Kreuzzug von Armageddon gegen den Iran | Von Hermann Ploppa

Kreuzzug von Armageddon gegen den Iran | Von Hermann Ploppa

vor 1 Monat
15 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Monat

Es wird immer bizarrer. Offiziere des US-Streitkräfte
erklären ihren Rekruten, Jesus habe Donald Trump gesalbt, damit
der Präsident die biblische Endschlacht gegen die teuflischen
Heerscharen anführt und gewinnt.


Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.


Im Netz kursieren in den letzten Wochen vermehrt Berichte über
eine extrem irrationale Motivation der US-Regierung, gegen den
Iran in den Krieg zu ziehen. Christliche Fundamentalisten hätten
die Trump-Administration gekapert. Trump habe den Krieg gegen den
Iran aus religiösen Antrieben losgetreten. Erschreckende
Selbstzeugnisse aus dem engeren Zirkel von Trump geben zu solchen
Vermutungen durchaus reichlich Anlass.


Das ist leider zutreffend. Aber ein so großes Projekt wie die
Durchführung eines Krieges lässt sich mit religiösem Dünkel
alleine nicht erfolgreich durchführen. Zu viele, zum Teil sehr
unterschiedliche Interessengruppen müssen an einem Strang ziehen.
Die einschlägig vorbelasteten Finanzkreise müssen einverstanden
sein. Die Industrie muss erkennen, dass sich so ein Abenteuer
lohnt. Und vor allem weite Kreise der Bevölkerung müssen
begeistert werden, Leib und Leben aufs Spiel zu setzen, mit
ungewissem Ausgang. Im Iran-Krieg geht es nicht darum, dass die
USA Öl-Vorkommen erobern. Denn die USA selber exportieren Öl in
Hülle und Fülle. Eher geht es darum, den großen Herausforderer
China von wichtigen Rohstoffen abzuschneiden. Dabei macht aber
ein einfacher Blick auf den klug kalkulierten chinesischen
Energie-Mix deutlich, dass China auch sehr gut ohne
venezolanisches oder iranisches Öl weitermachen kann.


Sicher geht es aber darum, die Vorherrschaft der USA und Israels
im Nahen Osten weiter auszubauen, indem man mit Iran den letzten
großen Gegenspieler in der Region ausschaltet. Doch da wächst nun
zur gleichen Zeit der Unmut in Trumps amerikanischer Heimatfront:
mit dem Schwanz wedelt der Hund. Zu offenbar ist, dass die USA
einen risikoreichen Krieg unterstützt, der vorrangig die
Interessen der Netanyahu-Regierung bedient. So kommt es, dass der
völkerrechtswidrige Überfall von USA und Israel gegen den
friedlichen Nachbarn Iran in der US-Bevölkerung gar nicht gut
ankommt. Nur 27 Prozent der befragten US-Bürger billigen Trumps
Überfall auf den Iran (1). Dass die USA jeden Tag sage und
schreibe 900 Millionen US-Dollar für den Iran-Krieg verpulvert,
stößt angesichts der immer größer werdenden sozialen Probleme im
amerikanischen Hinterland auf Zorn und Verbitterung (2). Im
Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern Bush Eins und Bush Zwei
scharen sich die Amerikaner dieses Mal nicht hinter ihrem
Staatsoberhaupt.


Das ficht aber den Trump Donald nicht an. Keck fordert er auch
nach entschiedener Gegenwehr der Iraner von diesen weiterhin eine
„bedingungslose Kapitulation“. Verbal knüpft Trump damit an die
Forderungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gegen
Hitler-Deutschland und Japan an. Völlig verfehlt. Denn die
Alliierten meinten damals die bedingungslose Kapitulation der
politisch Verantwortlichen. Trump dagegen sagte in einem
Interview:
„Bedingungslose Kapitulation meint: wir machen weiter bis sie
[die Iraner] winseln: ‚Gnade, Onkel!‘ oder bis sie nicht mehr
weiterkämpfen können oder so lange, bis keiner mehr da ist, der
noch winseln kann … bis niemand mehr da ist, um zu kapitulieren.“
(3)
...https://apolut.net/kreuzzug-von-armageddon-gegen-den-iran-von-hermann-ploppa/




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