Mythen rund um Gicht – aufgeklärt von Dr. Andrea Morawe

Mythen rund um Gicht – aufgeklärt von Dr. Andrea Morawe

vor 2 Tagen
15 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Tagen

Spargel, Steak, Bier und nachts Schmerzen im großen Zeh? Das
schieben viele auf Gicht!


Doch wie passen Gicht und Ernährung überhaupt zusammen?


In den Frühlingsmonaten, in denen Grill- und Spargel-Saison
beginnen, sehen wir in den Hausarztpraxen viele Gicht-Anfälle.
Den dahinterstehenden Mythen will sich Dr. Andrea Morawe in ihrer
neuen Folge von „LandMEDchen“ widmen!


Gicht ist eine chronische Stoffwechsel-Erkrankung. In unserer
Leber findet der Purinstoffwechsel statt und in diesem Rahmen
fällt Harnsäure an. Bei einer Hyperurikämie kommt es zu einer
Übersättigung von Harnsäure, bei welcher der kritische Punkt von
6,8mg pro Deziliter Harnsäure überstiegen wird. Dann werden die
Mononatriumurat-Kristalle schlecht löslich und fallen aus. So
kommt es zu Ablagerungen in Gelenken und im Gewebe – dadurch
entstehen Schmerzen.


Diese entstehen meist plötzlich in der Nacht.


Gicht ist chronisch progredient und unbehandelt kann es zu
weiteren Gicht-Anfällen kommen, aber auch zu Nierenschädigungen,
chronischer Arthritis und Gicht-Knötchen.


Meist hängt Gicht auch mit metabolischen Syndromen zusammen.


Andrea schaut sich die Mythen an:


Mytos 1: Gicht kommt vom Fleischkonsum


Fleischkonsum beeinflusst den Purinstoffwechsel, doch der
metabolische Status, die renale Ausscheidung und genetische
Faktoren haben einen weiteren Einfluss.





Mythos 2: Spargel ist gefährlich


Spargel hat weniger Purin als ihm nachgesagt wird und ist somit
kein Hauptträger für akute Gicht-Anfälle. Das Problem ist nicht
der Spargel, sondern das Schnitzel und das Bier dazu.





Mythos 3: Nach einem Anfall hat man Gicht


Ein Anfall bleibt unbehandelt selten allein und kann unbehandelt
auch zu Folgeschäden führen.





Mythos 4: Ernährung reicht als Therapie


Ernährung ist ein wichtiger Baustein in der Therapie, doch eine
medikamentöse Therapie ist die Grundlage.





Mythos 5: Alkohol ist nicht relevant


Alkohol reduziert die Harnsäureausscheidungen und enthält je nach
Getränk zusätzliche Purine.





Das Ziel der Therapie ist Treat to target – das heißt es gibt
Zielwerte in der Harnsäure, die erzielt werden sollten. Diese
sollte frühzeitig beginnen, die Langzeittherapie ist aber auch
ein entscheidender Punkt – eine Akuttherapie alleine ist ein
großer Fehler. Mehr als zwei Anfälle pro Jahr sind schon ein
Grund dafür, eine Langzeittherapie zu starten. Allopurinol und
Febuxostat sind die Klassiker.





Fructose hat einen großen Einfluss auf die Entstehung von Gicht,
denn diese wird fast vollständig in der Leber verstoffwechselt.
Das Problem: Fructose ist nicht nur in Obst, sondern auch in
Honig und in vielen hoch-verarbeiteten Lebensmitteln, z.B.
Softdrinks.





Die Ernährungsempfehlung ist zunächst: Gemüse! Außerdem hilft es,
viel Wasser zu trinken, Alkohol, rotes Fleisch, Innereien und
Zucker zu reduzieren. Fastenkuren können sogar zum Auslöser von
Gicht-Anfällen werden!


Eine Ernährungstherapie kann in diesem Fall unterstützen.





Andrea’s Tipps für die Grillsaison sind: Fleischmenge reduzieren,
mehr Gemüse auf den Grill, möglichst keine Kombination mit
Softdrinks, möglichst kein Alkohol und ein Verdauungsspaziergang!








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