Echte Gefühle haben immer Platz – wenn man weiss, wie

Echte Gefühle haben immer Platz – wenn man weiss, wie

vor 1 Woche
58 Minuten
Podcast
Podcaster
In diesem Podcast spricht der Psychologe, Coach und Kommunikationstrainer David Rossi mit Führungspersonen und Expert:innen über die Kunst, authentisch, klar und wertschätzend zu führen.

Beschreibung

vor 1 Woche

Gehören Gefühle in den Führungsalltag? Und wenn ja – wie? In
dieser Folge spricht David Rossi mit Luana Almonte, HR-Leiterin
und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Gebäudeversicherung
Bern. Es geht um das Bauchgefühl als Kompass, um den Unterschied
zwischen echten Gefühlen und moralischen Urteilen, um
Wertschätzung jenseits von Lob – und um die Frage, was stimmige
Führung von «richtiger» Führung unterscheidet.


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Gesprächswiedergabe – Folge 3


Gefühle gehören dazu – Warum Wertschätzung und Emotionen Führung
stärker machen



Podcast: Du führst. – Der Podcast für klare,
wertschätzende Führung


Host: David Rossi, Psychologe und Coach


Gast: Luana Almonte, HR-Leiterin und Mitglied
der Geschäftsleitung, Gebäudeversicherung Bern (GVB)


Dauer: ca. 64 Minuten


Datum: 24.03.2026


Hinweis: Dieser Text wurde aus einer
automatischen Transkription in Schweizer Mundart erstellt und
redaktionell aufbereitet. Einzelne Aussagen können vom Original
abweichen. Der Text dient als Zusammenfassung des Gesprächs und
gibt die wesentlichen Inhalte sinngemäss wieder.


Einführung


David Rossi begrüsst Luana Almonte als Gast der dritten Folge von
«Du führst.». Sie kennen sich seit rund 20 Jahren – damals
wohnten sie im selben Haus im Fischermätteli in Bern. Nach langer
Zeit ohne Kontakt fanden sie sich auf LinkedIn wieder, wo Davids
Eindruck von Luanas Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Ruhe den
Anstoss gab, sie für ein Podcast-Gespräch anzufragen.


Das Gespräch dreht sich um die Bedeutung von Gefühlen in der
Führung, um Vertrauen und Kontrolle sowie um Wertschätzung im
Arbeitsalltag.


Luana Almonte und die GVB


Luana stellt sich als ehemalige Basketballspielerin, stolze
Ehefrau einer Ehefrau und Migrantin vor. Ihre Eltern wanderten
aus Italien – aus der Region Neapel – in die Schweiz ein. Sie hat
unter anderem einen Bachelor in Sozialer Arbeit.


Sie arbeitet bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB), einem
öffentlich-rechtlichen Unternehmen mit Monopolstellung im Kanton
Bern. Dort sind sämtliche Gebäude gegen Feuer- und
Elementarschäden versichert. Zum Konzern gehören zudem zwei
Tochtergesellschaften für Zusatzversicherungen. Insgesamt
beschäftigt die GVB rund 300 Mitarbeitende sowie etwa 150 externe
Schätzungsexperten und Instruktoren. Luanas HR-Team umfasst acht
Personen.


HR: Zwischen Verwaltung und Gestaltung


Luana beschreibt die Doppelrolle von HR: Einerseits die
transaktionalen Pflichtaufgaben wie Löhne und Mutationen – «das
muss einfach stimmen». Andererseits die transformationalen
Themen, die sie besonders reizen: Kulturentwicklung,
Leadership-Entwicklung, digitale Transformation und die
Begleitung von Veränderungsprozessen.


Luana betont: «Ich bin Gestalterin, nicht Verwalterin.» Die
Grösse der GVB schätzt sie, weil sie die Leute persönlich kennt.
In einem anonymen Grosskonzern hätte sie zu wenig Zugang zu den
Menschen.


Von der sozialen Arbeit zum Personalwesen


Der Umstieg von der sozialen Arbeit ins HR sei gar nicht so gross
gewesen, sagt Luana. «Das Herz hat schon immer für Menschen
geschlagen.» Im Sozialbereich geht es darum, dass
Rahmenbedingungen stimmen, damit Menschen weiterkommen. Im HR sei
es im Kern dasselbe – einfach in einem anderen Kontext.


