten. ️ Fühlt ihr das auch so?
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Wenn wir Pferde zum Sprechen bringen, sollten wir auch zuhören, was sie zu sagen haben
15.02.2026
53 Minuten
In dieser Folge nehmen wir euch mit in die aktuelle Entwicklung von Fürst. Wir erzählen, wie es dem Bär und Fürst gerade geht und wie toll sich Fürst weiterentwickelt hat. Isabella berichtet darüber, wie leicht einige Themen heute sind, die früher „komisch“ waren und sich nicht einordnen ließen. Da Isabella beruflich verhindert war, hat Susi ein paar Einheiten mit Fürst gearbeitet – zunächst am Boden, später im Sattel. Und es ging dabei nicht um spektakuläre Übungen. Es ging um Ruhe. Um Ansprechbarkeit. Um echtes Folgen. Und darum, all das auch frei tun zu können – ohne Aufregung, ohne Druck. Wir sprechen darüber, warum Freiarbeit kein Showelement ist, sondern ein Werkzeug. Und wie jedes gute Werkzeug sollte man sie dosiert einsetzen – nicht inflationär, sondern dann, wenn sie wirklich Sinn macht. Diese kleinen, pferdegerechten Anpassungen am Boden haben sich unmittelbar auf die folgenden Reiteinheiten ausgewirkt. Auch Isabella konnte die Veränderungen sofort spüren. Im Sattel ging es zunächst um etwas scheinbar Einfaches: Ruhe am Gebiss zu finden. Und dann um die Frage, ob wir uns über das Synchronisieren der Energie wirklich einig sind – über ein ausbalanciertes Vorwärts und ein ebenso ruhiges Stoppen. Leicht. Fein. Nur über die Atmung. Spannend wurde es beim Thema Gebisskontakt. Fürst war hier lange emotional – ganz und gar nicht „widersetzlich“, sondern spürbar aufgewühlt. Also haben wir genauer hingeschaut: Was bedeutet Kontakt eigentlich für dieses Pferd? Wo entsteht Spannung? Und wie kann man über Themen wie das Verschieben der Hinterhand oder Seitengänge sprechen, ohne dass dabei Emotion hochkocht? Die Veränderung kam nicht durch mehr Einwirkung, sondern durch Klarheit. Durch freundlichen, ruhigen Kontakt am Zügel. In der Folge sprechen wir außerdem darüber, warum manche Pferde beginnen, sich einzurollen – und was das wirklich über ihren inneren Zustand aussagt. Manchmal sind es Auslöser, die man nicht direkt auf dem Schirm hat. Ein weiteres großes Thema ist die Aufstiegshilfe. Wie bringt man ein Pferd wieder dorthin, dass Aufsteigen kein Startsignal ist, sondern einfach ein weiterer Moment des Miteinanders und Zuhörens? Natürlich sprechen wir auch über den Sattel. Weil es uns so wichtig ist und das Thema so viel mehr Aufmerksamkeit verdient! Um alte Muster und das Satteltrauma loslassen zu können, lief Fürst letztes Jahr vorübergehend im Sattel vom Bär. Die Veränderung war für uns mehr als deutlich. Nicht, weil es ein „Wundersattel“ ist, sondern weil Passform und Bauweise pferdefreundlich sind. Im Instagrambeitrag zur Episode 5 sieht man, wie unaufgeregt und zufrieden er sich schon nach dem ersten Auflegen bewegen konnte. Ein Augenöffner! Zum Schluss wird es persönlich. Wir sprechen über Mindset. Über unsere Haltung im Alltag mit Pferden. Darüber, wie sehr unsere innere Einstellung ihr Verhalten beeinflusst. Und darüber, was passiert, wenn wir wirklich bereit sind, zuzuhören. Denn wenn wir Pferde zum Sprechen bringen, sollten wir auch zuhören, was sie zu sagen haben. Diese Folge ist eine Einladung, genauer hinzusehen – bei emotionalen Pferden, bei uns selbst und in den kleinen Momenten, in denen aus Spannung plötzlich Leichtigkeit wird.
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Fürst trifft die Kardiologin
08.02.2026
51 Minuten
Diese Folge ist eine Einladung, genauer hinzuschauen. Nicht auf Methoden – sondern auf Zusammenhänge. Es geht um die Frage, wie Horsemanship und Reitsport sich nicht ausschließen, sondern ergänzen können. Und warum die Basis dafür immer der Körper des Pferdes ist: biomechanisch korrekt, schmerzfrei, tragfähig. Erst wenn sich ein Pferd in seinem Körper wirklich wohlfühlt, kann es den Sport nicht nur leisten, sondern ihn auch wollen. Wir sprechen darüber, wie pferdegerechte Arbeit im sportlichen Kontext oft nicht weniger bedeutet, sondern mehr – mehr Ausdruck, mehr Motivation, mehr Lebensfreude. Und darüber, was entsteht, wenn diese Grundlage fehlt. Ein sehr persönlicher Teil dieser Folge ist die Geschichte von Fürst. Die Erkenntnis, dass seine Herzerkrankung sehr wahrscheinlich durch den hohen Stress im Turniersport ausgelöst oder verschlimmert wurde. Und gleichzeitig die Erfahrung, dass pferdegerechte Arbeit ihm – entgegen aller Prognosen – wieder ermöglicht hat, Sport zu machen. Freiwillig. Nicht aus Druck heraus. Obwohl Tierärzte jede Pulserhöhung als Risiko eingestuft hatten. Diese Folge thematisiert auch das Dazwischen: wie fehlendes Wissen über pferdegerechte Arbeit dazu führt, dass Besitzer:innen und Tierärzte oft aneinander vorbeireden – und wie herausfordernd es sein kann, für einen Weg einzustehen, der nicht dem gewohnten Raster entspricht. Eine Folge über Verantwortung. Über Körper, Nervensystem und Beziehung. Und über die Möglichkeit, Sport im Sinne des Pferdes neu zu denken.
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Über diesen Podcast

Weil Pferde mehr brauchen als gute Absichten. Ein Podcast über Pferde, Menschen – und das, was zwischen ihnen schieflaufen kann, obwohl es gut gemeint ist.
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