Podcaster
Episoden
15.05.2026
33 Minuten
Dass wir in unserem Leben absurde, schmerzhafte, leidvolle, gar sinnlose Erfahrungen machen, lässt sich kaum bestreiten. Doch wie gehen wir damit um? Schon immer bedeutete dies eine Herausforderung für Menschen. Ein Mythos im alten Griechenland etwa handelt von Sisyphos: der „Held“ muss stets von neuem unter großen Mühen einen Stein den Berg hinaufwälzen, doch kurz vor dem Ziel rollt dieser jedes Mal zurück und die Arbeit beginnt aufs Neue … (Im Lied „17 Millimeter“ singt Hildegard Knef davon, neu interpretiert u.a. von Lisa Bassenge.) Wie lässt sich das mit Blick auf unser Leben interpretieren? In religiösen Kontexten wiederum gibt es verschiedene Vorstellungen, wenn es um diese Welt und das Leid in ihr geht: Reinkarnation, Vertröstung oder Kreuzigung. Der Blick geht weg von dieser Welt, aus der Welt und ihrem Leid hinaus – oder mitten in sie hinein. Das hat jeweils Konsequenzen, die wir in dieser Episode näher betrachten. Entsprechend mancher Vorstellung versucht man, sich selbst zu perfektionieren, um – religiös gesprochen – in den „Himmel“, in das „Nirvana“ … zu gelangen, oder um – säkular formuliert – die Welt zu retten. In anderer – sogar auch christlicher – Vorstellung ist genau das aber nicht so wichtig, denn es geht um dieses Leben hier und darum, (mehr oder weniger) Gutes zu tun aus Lebensfreude, nicht um etwas zu erreichen. Ein Stück weit aber bleiben wir sprachlos oder werden gar widersprüchlich, haben unser Leid mit dem Leid.
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14.04.2026
1 Minute
Die Zeit vom 18. zum 19. Jahrhundert war in der Geistesgeschichte eine ungeheuer fruchtbare Epoche. Kant, Herder, Hölderlin, Schelling oder auch Goethe können hier als Beispiele genannt werden. Zu den ganz Großen zählt gewiss Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Dass die Geschichte einem Muster folgt, welches wir „Dialektik“ nennen, und dass die Welt fortschreitet – dies und mehr gehört zu seinem Denken. Dabei spielt der „Geist“ eine ganz besondere Rolle. Widersprüche und Spannungen bringen die Welt voran, indem sie in immer wieder neuen Synthesen „aufgehoben“ werden. Freilich kann es auch in dieser Episode lediglich um einzelne Aspekte gehen. Am Ende jedoch stellt sich die Frage, ob die Beschreibung der Sichtweise Hegels nur eine weitere Brillentönung bei der Betrachtung der Welt darstellt, oder ob es um den „klaren Blick“ geht. Was ist eigentlich „wahr“? Irgendwann werden wir um diese Frage nicht umhin kommen …
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15.03.2026
1 Minute
Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen erfolgen unmittelbar, aber ihre Deutungen und Interpretationen sind kulturell geprägt. Und wir betten sie ein in Theorien, die uns einleuchten und schlüssig erscheinen, sodass wir manches, das geschieht, besser nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen können. Wenn wir also über unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen nachdenken, schauen wir gewissermaßen mit einer „getönten Brille“ auf die Welt. Doch welche „Tönung“ hat unsere jeweilige Weltsicht, welche Theorie, welche Theorien haben uns geprägt? Mich (Frank) z. B. hat das Denken des britischen und als „Ruheständler“ in den USA lehrenden Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) besonders angesprochen, einige seiner Werke habe ich vor ca. vierzig Jahren während meines Studiums in den USA gelesen. Was er entworfen hat, nennt sich „Prozess-Philosophie“ oder auch „Organismus-Philosophie“. In dieser Episode stelle ich im Gespräch mit Didi vor, welche Aspekte seines Denkens mir bis heute wichtig sind – in der Hoffnung, dass ich Whitehead’s Überlegungen einigermaßen richtig verstanden habe. Allerdings kommen alle Philosophien an ihre Grenzen, wenn es um „Sinnlosigkeit“ – und ich denke hier insbesondere an menschliche Grausamkeit und Gewalt – geht, die sich philosophisch, so meine ich, nicht erklären lässt. Aber will „Philosophie“ das? Muss sie dies überhaupt können? Bietet hier nicht Religion, die religiöse Erzählung, den geeigneteren Zugang? Oder etwas ganz Anderes?
