Irankrieg zerlegt den globalen Süden | Von Jochen Mitschka

Irankrieg zerlegt den globalen Süden | Von Jochen Mitschka

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Die Kollateralschäden des Angriffskriegs gegen
Iran


Als Israel und die USA ihren Angriffskrieg gegen den Iran
begannen, um das Land zu unterwerfen, warnten viele Analysten
davor, dass dies eine weltweite Wirtschaftskrise auslösen könnte.
Die Philippinen sind ein Beispiel dafür, wie jene Länder des
Globalen Südens, die sowieso unter Druck standen, nun vor dem
Abgrund stehen.


Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.


Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde die Philippinen als die
widerstandsfähigste Wachstumsgeschichte Südostasiens beworben.
Doch da die Annahmen der Politik von vor 2022 untergraben wurden,
brechen die Fundamentaldaten ein. Die neuesten BIP-Daten
schockierten selbst vorsichtige Beobachter. Die Wirtschaft wuchs
im ersten Quartal 2026 nur um 2,8 % im Jahresvergleich, weit
unter den Erwartungen und deutlich unter dem einst als für das
Land als normal geltenden Wachstum von 5–6 %.


Die Inflation dagegen ist auf über 7 % gestiegen. Die
Haushaltsdefizite bleiben hoch. Die öffentliche Verschuldung ist
auf das höchste Niveau seit zwei Jahrzehnten gestiegen. Sollte
das Land nicht deutlich seine Politik ändern, könnte es bald zu
einer offenen Staatskrise kommen. Korruptionsskandale werden
durch Probleme der Weltwirtschaft, wie die Hormus-Krise,
potenziert, ähnlich wie Korruption in den USA , die sonst als
systemimmanent hingenommen wird, bei schwächelnder Wirtschaft
politische Erdbeben auslösen können.


Die Warnung an der Wand


Das Investitionswachstum der Philippinen hat sich stark
verlangsamt, während der Haushaltskonsum – traditionell der
wichtigste Wachstumsmotor – unter Inflationsdruck an Schwung
verliert.


Internationale Institutionen kämpfen darum, mittelfristigen
Optimismus zu bewahren. Sogar der IWF bleibt nach Herabstufungen
der Prognosen aufgrund von Korruptionsskandalen,
Infrastrukturstörungen und Energieschocks vorsichtig, und
versucht, keine zu düsteren Prognosen zu veröffentlichen.


Die Verschlechterung ist jedoch politisch gravierend, denn die
Philippinen sind mit ungewöhnlich hohen Erwartungen ins Jahr 2026
gegangen. Die Regierung von Marcos Jr., welche sich wieder
verstärkt den USA zuwandte, hatte das Land als zukünftige
Erfolgsgeschichte für Mittelschichten dargestellt. Diese sollten
von der Verlagerung der Lieferkette aus China profitieren, wie
das Pax-Silica-Glücksspiel versprach.


Das Pax Silica Gamble (zu Deutsch etwa „Pax Silica Glücksspiel“
oder „Wagnis“) bezeichnet die strategische Entscheidung der
Philippinen, sich eng an die USA zu binden, um Teil einer
US-geführten Allianz für Künstliche Intelligenz (KI) und
Halbleiter-Lieferketten zu werden. Kernstück ist der Aufbau einer
4.000 Acre (ca. 16 km²) großen, spezialisierten Industriezone,
der Economic Security Zone (ESZ), im New Clark City in Tarlac auf
der Insel Luzon.


Kritiker, wie die Organisation AGHAM, befürchten, dass das Land
zu einem reinen Produktionsstandort für Chips und Halbleiter
wird, die in US-Waffen, Drohnen und Überwachungssystemen landen,
anstatt die eigene industrielle Entwicklung zu fördern.


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