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Beschreibung
vor 1 Tag
Thema von Folge 46 des Data Navigator Podcast sind Datenräume und
digitale Souveränität in Europa. Unser Gast ist Ulrich Ahle, CEO
von Gaia-X und zuvor langjähriger CEO der FIWARE Foundation. Ulrich
bringt über dreißig Jahre Erfahrung in der IT-Branche mit – von
Nixdorf Computer über Siemens bis Atos – und ist nebenbei
ehemaliger Ortsvorsteher von Etteln, dem „digitalsten Dorf
Deutschlands". GAIA-X ist kein europäischer Hyperscaler. Die
Zielsetzung war und ist eine andere: Basierend auf dem europäischen
Wertesystem ein Regelwerk und Open-Source-Software zu schaffen, die
vertrauensvolle, dezentrale Datenräume ermöglichen. Die zwei
wesentlichen Bausteine von GAIA-X sind digitale Identitäten und ein
Compliance-Dokument mit 62 Regeln, das vier Souveränitätsstufen
abbildet – vom GAIA-X Label Standard bis Level 3. In der höchsten
Stufe können die Anforderungen nur von europäischen Anbietern
erfüllt werden – um sicherzustellen, dass Services nicht
extraterritorialen Rechten wie dem US Cloud Act unterliegen.
Praxisbeispiel: Catena-X ist der Pionier-Datenraum der
Automobilindustrie, betrieben von Cofinity-X. Prominentester Use
Case: der digitale Batteriepass, der ab dem 18. Februar 2027
rechtlich verpflichtend wird und 108 Datenpunkte über den gesamten
Lebenszyklus einer Batterie abbilden muss – von den Rohmaterialien
über den CO₂-Fußabdruck bis zur Restkapazität. Ein Datenraum
reduziert dabei die Komplexität gegenüber bilateralem
Datenaustausch dramatisch. Ulrich betont: Die Technologie wurde
anfangs von großen Unternehmen mit IT-Kapazität angewendet – aber
die Ökosysteme umfassen auch den kleinen 15-Personen-Betrieb. Seit
drei Wochen gibt es ein neues Förderprogramm des BMWK
(Accelerator), das 2025 weitere 1.000 Unternehmen an Catena-X
anbinden soll – mit einer Förderung zwischen 15.000 und 30.000 Euro
pro Betrieb. Digitale Souveränität und der Data Act Gaia-X stellt
die Infrastruktur bereit, um den Data Act zu implementieren. Doch
die Nutzung muss auch tatsächlich erfolgen. Die Kombination aus
Datenraumtechnologie und dem Recht auf Datenzugang nach dem Data
Act könnte die Bereitschaft zum Datenteilen erhöhen: Wer Daten in
einem vertrauensvollen Datenraum teilt, kann technisch erzwingen,
was der Empfänger mit den Daten machen darf und auch den Zeitraum
festlegen. Internationalisierung: Geographical Extension Da der
Data Act nur in Europa gilt, globale Lieferketten aber
grenzüberschreitende Datenflüsse erfordern, arbeitet GAIA-X an
einer geografischen Erweiterung des Trust Frameworks (z. B. Japan,
Korea, Kanada, Brasilien). China hat sich die Konzepte ebenfalls
genau angeschaut und plant bis 2028 rund 100 eigene Trusted Data
Spaces. Auch afrikanische Länder zeigen Interesse daran, das
europäische Modell zu übernehmen. Season Two of Data Spaces Ulrichs
zentrale Botschaft: Die Technologie ist nach fünf bis sieben Jahren
Entwicklung ausreichend vorhanden. Was jetzt fehlt, ist Adaption,
operativer Betrieb und ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Am
Beispiel des gescheiterten französischen Agrar-Datenraums
„AgDataHub" zeigt er, was passiert, wenn das Betriebsmodell fehlt.
