Episoden

Es bröckelt - Demokratie in Gefahr?!
15.07.2026
1 Minute
Das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen schwindet – so zumindest heißt es immer wieder und bestätigt sich durch Wahlergebnisse und Umfragen. Wem es gelingt, Andersdenkende in die Enge zu treiben, wer es schafft, Politikerinnen und Politiker in Widersprüche zu verwickeln, wird gehört und darf mit dem Applaus einer zunehmend breiteren Öffentlichkeit rechnen. Lösungsorientiert ist das nicht, und indem wir uns gerne mitreißen lassen von einem allgemeinen Genörgele, tragen wir zum gesellschaftlichen Unmut bei. Woher kommt diese Stimmung, die uns dann zunehmend Sorgen machen lässt um den Zustand unserer Demokratie? Gewiss, es gibt Dinge, die laufen nicht gut. Zudem leben wir in einer Zeit voller Krisen. Andererseits ist das nicht neu. Die Zeit 1949 bis 1989 war ebenfalls geprägt von zahlreichen Krisen – international (Kalter Krieg, Koreakrieg, Kongo-Krise, Kuba-Krise, Vietnamkrieg …) wie national (Ölkrisen, Arbeitslosigkeit, „Deutscher Herbst“ 1977 …). Letztlich gibt es nie nur einen Grund für bestimmte Entwicklungen, sondern eine Vielzahl von Ursachen und Hintergründen, die bei der Betrachtung der aktuellen Lage zu berücksichtigen sind. Einige davon versuchen wir in dieser Episode zu entdecken und zu erhellen. Denn aus Misstrauen und Angst entstehen keine guten Lösungen. Sicher, an der ein oder anderen Stelle bröckelt es – doch wenn auch unsere Lust auf Zukunft bröckelt, was dann? Da machen wir uns jetzt ran …!
Mehr
Alles Echo oder was?
15.06.2026
1 Minute
In der Natur dient das Echo vielen Tieren zur Orientierung. Stehen wir jedoch z.B. an einem Waldrand, dann gilt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Anders ausgedrückt: Man hört sich selbst. So ein Echo kann Spaß machen, doch wird es zum Problem, wenn unsere Kommunikation insgesamt nur noch dazu dient, dass wir uns selbst hören. In der Folge nämlich leben wir dann in „Blasen“, in denen wir uns vorwiegend nur noch selbst wahrnehmen und uns in „Echoräumen“ selbst bestärken. Das Phänomen selbst ist alt, doch die sogenannten „Sozialen Medien“ und dazugehörige Algorithmen verstärken dies. Umso wichtiger ist es zu schauen, wo es Begegnungsräume gibt, in denen unterschiedlichste Menschen aufeinandertreffen und im besten Falle zu echter, konstruktiver, weiterführender Kommunikation finden. Mehr noch: Wo und wie können wir solche Räume schaffen? Wenn es nur noch ums Rechthaben geht, kommen wir nicht wirklich voran – weder als Einzelne noch als Gesellschaft. In der Begegnung mit fundamentalistischen Positionen jedoch stoßen wir unweigerlich an unsere Grenzen. Und was dann? Irgendwo in diesem Raum zwischen Echo, Blase und echter Verständigung bewegen wir uns in dieser Episode. Dabei stoßen wir auf viele Ideen. Überhaupt: Wie wär’s mal mit Ikkimel beim nächsten Kirchenkonzert?  
Mehr
Vom Leid mit dem Leid ...
15.05.2026
33 Minuten
Dass wir in unserem Leben absurde, schmerzhafte, leidvolle, gar sinnlose Erfahrungen machen, lässt sich kaum bestreiten. Doch wie gehen wir damit um? Schon immer bedeutete dies eine Herausforderung für Menschen. Ein Mythos im alten Griechenland etwa handelt von Sisyphos: der „Held“ muss stets von neuem unter großen Mühen einen Stein den Berg hinaufwälzen, doch kurz vor dem Ziel rollt dieser jedes Mal zurück und die Arbeit beginnt aufs Neue … (Im Lied „17 Millimeter“ singt Hildegard Knef davon, neu interpretiert u.a. von Lisa Bassenge.) Wie lässt sich das mit Blick auf unser Leben interpretieren? In religiösen Kontexten wiederum gibt es verschiedene Vorstellungen, wenn es um diese Welt und das Leid in ihr geht: Reinkarnation, Vertröstung oder Kreuzigung. Der Blick geht weg von dieser Welt, aus der Welt und ihrem Leid hinaus – oder mitten in sie hinein. Das hat jeweils Konsequenzen, die wir in dieser Episode näher betrachten. Entsprechend mancher Vorstellung versucht man, sich selbst zu perfektionieren, um – religiös gesprochen – in den „Himmel“, in das „Nirvana“ … zu gelangen, oder um – säkular formuliert – die Welt zu retten. In anderer – sogar auch christlicher – Vorstellung ist genau das aber nicht so wichtig, denn es geht um dieses Leben hier und darum, (mehr oder weniger) Gutes zu tun aus Lebensfreude, nicht um etwas zu erreichen. Ein Stück weit aber bleiben wir sprachlos oder werden gar widersprüchlich, haben unser Leid mit dem Leid.
