Die Kirche ist nicht die Titanic

Die Kirche ist nicht die Titanic

vor 2 Wochen
Morgenimpuls mit Schwester Katharina
5 Minuten
Podcast
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Der Start in den Tag

Beschreibung

vor 2 Wochen
Kannst Du dich noch an den Film Titanic erinnern? Der war Ende der
1990er Jahre ein Riesenerfolg – obwohl der Ausgang der Geschichte
ja absolut vorhersehbar gewesen ist. Der Prager Soziologe und
Priester Tomas Halik benutzt in einem seiner Bücher die Geschichte
der Titanic, um etwas Wichtiges über die Zukunft unserer Kirche zu
sagen. Erstmal glaubt er, dass die Kirche eine Zukunft hat –
trotz aller Probleme aktuell. Doch sie muss ihre Gestalt ändern –
und da kommt der Vergleich mit der Titanic ins Spiel. Wir
diskutieren ja auch in der deutschen Kirche leidenschaftlich über
Strukturmaßnahmen. Da sagt er: Alles gut und schön und auch
notwendig. Aber: Maßnahmen wie das Zusammenlegen von Pfarreien, den
verstärken Einsatz von ausländischen Priestern erinnern ihn an das
Hin- und Herschieben der Liegestühle auf der Titanic. Er möchte
weder eine billige Modernisierung der Kirche noch eine Flucht in
die Vergangenheit. Wird also unsere Kirche komplett versinken?
Nein! Eine bestimme Gestalt von Kirche wird untergehen, aber
auch in ihrer gegenwärtigen Gestalt gibt es viele Schätze, die auf
eine andere Gestalt von Kirche gerettet und umgeladen werden
müssen. Ich finde es wohltuend, dass Tomas Halik deutlich die
Probleme anspricht, keine einfachen Lösungen verspricht und
trotzdem nicht verzweifelt. Das Werden der neuen Gestalt der
Kirche setzt er in Verbindung mit dem Osterfest, das wir ja diese
Woche feiern. Er ist überzeugt: Die Erneuerung der Kirche ist vor
allem die Erneuerung des Glaubens und eine Erneuerung des
Begreifens, Durchdenkens und der Ausdrucksformen des Glaubens.
„Seht, ich mache alles neu“ – dieses Zitat aus der Offenbarung des
Johannes ist die Zusage Gottes an uns und unsere Kirche. Wir
brauchen keine Angst vor Veränderungen zu haben. Jesus ist am
Karfreitag gestorben – und gegen jede menschliche
Wahrscheinlichkeit ist er wiederauferstanden. Auch manches an
unserer Kirche wird vergehen – aber wir alle haben die Hoffnung auf
die Auferstehung – anders als bei der Titanic wartet am Ende auf
uns nicht der Eisberg, sondern Ostern und das Ewige Leben. Das ist
doch mal eine Aussicht!
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