Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, des...
Podcaster
Episoden
25.02.2026
2 Stunden 21 Minuten
Frankreich im frühen 15. Jahrhundert. Das französische Königshaus
befindet sich seit einer Ewigkeit in einem Konflikt mit der
britischen Krone und den Burgundern, der später als der
Hundertjährige Krieg in die Geschichte eingehen sollte. Die
Verluste auf französischer Seite sind groß: Fast ganz
Nordfrankreich ist besetzt, Paris in Hand der Burgunder. Orleans
von den Engländern belagert. Plötzlich ist da diese junge Frau,
nicht mal volljährig. Sie behauptet, Gottes Stimme gehört zu haben.
Und diese hat ihr aufgetragen, die Engländer aus Frankreich zu
vertreiben und den rechtmäßigen Thronfolger, Karl VII. zum König
krönen zu lassen. Ihr wird geglaubt, mehr noch, sie bekommt eine
kleine Armee zur Seite gestellt. Und tatsächlich gelingt es ihr,
die Belagerung Orleans zu beenden, Reims zu befreien und der
Krönung Karl VII. beizuwohnen. Aber der Erfolg hält nicht lange.
Aufgerieben in Kämpfen um Paris wird sie schließlich von ihren
Gegnern gefangen genommen und von den Engländern vor ein
geistliches Gericht gestellt: Der Vorwurf: Ketzerei, Häresie, ein
Pakt mit Dämonen… Ein Prozess, der schließlich zu ihrem Tod auf dem
Scheiterhaufen führen wird. Carl Theodor Dreyers Film La Passion de
Jeanne d’Arc aus dem Jahr 1928 erzählt die Geschichte dieses
Prozesses. Er ist nicht der erste und nicht der letzte Film über
diese französische Nationalheldin, aber mit Sicherheit der
berühmteste. Eine Passion im wahrsten Sinne des Wortes, eine
Geschichte des Leidens und des Sterbens. Mit religiösem Ernst und
extrem vielen Nahaufnahmen, insbesondere des Gesichts der
geschundenen und gequälten Jeanne. Wenn man dem internationalen
Kanon Glauben schenkt, einer der besten Filme aller Zeiten. Und
wenn man dem französischen - und christlichen - Kanon Glauben
schenkt, das Porträt einer heiligen Märtyrerin.
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18.02.2026
1 Stunde 43 Minuten
Das Dschungelbuch ist eigentlich eine Sammlung von vielen kurzen
Geschichten über einen Menschen-Jungen der im Dschungel aufwächst.
Als Walt Disney (Der Mann, nicht nur die Firma) in den 60ern den
Stoff in der Entwicklung an Larry Clemmons, sollte er sich nicht an
die Vorlage aus dem Jahr 1894 halten, sondern die Charaktere
ausarbeiten und Spaß mit ihnen haben. So ist es nicht
verwunderlich, dass sich die inhaltliche Beschreibung des Films
"Das Dschungelbuch" in der Kurzfassung des Autoren sehr einfach und
schnell liest: Ein Junge muss vom Dschungel ins Menschendorf
gebracht werden, weil ein Tiger hinter ihm her ist. Auf dem Weg
dorthin versuchen verschiedene Tiere, ihn entweder zu unterstützen
oder aufzuhalten. Zitat Ende. Die erwähnten Tiere sind mal lustig,
mal gefährlich, mal gefährlich, obwohl die das richtige wollen, und
mal lustig obwohl sie gefährlich sein wollen. Eine bunte Truppe auf
einem Road Trip der in einem Kampf mit dem Endgegner endet. Shir
Khan wird besiegt. Den Kampf mit dem Endgegner "Hormone" verliert
Mogli allerdings und so müssen der Bär und der Panther allein zu
zweit zurück in den Dschungel. Plor hast du die Geschichten von
Kipling gelesen? Oder ist das hier die einzige gültige und dir
bekannte Version davon?
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11.02.2026
1 Minute
Praktisch jeder kennt die Geschichte: Das größte Passagierschiff
der Welt bricht 1912 zu seiner Jungfernfahrt auf, kollidiert auf
dem Atlantik mit einem Eisberg und geht unter. Über 1500 Menschen
sterben, weil es zu wenig Rettungsboote auf dem vermeintlich
unsinkbaren Schiff gibt. James Camerons Titanic aus dem Jahr 1997
erzählt die Geschichte des wahrscheinlich berühmtesten
Schiffsunglücks aus der Perspektive von Rose DeWitt Bukateer, einer
jungen Frau aus besseren Kreisen, die 1912 mit ihrem Verlobten Cal
auf dem Luxusliner von Southampton nach Amerika übersetzt. Rose
empfindet ihre nahende Ehe mit dem arroganten, herrischen Cal als
lebenslange Gefangenschaft und will sich in ihrer Verzweiflung
während der Überfahrt von Bord stürzen. Zur Rettung eilt der
Herumtreiber Jack, der als Passagier der dritten Klasse sein
Schiffsticket einer glücklichen Hand beim Poker verdankt. Rose und
Jack verlieben sich, und aller Widerstände zum Trotz beschließen
sie ihr Leben in Zukunft miteinander zu verbringen… und dann
geschieht das Unglück. “Romeo und Julia an Bord der Titanic” waren
Idee und Pitch von James Cameron bevor er alles eskalierte: Mit
unglaublicher Akribie, geradezu größenwahnsinnigen Set Pieces und
damaliger State of the Art Computertechnik inszeniert er ein
gewaltiges Epos, das sich zwischen Monumentalfilm, Liebesfilm und
Disaster Movie bewegt: Groß und unerhört. Der damals teuerste Film
aller Zeiten… und allen Erwartungen zum trotz auch der
erfolgreichste. Ein Riesenhit bei vor allem weiblichen Teenagern,
die Geburt Leonardo DiCaprios als großer Leinwandstar und ein
Beweis dafür, dass desaströse Budget-Eskalationen von wahnsinnigen
Filmemachern nicht immer floppen müssen. Johannes, wir waren damals
Teenager… na dann, leg mal los mit deiner persönlichen Anekdote.
