"Der Vater steht mit offenen Armen in der Tür" - Gespräch mit Pfarrer Lothar Anhalt

"Der Vater steht mit offenen Armen in der Tür" - Gespräch mit Pfarrer Lothar Anhalt

vor 1 Monat
11 Minuten
Podcast
Podcaster
Impulse zur Heiligen Schrift

Beschreibung

vor 1 Monat
Im Podcast "Blick in die Bibel" spricht DOMRADIO-Moderator Matthias
Peter mit Pfarrer Lothar Anhalt aus der Pfarrei St. Marien in Linz
am Rhein.Anhalt gibt Einblick, wie Gebet im Alltag gelingen kann.
Für ihn gehören feste Zeiten am Morgen und am Abend dazu, um den
Tag Gott anzuvertrauen und ihn später noch einmal bewusst zu
betrachten. Gerade kleine Rituale und kurze Gebete könnten helfen,
auch dann ins Beten zu finden, wenn man damit noch wenig Erfahrung
habe.Im Evangelium nach Lukas steht das Gleichnis vom verlorenen
Sohn im Mittelpunkt. Der ältere Bruder spiegele die Haltung der
Pharisäer wider, die sich schwer damit tun, dass auch Sünder wieder
dazugehören sollen. Anhalt betont jedoch: Gott lasse den Menschen
frei und verliere selbst den nicht aus dem Blick, der sich von ihm
entfernt hat. Entscheidend sei die Freude über die Rückkehr.Für den
Pfarrer ist das die eigentliche Botschaft des Evangeliums: Gott
empfängt den Heimkehrenden ohne Vorwürfe und mit offenen Armen.
Eine gute Nachricht, die auch heute Hoffnung macht – unbedingt
reinhören!Aus dem Lukasevangelium:In jener Zeit kamen alle Zöllner
und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die
Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt
Sünder auf und isst mit ihnen. Da erzählte er ihnen dieses
Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von
ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir
zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf. Nach
wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein
fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte
sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große
Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er
zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf. Der schickte
ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit
den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen, aber niemand
gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner
meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor
Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm
sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich
versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich
zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem
Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte
Mitleid; er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste
ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den
Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein
Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell
das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine
Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße; bringt das Mastkalb her und
schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser mein
Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist
wiedergefunden worden. Und sie begannen ein Fest zu feiern. Sein
älterer Sohn aber war auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe
des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der
Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete
ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb
schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederbekommen hat. Da wurde
er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus
und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte seinem Vater: Siehe, so
viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich dein Gebot
übertreten; mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt, damit
ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der
hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen
durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und
alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest
feiern und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und lebt
wieder; er war verloren und ist wiedergefunden
worden.( Ständige Kommission für die Herausgabe der
gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
15
15
Close