Als Mitglied der Geschäftsleitung schätzt sie den Einfluss: «Du
kannst für Leute einstehen, die nicht am Tisch mit der
Geschäftsleitung sitzen.»


Fachkräftemangel und Employer Branding


Der Fachkräftemangel hat das Bewusstsein für Employer Branding
geschärft. Luana sieht Benefits wie Parkplatz, Kaffee oder
Verpflegung als Hygienefaktoren – vergleichbar mit dem Lohn: «Das
muss stimmen, aber das bindet niemanden langfristig.»


Was wirklich bindet, ist ein sinnvoller Job, ein gutes Team, eine
gute Kultur und eine gute Führungskraft. «Wenn Leute wegen dem
Lohn kommen, gehen sie wahrscheinlich auch wegen dem Lohn.»


Gefühle und Emotionen in der Führung


David spricht Luanas emotionale Präsenz an. Luana bestätigt: «Bei
mir merkt man sehr schnell, wie es mir geht.» Sie sei meistens
positiv, optimistisch, vorwärtsgerichtet.


Auch im Job lässt sie ihr Bauchgefühl zu. David erzählt, er habe
als Führungskraft mehrmals erlebt, dass er besser auf sein
Bauchgefühl hätte hören sollen, – etwa bei der Rekrutierung.


Auf die Frage, ob Gefühle in die Führung gehören, antwortet Luana
klar: «In einem Unternehmen arbeiten Menschen, und Menschen haben
zum Glück Emotionen und Gefühle.» Wichtig sei aber, dass
Emotionen konstruktiv eingesetzt werden – am richtigen Ort und
zum richtigen Zeitpunkt.


Gewaltfreie Kommunikation: Bedürfnisse statt Urteile


David vertieft das Thema Gefühle mit dem Konzept der Gewaltfreien
Kommunikation (GFK). Er erklärt den Unterschied zwischen echten
Gefühlen und Pseudo-Gefühlen: «Ich fühle mich manipuliert» sei
kein Gefühl, sondern ein moralisches Urteil über die andere
Person. Echte Gefühle wären stattdessen: frustriert, verletzt,
irritiert.


Zentral ist die Unterscheidung zwischen Auslöser und Ursache:
Wenn jemand 20 Minuten zu spät kommt, kann das Frustration
auslösen – die Ursache des Gefühls liegt aber im eigenen
Bedürfnis nach Verlässlichkeit, das in dieser Situation nicht
erfüllt wurde. Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht es,
Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, statt der
anderen Person Vorwürfe zu machen.


Gefühle verweisen immer auf Bedürfnisse wie zum Beispiel
Sicherheit, Verlässlichkeit, Erholung, Orientierung, Klarheit.
Wenn man auf dieser Ebene spricht, findet man immer gemeinsamen
Boden – denn Bedürfnisse sind universell und nicht angreifbar.


Stimmige statt richtige Führung


Luana spricht über den Anspruch, als Führungskraft alles wissen
und alles richtig machen zu müssen. Sie hat sich davon gelöst:
«Ich weiss nicht immer, ob das jetzt richtig oder falsch ist.»
Statt von richtiger und falscher Führung spricht sie lieber von
stimmiger Führung.


Stimmige Führung bedeutet für sie: authentisch, transparent und
reflektiert sein. Die Wirkung solcher Führung zeige sich in der
Reaktion der Mitarbeitenden, im Engagement des Teams und in der
Performance.


Dahinter steht ein positives Menschenbild: «Wir gehen immer davon
aus, dass die Leute gerne schaffen und etwas bewirken wollen.»
Wenn Motivation oder Leistung nicht stimmen, sei die Frage nicht,
was mit der Person falsch ist – sondern was im System, in der
Organisation oder in den Strukturen fehlt.


Was Wertschätzung wirklich bedeutet


Das Thema Wertschätzung taucht laut David in fast jedem Konflikt
zwischen Führung und Mitarbeitenden auf – auch Führungskräfte
beklagen häufig fehlende Wertschätzung von oben. Luana kennt das
auch. Sie sagt: Wenn man zehn Leute fragt, was sie unter
Wertschätzung...
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