3 Bohrhaken versagen / Kletterer verunglückt & was wir daraus mitnehmen können | Folge 146

3 Bohrhaken versagen / Kletterer verunglückt & was wir daraus mitnehmen können | Folge 146

vor 1 Tag
13 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Tag

Bilder zu den Bohrhaken:


https://www.instagram.com/p/DWcRs-pAiXy?img_index=5


Ein schwerer Kletterunfall auf Kalymnos sorgt aktuell
international für Diskussionen in der Kletterszene. Im bekannten
Sektor Jurassic Park kam es am 27.03.2026 in der
Route St. Stavvas (7b+) zu einem dramatischen
Materialversagen: Beim Abseilen brachen gleich drei Bohrhaken
nacheinander.


Die Route stammt aus dem Jahr 2002 und zählt zu den bekannten
Linien des Sektors. Bereits kurz nach dem Unfall tauchten Bilder
auf, auf denen deutlich zu erkennen war, dass die betroffenen
Bolts starke Materialschäden aufwiesen.


Besonders auffällig: Es brachen nicht nur die Haken, sondern
konkret drei Schrauben hintereinander. Das Material wird aktuell
untersucht. Diskutiert wird unter anderem, ob möglicherweise
unterschiedliche Metalle wie Aluminium und Edelstahl verbaut
wurden – eine Kombination, die gerade in salzhaltiger Umgebung
problematisch sein kann.


Die verletzte Person stürzte auf einen Felsvorsprung. Auch die
anschließende Rettung dauerte offenbar ungewöhnlich lange.
Parallel wurde inzwischen eine technische Untersuchung der
Bohrhaken eingeleitet. Eine zentrale Frage lautet: Warum
versagten gleich drei Sicherungspunkte hintereinander?


Im Workshop und in der Community wird der Vorfall intensiv
diskutiert. Ein weiterer aktueller Fall zeigt zusätzlich, wie
sensibel das Thema ist: Eine Teilnehmerin konnte an anderer
Stelle einen Bohrhaken von Hand herausziehen. Auch dort war am
Umlenker nur ein einzelner Haken vorhanden.


Gerade deshalb sprechen wir in dieser Folge auch über praktische
Sicherheitsmaßnahmen beim Abseilen:
Mit Prusik und zusätzlichen Exen absichern, nicht ruckartig
ablassen und Umlenker kritisch prüfen.


Vor allem in Meeresnähe zeigen sich immer wieder typische
Probleme: Rost, ungeeignete Kleber und falsche Materialwahl
können Sicherungspunkte massiv schwächen. In beiden aktuell
diskutierten Fällen scheint genau das eine Rolle zu spielen.


Auch wir haben in Griechenland bereits sehr unterschiedliche
Zustände erlebt: Ganze Sektoren wurden gemieden, weil das
Vertrauen in die Absicherung fehlte. Teilweise wirkten nur die
ersten vier Haken solide, während weiter oben deutliche
Korrosionsspuren sichtbar waren – in solchen Fällen blieb oft nur
das frühzeitige Abseilen.


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