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04.02.2026
2 Stunden 25 Minuten
Die Familie Torrance hat einen neuen Wohnort. Nachdem Jack seine
Lehrerstelle verloren hat, nimmt er ein etwas ungewöhnliches
Jobangebot an. Er soll in einem Hotel über den Winter nach dem
Rechten sehen und die notwendige Pflege übernehmen, während das
Hotel off-season leer steht. Mit seiner Frau und seinem Kind zieht
er für fünf kalte Monate in das riesige einsame Labyrinth eines
Hotels und will an seinem Buch schreiben, während seine Frau alle
eigentlichen Aufgaben, für die er bezahlt wird, übernimmt. Die
Einsamkeit und offenbar auch das Hotel als geisterhafte Entität
kriechen langsam in sein Hirn, das eh schon nicht das gesündeste zu
sein scheint, wenn man Jack Nicholsons Augenbrauen zuschaut. Nach
und nach verliert er den Zugang zur Realität und Vernunft und gibt
sich den Wahnvorstellungen, die ihm das Hotel vorgaukelt hin. Bis
er beschließt, seine Frau und sein Kind mit der Axt zu erziehen.
Wer uns öfter zuhört, weiß, dass ich mit Horrorfilmen nicht so viel
anfangen kann. The Shining allerdings schafft es die Horrortropes,
die mir nicht zusagen, auf ein Minimum zu reduzieren oder gut
darauf hin zu arbeiten. Der Film legt ein einigermaßen langsames
Tempo an den Tag. Er verzichtet weitestgehend auf billige Jump
Scares und Blut als Schauwert. Naja, mal vom Fahrstuhl abgesehen.
Und er ist verdammt psychologisch und seltsam kopflastig und geht
damit weit über das Horror Genre hinaus. Das kenne ich eigentlich
nicht so aus den 80ern, sondern eher aus den 2010ern. Aber so gut
kenn ich mich halt nicht im Horrorgenre aus, dafür ist Plor hier!
Plor, wenn The Shining heute rauskommen würde, würde man ihn als
Post-Horror einsortieren?
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28.01.2026
1 Stunde 23 Minuten
Durch einen Anruf seiner Mutter erfährt der Regisseur Salvatore,
dass sein Freund der alte Filmvorführer Alfredo gestorben ist. In
Rückblenden erzählt der Film aus der Kindheit und Jugend
Salvatores, Toto genannt. Toto wächst in einem einfachen
sizilianischen Fischerdorf auf. Dessen großer Anziehungspunkt ist
das Kino Cinema Paradiso, in dem sich Toto als Kind mit dem
Filmvorführer Alfredo anfreundet und sehr zum Leidwesen seiner
Mutter jede freie Minute verbringt. Er sammelt die Filmrollenteile
mit Küssen und Nacktszenen, die Alfredo auf Zuruf des Dorfpfarrers
aus den öffentlich gezeigten Filmen herausschneiden muss. Er lernt
bei Alfredo das Handwerk der Filmvorführung und übernimmt
schließlich dessen Job, nachdem dieser bei einem Kinobrand sein
Augenlicht verloren hat. Wir sehen, wie das Kino die Menschen in
dem kleinen Dorf bewegt, wie es sie zusammenbringt und ihnen ein
Stück Welt vermittelt. Toto wird vom Kind zum Jugendlichen, er
verliebt sich, sein Herz wird gebrochen, er wird erwachsen. Und
schließlich muss er sich die Frage stellen, ob er mehr will, als
Filmvorführer in seiner Heimat zu bleiben. Cinema Paradiso aus dem
Jahr 1988: Eine Liebeserklärung an das Medium Film und den
magischen Ort Kino. Aber auch eine Auseinandersetzung mit dem,
worum es im Leben geht, und welchen Platz Nostalgie darin einnimmt.
Ein Film, der mich auch heute noch zum, Lachen, Schwelgen und auch
Weinen bringt. Johannes, hast du geweint?
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Über diesen Podcast
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die
Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen
Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für
die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel,
dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu
streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film,
viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen
Topliste.
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