Unsere Welt hat Liebe nötig

Unsere Welt hat Liebe nötig

vor 1 Monat
Morgenimpuls mit Schwester Katharina
4 Minuten
Podcast
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Der Start in den Tag

Beschreibung

vor 1 Monat
Bei einer Tagung mit Diakonen und ihren Ehefrauen aus den östlichen
Bistümern war ein Programmpunkt ein Besuch in Bautzen in der
Oberlausitz. Das ist mittlerweile eine wunderschöne Kleinstadt und
sie wirbt sehr schön um Besucher und schreibt: "Die Altstadt von
Bautzen steckt voller Geschichten. Kriege, Stadtbrände,
Königsparaden oder Strafgerichte – 1.000 Jahre Stadthistorie
versprechen jede Menge Anekdoten und Legenden. Lassen Sie sich
verzaubern von 1.000 Jahren Geschichte und nutzen Sie die
unvergleichliche Gelegenheit für einen Bummel durch die
Jahrhunderte!" Das ist die eine Seite dieser schönen Stadt.In den
Zeiten von 1933 bis 1989 hatte der Name der Stadt einen solchen
Schreckensklang, dass allein diesen Namen zu nennen, Gänsehaut und
Angst ausgelöst hat. Gefängnisse und Lager in Bautzen I und II
künden von unglaublichen Taten von Menschen an Menschen in den
verschiedenen Diktaturen und Zeitläufen. Wir haben das
Stasigefängnis mitten in der Stadt besucht und ich hatte ja schon
im Vorhinein ein bisschen Angst davor, dieses Gefängnis, diese
Geschichten, diese Bilder von politisch Gefangenen und die Filme
mit Gesprächen mit Kindern und Enkeln zu hören. Wir wurden immer
stiller und konnten uns kaum des Schreckens erwehren, dass nur das
Schauen und Hören in uns ausgelöst hat. Aber es ist immer wieder
notwendig zu erinnern und das Gedenken wach zu halten, damit das
nie wieder passiert in unserem Land. Und dann sind wir noch zu
einem besonderen Ort gefahren, einem Friedhof, auf dem durch das
Engagement vieler Menschen nach 1990 den verscharrten Toten der
Lager ein Ort und für Gedenken und Gesichter und Berichte gegeben
worden ist.Mir ist bewusst, dass das hier kein freundlich schöner
Morgenimpuls ist. Aber er kann helfen, wach zu bleiben für alles,
was nicht gut ist in unserem Alltag und wo es um Menschen und
besseres menschliches Miteinander geht. Auf der Tafel vor dem
großen Holzkreuz auf diesem Friedhof stehen Worte von Paul Löbe:
"Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren,
Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr von Hass, bedeutet Hinkehr
zur Liebe, und unsere Welt hat Liebe nötig."
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