In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt erläutern – mit anderer Brillentönung …
In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt erläutern – mit anderer Brillentönung …
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15.02.2026
1 Minute
Aktuelle politische Entwicklungen zu besprechen ist nicht einfach. Erst recht nicht, wenn es um Geopolitik und weltweite Dynamiken geht. Kaum jemand verfügt über alle Informationen und oft bleibt der Diskurs an der Oberfläche haften. Andererseits sind wir nicht nur Zuschauerinnen und Zuschauer des Weltgeschehens, sondern müssen uns entscheiden, wo und wie wir agieren wollen oder tatsächlich handeln müssen. Denn sich nicht zu entscheiden und untätig zu bleiben, das führt ebenfalls zu Konsequenzen. Darum befassen wir uns in dieser Episode mit einem aktuellen Konflikt, nämlich dem Krieg Russlands gegen die Ukraine. Dabei stoßen wir auf die Frage: Wiederholt sich Geschichte? Lassen sich Parallelen entdecken zwischen dem Deutschland der 1920er / 1930er Jahre und Russland seit den 1990er Jahren? Von hier aus öffnet sich ein weites Feld hin zu ökonomischen Betrachtungen und Gefahren für unsere Demokratie. Perspektivisch nehmen wir zugleich Lösungen mit in den Blick – denn vielleicht können wir doch etwas lernen. Oder?
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15.01.2026
1 Minute
Mehr als wir oft denken ist unsere Wahrnehmung von unseren Grundeinstellungen abhängig. Diese grundlegenden Positionen sind letztlich nicht beweisbar, zugleich auch nicht widerlegbar. Sie bewähren sich in dem Maße, wie wir meinen, die Welt damit besser verstehen zu können. Die Antwort auf die Frage: „Ist der Mensch gut?“ hängt daher ebenfalls sehr von unserer Grundüberzeugung ab. Tatsächlich entdecken wir, Didi und Frank, in dieser Episode unsere unterschiedlichen Ausgangspunkte. Sind wir von Geburt an gut, doch das Gute in uns wird manchmal getäuscht und verzerrt, kann aber nie ganz ausgelöscht werden? Oder braucht es einen Geist von außen, der sich mit uns verbindet und zum Guten befähigt? „Geist“ natürlich nicht im Sinne von „Gespenst“, sondern als „Geisteskraft“, die wirkt und in Bewegung setzt. Solche Fragen beschäftigen uns in dieser Episode. Herzliche Einladung zur Mit-Beschäftigung …
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Über diesen Podcast
„Eins aufs Leben!“ kann verstanden werden als „Draufhauen“, aber
auch als „Ein Hoch aufs Leben!“ In unserem Podcast denken wir, Didi
und Frank, zwei mittsechziger Pensionäre, über Themen nach, die uns
immer wieder beschäftigt haben und weiter bewegen. Das Leben steckt
voll wunderbarer Ereignisse und ist zugleich voller Tragödien. Es
geht uns allerdings nicht um Lebensberatung, sondern um Fragen aus
Gesellschaft, Politik, Geschichte, Theologie, Philosophie, aber
auch um ethische Herausforderungen und vieles mehr, kurz: Gedanken,
die uns helfen, unsere Zeit besser zu verstehen. Und möglichst
Perspektiven daraus zu entwickeln.
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