Glotz nicht so!

Glotz nicht so!

vor 3 Wochen
Morgenimpuls mit Schwester Katharina
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Beschreibung

vor 3 Wochen
40 Tage nach Ostern feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt. Es
markiert das Ende der Zeit des irdischen Jesus. Seit Ostern ist er
immer wieder den Aposteln und Jüngern erschienen, hat mit ihnen
gesprochen und gegessen, ihnen den Frieden zugesprochen und auch
angekündigt, ihnen bald den Heiligen Geist zu senden. Am Ende
des Lukasevangeliums und am Anfang der Apostelgeschichte wird dann
berichtet, wie Jesus vor den Augen seiner Jünger emporgehoben und
von einer Wolke aufgenommen wurde, so dass sie ihn nicht mehr
sahen. Ein unglaubliches Bild, finde ich. Den Jüngern muss es
ähnlich ergangen sein, denn die Apostelgeschichte berichtet dann
von zwei Männern in weißen Gewändern, die bei ihnen standen und
sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum
Himmel? – Ich stelle mir die Jünger Jesu gerade vor, wie sie wohl
ziemlich verdattert und mit offenem Mund nach oben schauen. „Glotzt
nicht so!“ würde man ihnen heute wohl zurufen. Ich sehe darin
auch unsere Kirche von heute, die wegen all der Krisen und
Skandale, wegen all des ganzen Streits ziemlich gelähmt und
versteinert mit offenem Mund dasteht und zum Himmel schaut. Ob das
nun Bischöfe sind, die sich vor mutigen Entscheidungen drücken und
lieber erst einmal warten wollen, was Rom und die öffentliche
Meinung so sagen könnten, oder auch jeder und jede von uns, die wir
so gerne Papiere und Konzepte erarbeiten, anstatt direkt ans Werk
zu gehen und andere Menschen von der Botschaft Jesu zu
begeistern. Die Apostel und Jünger haben doch in den Tagen vor
Jesu Himmelfahrt das ganze Handwerkszeug überreicht bekommen, quasi
die Gebrauchsanweisung mit der Zusage, dass der Heilige Geist
helfen wird; und wenn es schonmal beim Gespräch am Gartenzaun
ist. In zehn Tagen ist Pfingsten, da feiern wir das Kommen des
Heiligen Geistes. Nutzen wir doch die Zeit bis dahin und auch
darüber hinaus dazu, um diesen Geist zu beten und voller Tatendrang
ans Werk zu gehen, anstatt mit offenem Mund in den Himmel zu
starren. Die Jünger haben es damals ähnlich getan, denn am Ende des
Lukasevangeliums heißt es schließlich, dass sie in großer Freude
nach Jerusalem zurückgegangen sind. Diese Freude über die
Botschaft vom Auferstandenen, die wünsche ich Dir nicht nur heute
von ganzem Herzen! 
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