Mehr
Und jetzt Hegel: Dialektik-Brille – oder klarer Blick?
14.04.2026
1 Minute
Die Zeit vom 18. zum 19. Jahrhundert war in der Geistesgeschichte eine ungeheuer fruchtbare Epoche. Kant, Herder, Hölderlin, Schelling oder auch Goethe können hier als Beispiele genannt werden. Zu den ganz Großen zählt gewiss Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Dass die Geschichte einem Muster folgt, welches wir „Dialektik“ nennen, und dass die Welt fortschreitet – dies und mehr gehört zu seinem Denken. Dabei spielt der „Geist“ eine ganz besondere Rolle. Widersprüche und Spannungen bringen die Welt voran, indem sie in immer wieder neuen Synthesen „aufgehoben“ werden. Freilich kann es auch in dieser Episode lediglich um einzelne Aspekte gehen. Am Ende jedoch stellt sich die Frage, ob die Beschreibung der Sichtweise Hegels nur eine weitere Brillentönung bei der Betrachtung der Welt darstellt, oder ob es um den „klaren Blick“ geht. Was ist eigentlich „wahr“? Irgendwann werden wir um diese Frage nicht umhin kommen …
Mehr
Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"
15.03.2026
1 Minute
Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen erfolgen unmittelbar, aber ihre Deutungen und Interpretationen sind kulturell geprägt. Und wir betten sie ein in Theorien, die uns einleuchten und schlüssig erscheinen, sodass wir manches, das geschieht, besser nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen können. Wenn wir also über unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen nachdenken, schauen wir gewissermaßen mit einer „getönten Brille“ auf die Welt. Doch welche „Tönung“ hat unsere jeweilige Weltsicht, welche Theorie, welche Theorien haben uns geprägt? Mich (Frank) z. B. hat das Denken des britischen und als „Ruheständler“ in den USA lehrenden Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) besonders angesprochen, einige seiner Werke habe ich vor ca. vierzig Jahren während meines Studiums in den USA gelesen. Was er entworfen hat, nennt sich „Prozess-Philosophie“ oder auch „Organismus-Philosophie“. In dieser Episode stelle ich im Gespräch mit Didi vor, welche Aspekte seines Denkens mir bis heute wichtig sind – in der Hoffnung, dass ich Whitehead’s Überlegungen einigermaßen richtig verstanden habe. Allerdings kommen alle Philosophien an ihre Grenzen, wenn es um „Sinnlosigkeit“ – und ich denke hier insbesondere an menschliche Grausamkeit und Gewalt – geht, die sich philosophisch, so meine ich, nicht erklären lässt. Aber will „Philosophie“ das? Muss sie dies überhaupt können? Bietet hier nicht Religion, die religiöse Erzählung, den geeigneteren Zugang? Oder etwas ganz Anderes?


In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt erläutern – mit anderer Brillentönung …
Mehr

Über diesen Podcast

„Eins aufs Leben!“ kann verstanden werden als „Draufhauen“, aber auch als „Ein Hoch aufs Leben!“ In unserem Podcast denken wir, Didi und Frank, zwei mittsechziger Pensionäre, über Themen nach, die uns immer wieder beschäftigt haben und weiter bewegen. Das Leben steckt voll wunderbarer Ereignisse und ist zugleich voller Tragödien. Es geht uns allerdings nicht um Lebensberatung, sondern um Fragen aus Gesellschaft, Politik, Geschichte, Theologie, Philosophie, aber auch um ethische Herausforderungen und vieles mehr, kurz: Gedanken, die uns helfen, unsere Zeit besser zu verstehen. Und möglichst Perspektiven daraus zu entwickeln.
15
15
Episode teilen
Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"
Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"

Close