Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"
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Beschreibung
vor 4 Tagen
Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen erfolgen unmittelbar, aber
ihre Deutungen und Interpretationen sind kulturell geprägt. Und
wir betten sie ein in Theorien, die uns einleuchten und schlüssig
erscheinen, sodass wir manches, das geschieht, besser
nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen können. Wenn wir also
über unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen nachdenken, schauen wir
gewissermaßen mit einer „getönten Brille“ auf die Welt. Doch
welche „Tönung“ hat unsere jeweilige Weltsicht, welche Theorie,
welche Theorien haben uns geprägt? Mich (Frank) z. B. hat das
Denken des britischen und als „Ruheständler“ in den USA lehrenden
Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947)
besonders angesprochen, einige seiner Werke habe ich vor ca.
vierzig Jahren während meines Studiums in den USA gelesen. Was er
entworfen hat, nennt sich „Prozess-Philosophie“ oder auch
„Organismus-Philosophie“. In dieser Episode stelle ich im
Gespräch mit Didi vor, welche Aspekte seines Denkens mir bis
heute wichtig sind – in der Hoffnung, dass ich Whitehead’s
Überlegungen einigermaßen richtig verstanden habe. Allerdings
kommen alle Philosophien an ihre Grenzen, wenn es um
„Sinnlosigkeit“ – und ich denke hier insbesondere an menschliche
Grausamkeit und Gewalt – geht, die sich philosophisch, so meine
ich, nicht erklären lässt. Aber will „Philosophie“ das? Muss sie
dies überhaupt können? Bietet hier nicht Religion, die religiöse
Erzählung, den geeigneteren Zugang? Oder etwas ganz Anderes?
In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt
erläutern – mit anderer Brillentönung …
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