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Episoden

58 Minuten
Martin Schirmbacher und Hubertus von Roenne sprechen mit Dr. Nima Barraci, der seit 25 Jahren in der Luftfahrt arbeitet und bei der Lufthansa Group die Group Data Strategyverantwortet. Ein modernes Verkehrsflugzeug zeichnet Zehntausende Parameter auf. Wer auf diese Daten zugreifen kann, entscheidet weitgehend darüber, wann Komponenten getauscht, wo sie gewartet und wo Ersatzteile vorgehalten werden. Nima erklärt, warum Airlines gegen das Duopol der Flugzeughersteller bisher wenig ausrichten konnten und welche Transparenz der Data Act schon gebracht hat. Er sagt auch, warum ihn das Argument der Geschäftsgeheimnisse bisher nicht überzeugt. Außerdem geht es um interne Kommunikation als Erfolgsfaktor, um den Trend zur On-Device-Computation, der den Datenzugang wieder verschließen könnte, und um Nimas Wunsch an die Politik, dem Data Act Zeit zu geben.
57 Minuten
In der 50. Folge des Data Navigator Podcast geht es ins Handwerk. Martin Schirmbacher und Hubertus von Roenne sprechen mit Dr. Fabian Schnabel, der beim Fachverband Tischler NRW die Beratungsstelle für Innovation und Technologie leitet und die Digitalisierungsdebatten in Brüssel seit Jahren aus Sicht des Handwerks begleitet. Am Beispiel einer Hotelsanierung, an der mehrere Tischlereien gemeinsam arbeiten, zeigt Fabian, wie Daten in der Werkstatt zwischen CAD, CAM, ERP und den CNC-Maschinen verschiedener Hersteller fließen und wo sie steckenbleiben. Fehlende Interoperabilität und Vendor-Lock-in spürt nahezu jeder Betrieb, ohne die Hebel des Data Act zu kennen. Zugleich hilft der Data Act nur begrenzt, weil viele relevante Daten in Software und nicht in vernetzten Produkten liegen. Weitere Themen sind der Digitale Produktpass, der für Möbel kommt und bei Einzelanfertigungen unverhältnismäßigen Aufwand verursachen kann, Standards wie ECLASS und IDM, die Rolle der Innungen als Bündler der Interessen kleiner Betriebe und die Frage, was der Digital Omnibus für offene Schnittstellen bringen müsste.
60 Minuten
Ein Jahr nach Wirksamwerden des Data Act ziehen wir Bilanz und gehen der Frage nach, warum trotz der neuen Ansprüche noch immer so wenig Daten fließen. Ausgangspunkt ist ein Rückblick auf unsere Predictionfolge vom 12. September 2025 und unser Aufsatz im aktuellen PinG-Heft. Der Befund fällt nüchtern aus: Der Markt wartet ab, eine belastbare Durchsetzung fehlt bislang vollständig. Es gibt kein Bußgeld, kein Urteil, keine bekannte Abmahnung. Mit dem Digital Omnibus ist zudem eine Entwicklung hinzugekommen, die vor einem Jahr so niemand kommen sah. Im Hauptteil ordnen Hubertus von Roenne und Martin Schirmbacher ein, warum so zurückhaltend geteilt wird. Datenschutz und Geschäftsgeheimnisse erweisen sich bei Lichte betrachtet als stumpfe Schwerter; real bremsen andere Faktoren, allen voran ein Mehrwertversprechen, das vor der eigentlichen Innovation zwangsläufig vage bleibt, dazu fehlende Standards, fehlende Datenkompetenz und ein Wert-Risiko-Kalkül, das sich in vielen Unternehmen bislang nicht zu Gunsten des Teilens auflöst. Wir hinterfragen auch unsere These vom Vorjahr, wonach Bewusstseinsarbeit durch Berater allein das Problem lösen werde. Im Ausblick geht es um die Rolle der Bundesnetzagentur zwischen Enabler und Durchsetzer, um Datenschutzbeauftragte als mögliche Enabler statt Bremser und um den Stand des Digital Omnibus, insbesondere beim Direktzugang. Als Aufhänger dient die seit dem 12. September 2026 geltende Access-by-Design-Pflicht. Den Abschluss bilden drei Prognosen für das zweite Jahr Data Act.
