Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, des...
Podcaster
Episoden
07.01.2026
1 Minute
Das Leben Charles Chaplins teilt sich in zwei große Bereiche.
Charles Chaplin und Charlie Chaplin. Der Slapstick-Tramp und der
politische Satiriker… naja, vereinfacht dargestellt zumindest. In
seinem ersten großen Politischen Werk spielt Chaplin einen kleinen
jüdischen Barbier der bei einem Unfall im ersten Weltkrieg sein
Gedächtnis verlor. So hat er nicht mitbekommen, wie sein Land eine
politische Kehrtwende gemacht hat. Ein Diktator hat das Ruder
übernommen und den Juden wird das Leben schwer gemacht. Japp.
Natürlich eine satirische Darstellung von Hitler-Deutschland. Da
unser jüdischer Barbier keine Ahnung hat von all dem, muss er es
auf die harte Tour lernen. Im Kampf mit den Nazis die ihn beinahe
an einer Laterne aufknüpfen und durch die Zerstörung seines
Friseurladens. Mit seiner Love-Interest aus der Nachbarschaft
träumt er von einer besseren Welt, in der wir friedlich miteinander
leben. Da er sich ein wenig zu vehement gewehrt hat, wird er ins
Konzentrationslager gebracht, aus dem er es irgendwann schafft
auszubrechen. Der Clou an der Sache: er sieht dem Führer zum
verwechseln ähnlich. Chaplin spielt natürlich eine Doppelrolle und
spielt den Führer unvergleichlich lachhaft. Und so halten den Tramp
alle für den Führer, als er in geklauter Uniform mit seinem Kumpel
auf den Straßen auftaucht. Um sein Leben zu retten, muss er für
einen Moment Hitler sein, aber alles in ihm weigert sich und so
holt er stattdessen zu einer Rede für die Freiheit und die
Nächstenliebe aus. Und hier endet der Film. Ein Tolles und
Kraftvolles Ende… und doch sitzt der 13 Jährige Johannes vor dem
Fernseher und denkt: “Und jetzt? Was passiert jetzt? Überlebt er?
Wird er gelyncht? Wird die Welt eine Bessere?” diese Panik, nicht
zu wissen was passiert, verfolgt mich bis heute. Ich will dass es
ihm gut geht. Plor, willst du nicht auch wissen was mit ihm
passieren wird?? ---- Hat euch diese Episode gefallen? Dann
spendiert uns doch einen Kaffee unter
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31.12.2025
1 Minute
Am Pokertisch kann man schon mal sein letztes Hemd verzocken –
außer man hat natürlich gerade einen Butler als Wetteinsatz parat.
Das ist die Prämisse der wundervollen und leider komplett in
Vergessenheit geratenen Komödie "Ein Butler in Amerika" aus dem
Jahr 1935. Nun, nicht ganz vergessen, denn immerhin haben einst die
Coen-Brüder in ihrem Werk "Barton Fink" eine kleine Liebeserklärung
an den Film versteckt. Es ist aber auch ein Traum, mit welcher
Leichtfüßigkeit der für seine Improvisationskünste berüchtigte (und
bei Schauspieler:innen gefürchtete) Regisseur Leo McCarey hier
seine arme Hauptfigur dem größtmöglichen Culture Clash aussetzt.
Ausgerechnet einem vulgären amerikanischen Millionär soll der
bisher in Paris residierende feine englische Butler Ruggles von nun
an gehorchen – und wird dazu auch noch in das amerikanische
Provinzkaff Red Gap versetzt. Sehr zur Freude des Publikums, denn
mit welcher unglaublichen Leichtigkeit der Film dieses
Fish-out-of-Water-Szenario für das größtmögliche Chaos nutzt, ist
schlicht großartig. Und zeigt eindrucksvoll, dass es neben Chaplin,
Keaton oder den Marx Brothers noch so viele andere Komödien-Perlen
aus der Frühzeit des Kinos zu entdecken gibt. Matthias Oscar
History findet Ihr hier:
https://www.filmszene.de/kategorie/matthias-oscar-history Und hier
findet ihr seine Rezension zu Ruggles of Red Gap:
https://www.filmszene.de/filme/ein-butler-amerika Übrigens!
Filmszene.de sucht noch Mitstreiter die hier und da eine Rezension
schreiben. Bei Interesse, meldet euch gerne bei Matthias:
matthiaskastl@filmszene.de
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24.12.2025
1 Stunde 10 Minuten
Aus dem Publikum wurde uns der Murder Mystery Christmas Slasher
"Carnage for Christmas" aus dem Jahr 2024 ans Herz gelegt: Ein
weihnachtlicher Horrorfilm von einer jungen Regisseurin,
verwirklicht mit einem extrem niedrigen Budget und sehr viel LGBTQ
Empowerment. Die True-Crime Podcasterin Lola muss zu Weihnachten
nach Haus zur Familie. Soweit so tragisch. Da Lola als Transfrau
nicht umsonst ihrem feindlichen Geburtsort den Rücken gekehrt hat,
hält sich ihre Begeisterung verständlicherweise in Grenzen.