Sein Appell an die Politik: dem Beispiel Frankreichs folgen und
Förderungen an die Pflicht knüpfen, einen Datenraum in die
Marktreife zu überführen.
digitale Souveränität in Europa. Unser Gast ist Ulrich Ahle, CEO
von Gaia-X und zuvor langjähriger CEO der FIWARE Foundation. Ulrich
bringt über dreißig Jahre Erfahrung in der IT-Branche mit – von
Nixdorf Computer über Siemens bis Atos – und ist nebenbei
ehemaliger Ortsvorsteher von Etteln, dem „digitalsten Dorf
Deutschlands". GAIA-X ist kein europäischer Hyperscaler. Die
Zielsetzung war und ist eine andere: Basierend auf dem europäischen
Wertesystem ein Regelwerk und Open-Source-Software zu schaffen, die
vertrauensvolle, dezentrale Datenräume ermöglichen. Die zwei
wesentlichen Bausteine von GAIA-X sind digitale Identitäten und ein
Compliance-Dokument mit 62 Regeln, das vier Souveränitätsstufen
abbildet – vom GAIA-X Label Standard bis Level 3. In der höchsten
Stufe können die Anforderungen nur von europäischen Anbietern
erfüllt werden – um sicherzustellen, dass Services nicht
extraterritorialen Rechten wie dem US Cloud Act unterliegen.
Praxisbeispiel: Catena-X ist der Pionier-Datenraum der
Automobilindustrie, betrieben von Cofinity-X. Prominentester Use
Case: der digitale Batteriepass, der ab dem 18. Februar 2027
rechtlich verpflichtend wird und 108 Datenpunkte über den gesamten
Lebenszyklus einer Batterie abbilden muss – von den Rohmaterialien
über den CO₂-Fußabdruck bis zur Restkapazität. Ein Datenraum
reduziert dabei die Komplexität gegenüber bilateralem
Datenaustausch dramatisch. Ulrich betont: Die Technologie wurde
anfangs von großen Unternehmen mit IT-Kapazität angewendet – aber
die Ökosysteme umfassen auch den kleinen 15-Personen-Betrieb. Seit
drei Wochen gibt es ein neues Förderprogramm des BMWK
(Accelerator), das 2025 weitere 1.000 Unternehmen an Catena-X
anbinden soll – mit einer Förderung zwischen 15.000 und 30.000 Euro
pro Betrieb. Digitale Souveränität und der Data Act Gaia-X stellt
die Infrastruktur bereit, um den Data Act zu implementieren. Doch
die Nutzung muss auch tatsächlich erfolgen. Die Kombination aus
Datenraumtechnologie und dem Recht auf Datenzugang nach dem Data
Act könnte die Bereitschaft zum Datenteilen erhöhen: Wer Daten in
einem vertrauensvollen Datenraum teilt, kann technisch erzwingen,
was der Empfänger mit den Daten machen darf und auch den Zeitraum
festlegen. Internationalisierung: Geographical Extension Da der
Data Act nur in Europa gilt, globale Lieferketten aber
grenzüberschreitende Datenflüsse erfordern, arbeitet GAIA-X an
einer geografischen Erweiterung des Trust Frameworks (z. B. Japan,
Korea, Kanada, Brasilien). China hat sich die Konzepte ebenfalls
genau angeschaut und plant bis 2028 rund 100 eigene Trusted Data
Spaces. Auch afrikanische Länder zeigen Interesse daran, das
europäische Modell zu übernehmen. Season Two of Data Spaces Ulrichs
zentrale Botschaft: Die Technologie ist nach fünf bis sieben Jahren
Entwicklung ausreichend vorhanden. Was jetzt fehlt, ist Adaption,
operativer Betrieb und ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Am
Beispiel des gescheiterten französischen Agrar-Datenraums
„AgDataHub" zeigt er, was passiert, wenn das Betriebsmodell fehlt.
Sein Appell an die Politik: dem Beispiel Frankreichs folgen und
Förderungen an die Pflicht knüpfen, einen Datenraum in die
Marktreife zu überführen.
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