Episode 274: Hair (1979) - Love, Peace and two very different Opinions

Episode 274: Hair (1979) - Love, Peace and two very different Opinions

vor 2 Wochen
Ich habe Hair als junger Mann sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand gesehen. Und obwohl ich nie ein Hippie war, haben mich beide Versionen damals sehr bewegt, selbst über 20 Jahre nach der Peak-Hippie-Zeit.
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Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, des...

Beschreibung

vor 2 Wochen
New York, 1967. Peak Hippie! Im Januar hat ein großes Human Be-In
San Francisco zum Zentrum des Hippietum gemacht, das Time Magazine
veröffentlicht einen großen Leitartikel, der sich mit der
Hippie-Kultur auseinandersetzt und Woodstock lässt auch nicht mehr
lange auf sich warten. Und dann sind da diese beiden
Broadway-Schauspieler, die ein Musical über die Bewegung machen.
Hair popularisiert als vielleicht erstes großes Rock-Musical die
Hippies, sorgt für so manchen kleineren und größeren Skandal und
füllt die Hallen der Musiktheater. Ein ebenso überraschender wie
folgerichtiger Erfolg. Hollywood 1979. Der Vietnamkrieg ist vorbei,
die Mansons haben Amerika schockiert, und die Hippiekultur hat
lange Platz gemacht für Disco, Punk und Metal. Und dann ist da
dieser tschechische Regisseur, Milos Forman, der das Musical Hair
zehn Jahre nach dem Hippieboom von der Bühne auf die Leinwand holt.
Die Songs behält er bei, aber der ursprünglich sehr losen,
episodischen Handlung des Konzeptmusicals verpasst er eine
dramaturgische Generalüberholung: In seinem Film geht es um das
amerikanische Landei Claude, der, bevor er eingezogen wird, ein
paar Tage in New York verbringt. Dort trifft er auf die
Hippie-Clique des charismatischen Berger und verliebt sich
obendrein in Sheila, eine junge Frau aus besserem Haus. Die Hippies
helfen ihm, die Aufmerksamkeit der Angebeteten auf sich zu ziehen
und gemeinsam erleben sie eine Zeit von Sex, Drugs, Rock &
Roll, Peace und Love. Bis die Realität - und das amerikanische
Militär - Claude zurückfordern. Doch einen letzten Moment der
Freiheit darf er vor seinem Trip nach Vietnam noch genießen, wenn
Berger mit ihm kurz die Rollen tauscht und seiner statt im
Militärlager spalier steht. Dumm nur, dass es genau in diesem
Moment in den Krieg geht. Der unbeholfene Hippie muss nach Vietnam
und am Schluss bleibt von ihm nur ein weißer Grabstein auf dem
Soldatenfriedhof, wie es in dieser Zeit viel zu viele gab. Ich habe
Hair als junger Mann sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand
gesehen. Und obwohl ich nie ein Hippie war, haben mich beide
Versionen damals sehr bewegt, selbst über 20 Jahre nach der
Peak-Hippie-Zeit. Johannes, hast oder hattest du irgendwann mal in
deinem Leben einen Bezug zur Hippiekultur?
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