Wenn wir Pferde zum Sprechen bringen, sollten wir auch zuhören, was sie zu sagen haben

Wenn wir Pferde zum Sprechen bringen, sollten wir auch zuhören, was sie zu sagen haben

53 Minuten
Podcast
Podcaster
Weil Pferde mehr brauchen als gute Absichten. Ein Podcast über Pferde, Menschen – und das, was zwischen ihnen schieflaufen kann, obwohl es gut gemeint ist.

Beschreibung

vor 1 Woche
In dieser Folge nehmen wir euch mit in die aktuelle Entwicklung von
Fürst. Wir erzählen, wie es dem Bär und Fürst gerade geht und wie
toll sich Fürst weiterentwickelt hat. Isabella berichtet darüber,
wie leicht einige Themen heute sind, die früher „komisch“ waren und
sich nicht einordnen ließen. Da Isabella beruflich verhindert war,
hat Susi ein paar Einheiten mit Fürst gearbeitet – zunächst am
Boden, später im Sattel. Und es ging dabei nicht um spektakuläre
Übungen. Es ging um Ruhe. Um Ansprechbarkeit. Um echtes Folgen. Und
darum, all das auch frei tun zu können – ohne Aufregung, ohne
Druck. Wir sprechen darüber, warum Freiarbeit kein Showelement ist,
sondern ein Werkzeug. Und wie jedes gute Werkzeug sollte man sie
dosiert einsetzen – nicht inflationär, sondern dann, wenn sie
wirklich Sinn macht. Diese kleinen, pferdegerechten Anpassungen am
Boden haben sich unmittelbar auf die folgenden Reiteinheiten
ausgewirkt. Auch Isabella konnte die Veränderungen sofort spüren.
Im Sattel ging es zunächst um etwas scheinbar Einfaches: Ruhe am
Gebiss zu finden. Und dann um die Frage, ob wir uns über das
Synchronisieren der Energie wirklich einig sind – über ein
ausbalanciertes Vorwärts und ein ebenso ruhiges Stoppen. Leicht.
Fein. Nur über die Atmung. Spannend wurde es beim Thema
Gebisskontakt. Fürst war hier lange emotional – ganz und gar nicht
„widersetzlich“, sondern spürbar aufgewühlt. Also haben wir genauer
hingeschaut: Was bedeutet Kontakt eigentlich für dieses Pferd? Wo
entsteht Spannung? Und wie kann man über Themen wie das Verschieben
der Hinterhand oder Seitengänge sprechen, ohne dass dabei Emotion
hochkocht? Die Veränderung kam nicht durch mehr Einwirkung, sondern
durch Klarheit. Durch freundlichen, ruhigen Kontakt am Zügel. In
der Folge sprechen wir außerdem darüber, warum manche Pferde
beginnen, sich einzurollen – und was das wirklich über ihren
inneren Zustand aussagt. Manchmal sind es Auslöser, die man nicht
direkt auf dem Schirm hat. Ein weiteres großes Thema ist die
Aufstiegshilfe. Wie bringt man ein Pferd wieder dorthin, dass
Aufsteigen kein Startsignal ist, sondern einfach ein weiterer
Moment des Miteinanders und Zuhörens? Natürlich sprechen wir auch
über den Sattel. Weil es uns so wichtig ist und das Thema so viel
mehr Aufmerksamkeit verdient! Um alte Muster und das Satteltrauma
loslassen zu können, lief Fürst letztes Jahr vorübergehend im
Sattel vom Bär. Die Veränderung war für uns mehr als deutlich.
Nicht, weil es ein „Wundersattel“ ist, sondern weil Passform und
Bauweise pferdefreundlich sind. Im Instagrambeitrag zur Episode 5
sieht man, wie unaufgeregt und zufrieden er sich schon nach dem
ersten Auflegen bewegen konnte. Ein Augenöffner! Zum Schluss wird
es persönlich. Wir sprechen über Mindset. Über unsere Haltung im
Alltag mit Pferden. Darüber, wie sehr unsere innere Einstellung ihr
Verhalten beeinflusst. Und darüber, was passiert, wenn wir wirklich
bereit sind, zuzuhören. Denn wenn wir Pferde zum Sprechen bringen,
sollten wir auch zuhören, was sie zu sagen haben. Diese Folge ist
eine Einladung, genauer hinzusehen – bei emotionalen Pferden, bei
uns selbst und in den kleinen Momenten, in denen aus Spannung
plötzlich Leichtigkeit wird.

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