55 Minuten
In Folge 48 des Data Navigator Podcast sprechen Martin Schirmbacher und Hubertus von Roenne mit Martin Wietkamp, Senior Counsel bei Bayer, über den Data Act in einem Konzern, der beim Datenteilen auf beiden Seiten des Tisches sitzt. Martin Wietkamp begleitet das Digital-Farming-Geschäft von Bayer seit dessen Aufbau im Jahr 2014, verantwortet heute die Region Europa, Naher Osten und Afrika und betreut zusätzlich als IT-Rechtsleiter die Einkaufsverträge des Konzerns. Der Einstieg führt in die Vertragspraxis: In den Standardbedingungen der Cloud- und Softwareanbieter wird der Data Act nach seiner Beobachtung oft nur verkürzt abgebildet – beim Wechsel des Anbieters soll der Kunde die Inputdaten zurückbekommen, die Outputdaten und die digitalen Vermögenswerte aber nicht. Anschließend spannt er den Bogen über zehn Jahre Agrardatenrecht, insbesondere über den EU Code of Conduct on Agricultural Data Sharing von 2018, der aus seiner Sicht zeigte, dass in der Landwirtschaft gerade kein Marktversagen vorliegt. Umso mehr hat ihn der erste, rein horizontale Data-Act-Entwurf überrascht. Konkret wird es bei den Rollen: Bayer ist großer Nutzer vernetzter Produkte, von der Fabrikanlage bis zum Laborgerät, und zugleich u.a. Hersteller zweier kleiner vernetzter Produkte im Digital Farming: der MagicTrap, einer digitalen Gelbschale mit Kamera und Bilderkennung, und dem FieldView Drive. Beide gewähren den Landwirten bereits direkten Zugang. Das ist letztlich auch Geschäftsmodell der Angebote und Herausgabeverlangen sind deshalb bislang nicht auf seinem Schreibtisch gelandet. Beim Thema Geschäftsgeheimnisse arbeitet er mit einem Sprayer-Beispiel, das später in Positionspapiere von CropLife Europe eingegangen ist: Rohbild und Sensordaten gehören dem Landwirt, Umwandlungssoftware und Ausgabedaten nicht. Zum Schluss geht es um den Gesetzgeber. Sein Befund ist deutlich: Zu viele Definitionen sind unklar, zu viele Leitentscheidungen faktisch an die Gerichte ausgelagert. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht ein einheitliches horizontales EU-Datengesetz mit allgemeinem Teil und getrennten Teilen für personenbezogene und nicht personenbezogene Daten. Man wird ja noch wüünschen dürfen...
43 Minuten
In Folge 47 des Data Navigator Podcast widmen sich Martin Schirmbacher und Hubertus von Rönne einem Thema, das seit Inkrafttreten des Data Act immer wieder als Totschlagargument ins Feld geführt wird: DSGVO als vermeintlicher Blocker für Datenherausgabeansprüche. Anlass ist unter anderem die 3. Denkwerkstatt der Bundesdatenschutzbeauftragten zum Data Act, die in der Vorwoche stattgefunden hat. Die Ausgangslage ist klar: Der Data Act gilt ausdrücklich auch für personenbezogene Daten. Im Konfliktfall geht die DSGVO vor – aber einen solchen Konflikt gibt es in der Praxis kaum. Das zentrale Werkzeug zur Auflösung vermeintlicher Spannungen ist der relative Personenbezug: Ob Daten personenbezogen sind, beurteilt sich nicht abstrakt, sondern aus Sicht des jeweiligen Verantwortlichen. Am Busfahrer-Beispiel machen Martin und Hubertus das greifbar: Für die Berliner BVG haben die Fahrerdaten Personenbezug – sie weiß, wer wann welchen Bus gefahren hat. Für den Bushersteller, der nur Fahrzeugdaten ohne Login empfängt, fehlt diese Zuordnung in der Regel. Im Windpark-Beispiel kann es umgekehrt sein: Der Hersteller kennt seine Wartungsmitarbeiter, der Windparkbetreiber in aller Regel nicht. Daraus folgt ein wichtiges Zwischenergebnis: Derselbe Datensatz kann für die eine Seite personenbezogen sein und für die andere nicht – und in der Data-Act-Konstellation ist es häufig so, dass gerade der Empfänger keinen Personenbezug herstellen kann. Wo doch Personenbezug beim Empfänger entsteht, braucht dieser eine Rechtsgrundlage nach der DSGVO – typischerweise berechtigte Interessen. Der Hersteller wiederum kann sich für die Übermittlung auf Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. c DSGVO (rechtliche Verpflichtung aus dem Data Act) stützen. Im letzten Teil ordnen Martin und Hubertus die Zuständigkeitsfragen: Die Bundesnetzagentur ist im Lead für Data-Act-Beschwerden, muss aber die BfDI einbinden, sobald es um personenbezogene Daten geht. Die Landesdatenschutzbehörden bleiben für klassische DSGVO-Verstöße zuständig – etwa wenn ein Landwirt nicht möchte, dass John Deere seine personenbezogenen Daten verarbeitet.
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Über diesen Podcast

Der EU Data Act verändert die Rahmenbedingungen für den Zugang zu und den Umgang mit Daten in der gesamten EU. Er betrifft Unternehmen nahezu aller Branchen – vom Hersteller vernetzter Produkte und Cloud-Dienstleistern zu deren Nutzern. Der Data Act schafft die Grundlage für datengetriebene Geschäftsmodelle. Dieser Podcast beleuchtet Chancen und Compliance Temen, die sich aus dem Data Act ergeben.
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„Data Navigator“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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