Behind Rose Bikes mit Director Product & Brand Anatol Sostmann: Vom Katalog-Versand zur Design-Ikone
vor 3 Tagen
Experience-Based Design statt Testbrief-Denken, Tribes statt
Hierarchie und warum gutes Design kein Gleichgewicht braucht,
sondern IST
Podcast
Podcaster
Behind the Scenes. Der Branding, Marketing und Business Podcast
Beschreibung
vor 3 Tagen
1907 Bocholt. Ein Fahrradhandel. Sommer Fahrräder, Winter
Kachelöfen und Nähmaschinen. Ende der 70er der Rose-Katalog:
800.000 Auflage, 1.000 Seiten, das Radsport-Shopping-Medium
schlechthin. Mail Order aus dem Karteikasten unter der Kasse.
Erwin Rose sollte bei der ZEG Rennräder spezifizieren, bringt
italienische Stahlrahmen und wird abgekanzelt: unverkäuflich.
Missverständnis: Erwin macht Räder für ernsthaften Radsport, ZEG
will massentauglich. "Ich mache das, wofür ich stehe", sagt Erwin
und eröffnet eine Radsport-Boutique. Custom-Made für Kunden, die
100, 150 Kilometer anreisen.
80er Nishiki Generallizenz Europa, 90er/2000er Red Bull – nicht
der Energy Drink, eigene Marke mit Open Mold Rahmen aus Taiwan
und Kanada. 2008 kommen Anwälte. Red Bull Austria will alle
Nizza-Klassen. Marke wird abgekauft, Switch zu Rose Bikes.
Anatol Soestmann: Betriebswirt, Radsportler, 2008/2009 München
Startup-Inkubator. 2010/2011 Track Bicycle Schweiz,
Post-Lance-Armstrong-Ära. Posterboy gefallen, Marke muss neu
verbunden werden. "Marketing interessierte mich, 10 bis 20
Stunden pro Woche auf dem Rad. Zu einem gewissen Teil verblendet,
aber auf fitte Art." Fünf Jahre Track, Presscamps weltweit.
2016 Frau schwanger, zurück NRW. Rose ambivalent:
"D2C-Geschäftsmodell, das alle wollten. Aber angestaubtes Image."
Bewerbung: "Geschäftsmodell ist Zukunft. Müssen schönere
Fahrräder machen, zeitgemäßer vermarkten. Dann doppelt so viele."
Heute viermal so viel.
Problem 2016: Magazine entwickeln Testbriefe. Rose entwickelt
aufs Lastenheft: Magazintest Note 1. "Problem: Du verhinderst
Innovation. Testbrief gleich geblieben, wir stecken Millionen in
Entwicklung."
Anatol startet Head of Marketing. Drei Jahre: Logo gestreamlined,
Color und Graphics verändert, minimalistische Linie. Seit acht
Jahren Design Gen München. Sieben Jahre her Director Product
& Brand, gesamter Wandel: patriarchisch zu Management
geführt, klassisch zu Experience-Based Design.
Teams jetzt in Erlebnissen organisiert. Tribes: Brand Manager,
Produkt Manager, Marketing Manager, Content Manager,
Communications Manager, Grafik Designer in einem Team.
Radsport-Experiences: Race (Wettkämpfer), Adventure (Abenteurer),
Adrenalin (Wagemutige). Urban: Comfort, Utility, Statement.
Experience Codes: Bedürfnisstrukturen emotional wecken ohne
Worte. Nur übers Produkt, Bild, Bewegtbild.
2014, 107 Jahre nach Gründung, erster Store München. Acht Jahre
Pause, dann Köln, Berlin, Hamburg. Jede Millionenstadt
erschlossen. Bis 2019 Custom-Made Einzelradmontage, gedeckelt
20.000 Fahrräder. Heute viermal so viele, drei Viertel Umsatz
daraus. Einzelradmontage verlassen, Marke skalieren.
Anatols Mantra: "Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch,
eher kybernetisch. Kreisläufe funktionieren. Anspannung und
Entspannung leben. Gutes Design ist nicht im Gleichgewicht – es
IST Gleichgewicht."
Key Learnings:
• 119 Jahre: Von Kachelöfen zu Carbon • Experience-Based Design:
Teams in Erlebnissen statt Kategorien • Tribes statt Hierarchie:
Interdisziplinär Race/Adventure/Adrenalin • Testbrief verhindert
Innovation • D2C-Geschäftsmodell: Marke direkt an Kunden • Design
IST Gleichgewicht • Angestaubt zu Love Brand in 10 Jahren
Perfekt für: Designer, Produktmanager, Marketer,
Radsportler, Transformations-Interessierte.
Zitat:
"Mir ist Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch, eher
kybernetisch. Kreisläufe müssen funktionieren. Gutes Design ist
nicht im Gleichgewicht – es IST Gleichgewicht." – Anatol
Soestmann
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