Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Monat
Ein Schlüsselstaat Eurasiens
Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.
Geht es den USA im Konflikt mit dem Iran wirklich um
Menschenrechte, Demokratie oder die angebliche Gefahr iranischer
Atomwaffen? Oder verbirgt sich hinter der moralischen Rhetorik
ein wesentlich nüchterneres strategisches Kalkül?
Ein Blick auf die geopolitische Landkarte legt eine andere
Interpretation nahe. Der Iran liegt an einer der wichtigsten
Schnittstellen Eurasiens – zwischen den Energiezentren des Nahen
Ostens, den Rohstoffregionen Zentralasiens und den aufstrebenden
Wirtschaftsmächten Asiens. Wer diesen Raum kontrolliert oder
politisch schwächt, beeinflusst zugleich die Entwicklung eines
ganzen Kontinents. Genau deshalb steht der Iran seit Jahrzehnten im
Fokus US-amerikanischer Machtpolitik. Nicht Menschenrechte oder
Atomprogramme bilden den eigentlichen Kern des Konflikts, sondern
die strategische Rolle des Landes als geopolitischer Schlüsselstaat
auf dem eurasischen Schachbrett.
Das Zusammenwachsen Eurasiens versuchen die USA zur Erhaltung
einer unipolaren, von ihnen gesteuerten Weltordnung mit allen
denkbaren Mitteln zu verhindern.
Halford Mackinder und Zbigniew Brzezinski
In geopolitischen Analysen gilt der eurasische Kontinent seit
über einem Jahrhundert als das strategische Zentrum der
Weltpolitik. Bereits der britische Geograf Halford Mackinder
formulierte Anfang des 20. Jahrhunderts die berühmte
„Heartland-Theorie“. Seine zentrale These lautete, dass die
Kontrolle über die große Landmasse Eurasiens – insbesondere über
die inneren Regionen zwischen Osteuropa und Zentralasien – einen
entscheidenden Einfluss auf die globale Machtverteilung haben
könne. Wer diese zentrale Landmasse kontrolliere, so Mackinder,
könne langfristig eine dominierende Stellung in der Weltpolitik
erlangen.
Mackinder fasste seine Überlegungen 1904 in einem oft zitierten
geopolitischen Leitsatz zusammen:
„Wer Osteuropa beherrscht, kontrolliert das Heartland; wer das
Heartland beherrscht, kontrolliert die Weltinsel; wer die Weltinsel
beherrscht, kontrolliert die Welt.“
Mit der „Weltinsel“ meinte Mackinder die zusammenhängende
Landmasse aus Europa, Asien und Afrika – also den mit Abstand
größten geopolitischen Raum der Erde. Auf dieser sogenannten
Weltinsel leben heute rund 85 Prozent der Weltbevölkerung, hier
befinden sich der Großteil der landwirtschaftlichen
Produktionsflächen, ein erheblicher Teil der industriellen
Kapazitäten sowie die wichtigsten Energie- und Rohstoffreserven
der Welt. Eurasien allein umfasst rund 36 Prozent der globalen
Landfläche, beherbergt jedoch etwa 70 bis 75 Prozent der
Weltbevölkerung und erwirtschaftet mehr als 60 Prozent des
weltweiten Bruttoinlandsprodukts.
Aus Mackinders Sicht lag der entscheidende Vorteil des Heartlands
darin, dass es im Gegensatz zu den klassischen Seemächten kaum
durch Flotten blockiert werden konnte. Wer diese riesige,
ressourcenreiche Landmasse kontrollierte und durch Eisenbahnen
und später moderne Infrastruktur miteinander verband, hätte
langfristig einen strukturellen Machtvorteil gegenüber maritimen
Imperien.
Diese Überlegungen beeinflussten über Jahrzehnte strategisches
Denken im Westen. Besonders deutlich griff der US-amerikanische
Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski diese Logik nach dem Ende
des Kalten Krieges wieder auf. In seinem 1997 erschienenen Buch
"The Grand Chessboard" bezeichnete er Eurasien als das
„geopolitische Schachbrett“, auf dem sich die Zukunft der
globalen Machtverhältnisse entscheidet.
...https://apolut.net/iran-der-wahre-kriegsgrund-der-usa-von-uwe-froschauer/
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Weitere Episoden
20 Minuten
vor 1 Tag
20 Minuten
vor 1 Tag
12 Minuten
vor 5 Tagen
12 Minuten
vor 5 Tagen
11 Minuten
vor 1 Woche
Abonnenten
göhrde
Frankenland
Schopfheim-Eichen
Vlotho
Düsseldorf
Buxtehude
Wehr
München
R_M: Bisch
Dresden
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.