Data Act und Windenergie aus Verbandssicht

Data Act und Windenergie aus Verbandssicht

vor 1 Woche
mit Stefan Grothe
47 Minuten
Podcast
Podcaster
Der Podcast zu EU Data Act

Beschreibung

vor 1 Woche
Thema von Folge 39 des Data Navigator Podcast ist - mal wieder -
die Bedeutung des Data Act für die Windenergie. Unser Gast ist
Stefan Grothe, Fachreferent Technik beim Bundesverband Windenergie
(BWE), dem mit über 17.000 Mitgliedern größten Verband im Bereich
der erneuerbaren Energien. Wir starten mit einem Überblick über das
Windenergie-Ökosystem: Wer sind die typischen Beteiligten – von
Betreibern und Betriebsführern über Hersteller und freie
Serviceanbieter bis hin zu Direktvermarktern und Netzbetreibern?
Stefan Grothe erklärt, warum die Betreiberstruktur in Deutschland
besonders heterogen ist – von der Bürgerenergiegesellschaft bis zum
großen Energieversorger. Ein Schwerpunkt liegt auf den Daten, die
an Windenergieanlagen anfallen: Leistungsdaten, Wetterdaten,
Temperatur, Schwingungsüberwachung und Spannungsdaten –
üblicherweise als Zehn-Minuten-SCADA-Daten . Besonders spannend:
Der Datenfluss ist bidirektional – Netzbetreiber und
Direktvermarkter können Anlagen auch aktiv steuern, etwa bei
Netzengpässen oder negativen Strompreisen. Wir diskutieren, welche
neuen Möglichkeiten der Data Act eröffnet: höher aufgelöste Daten
für besseres Condition Monitoring, präzisere Vorhersagen zur
Lebensdauer von Großkomponenten und neue Geschäftsmodelle rund um
Predictive Maintenance. Dabei spielen auch Subsysteme eine wichtige
Rolle – etwa Condition-Monitoring-Systeme an Getriebe, Lagern und
Rotorblättern, deren Daten bisher oft beim Hersteller oder
Dienstleister verbleiben. Beim Thema Geschäftsgeheimnisse und
IP-Schutz zeigt sich Stefan Grothe differenziert: Reverse
Engineering über Datenanalysen sei grundsätzlich denkbar, aber in
der Praxis erst nach langer Betriebszeit relevant, wenn
unabhängiger Service überhaupt möglich wird. Deutlich wird auch,
dass die Kenntnis über den Data Act in der Branche noch lückenhaft
ist. Zum Abschluss wirft Stefan Grothe einen Blick auf
wirtschaftliche Treiber: Sinkende Haftungscaps in
Wartungsverträgen, steigende Anforderungen an Stromgestehungskosten
und die zunehmende Bedeutung besserer Datenanalysen für Versicherer
und Finanzierer machen den Data Act für die Branche strategisch
relevant.
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