Allerdings kommen wir gar nicht so richtig dazu, ihre Familie
kennenzulernen, denn als ein Mord passiert, kann sie gar nicht
anders als ihren True-Crime Instinkten zu folgen und den Fall
aufzuklären. Dabei merkt sie, dass der Fall mehr mit ihr persönlich
zu tun hat, als sie ahnte. Eine Schnitzeljagd à la Drei
Fragezeichen, die nach und nach zum Killer führt, der, wie sich
herausstellt, sich auf Trans-Opfer und Museale Wirtschaftskunde
spezialisiert hat. True-Crime Podcasts haben sich in den letzten
Jahren von einer Nische Thema, zu einem Massenphänomen und damit
auch zu einem immer häufiger auftauchenden Aufhänger für Crime
Geschichten entwickelt. Ob es der True-Crime Podcaster ist der
selbst Verbrechen begeht, um Futter für den Podcast zu haben, oder
selbst als sogenannter “Armchair Detective” eine Fall löst. Ein
faszinierendes kleines neues Sub-Sub-Genre, das sich aber schnell
in Klischees erschöpft, wenn man nicht noch ein paar gute weitere
Ideen hat, um das ganze zu unterfüttern. Plor, hat Alice Maio
Mackay genug weitere Ideen um die Idee der True-Crime Detektivin
spannend zu gestalten?
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17.12.2025
1 Stunde 21 Minuten
Charles Dickens hat Probleme: Seine letzten Veröffentlichungen
waren ziemliche Flops, seine Reise nach Amerika war alles andere
als erholsam und sein üppiger Lebensstil sorgt dafür, dass die
Rücklagen sinken. Keine Frage: Ein neues Buch muss her. Dank der
Unterstützung seines Freundes und Agenten John und den
Gute-Nacht-Geschichten des neuen irischen Kindermädchens der
Familie kommt er schließlich zu der passenden Idee: Eine
Weihnachtsgeschichte, ein komisches Buch… vielleicht auch mit ein
bisschen Tragik… und… Schreibblockade: Das schlimmste, was einem
Autoren passieren kann. Gott sei Dank hat sich Dickens bereits den
Protagonisten Ebenezer Scrooge zurechtgelegt und so kann er mit
diesem gemeinsam die Stationen seines kommenden Romans bereisen:
Von den drei weihnachtlichen Geistern bis zum Schicksal des kleinen
Timmy. Aber die Deadline - immerhin ist es Oktober und das Buch
muss vor Weihnachten erscheinen - sitzt ihm im Nacken. Und zu allem
Überfluss schaut dann auch noch sein Vater vorbei, mit dem Charles
einige der schlimmsten Momente seiner Kindheit verbindet. Schnell
wird klar: Nicht nur Scrooge muss sich zu diesem Weihnachtsfest den
Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stellen. The Man
Who Invented Christmas aus dem Jahr 2017 zeichnet den kreativen
Prozess bei der Entstehung einer der großen Weihnachtsklassiker
nach: Teils als Komödie, teils als Drama, teils als fantastisches
Lehrstück. Hat uns der Film in vorweihnachtliche Stimmung gebracht?
---- Hat euch diese Episode gefallen? Dann spendiert uns doch einen
Kaffee, Tee oder passend zur Saison einen Glühwein. Vielen Dank!
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10.12.2025
1 Stunde 12 Minuten
Okay, ernsthaft. Wer braucht eine Zusammenfassung von Frau Holle?
Jeder kennt das Märchen. Aber, na gut. In drei Sätzen: Zwei
Schwestern leben bei ihrer Mutter, eine faul und eine fleißig. Die
fleißige springt aus… Gründen… in den Brunnen und wird reich, weil
sie Frau Holle im Haushalt hilft. Die Faule wird mit Pech
übergossen, weil sie keine Lust auf die Sklaventreiberin Frau Holle
hat. The End. Je nachdem wo man die Kommata setzt, ist das
vielleicht sogar nur ein Satz. Man schaut den Film auch nicht, weil
man wissen will, WAS passiert, sondern WIE es passiert. Wie die
Schauspieler drauf sind, wie herzerwärmend märchenhaft das ganze
inszeniert ist und ob die DDR das ganze zu einem Sozialismus
Bullshit Bingo gemacht hat. Also Plor, aus welchen Gründen schaust
du dir ausgerechnet diese Verfilmung unter tausenden dieses
Märchens an? --- Wenn euch diese Episode gefällt, spendiert uns
doch einen Kaffee oder Tee. Wir freuen uns über jede
vorweihnachtliche Zuwendung.
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Über diesen Podcast
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die
Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen
Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für
die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel,
dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu
streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film,
viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen
Topliste.
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