Mindsets sind unsere Fesseln!?

Mindsets sind unsere Fesseln!?

Psychologin Dr. Lisa Hoffmann vom Institut für Hebammenwissenschaft zu Gast im Hypothese-Podcast der Uni Bonn
Podcast
Podcaster
Der Expert*innenpodcast der Uni Bonn zu aktuellen Themen.

Beschreibung

vor 2 Tagen

Psychologin Dr. Lisa Hoffmann vom Institut für
Hebammenwissenschaft zu Gast im Hypothese-Podcast der Uni Bonn


Wie wir die Welt sehen, hängt von unserer inneren „mentalen
Brille“, unseren Mindsets, ab. Sie beeinflussen, welche
Informationen wir wahrnehmen, wie wir sie einordnen und wie wir
handeln. Wirksam werden Mindsets auch dort, wo gesellschaftliche
Erwartungen und Normen tief verankert sind – etwa bei
Geschlechterrollen. In der neuen Folge des Hypothese-Podcasts
diskutiert Dr. Lisa Hoffmann mit Moderator Denis Nasser die These
„Mindsets sind unsere Fesseln!?“.


Ein Schwerpunkt von Dr. Hoffmanns Forschung liegt auf solchen
Mindsets, die eng mit den gesellschaftlichen Vorstellungen von
Weiblichkeit verbunden sind. In ihrem neu erschienenen Buch
„Female Mindsets. Wie Denkmuster Weiblichkeit formen“ geht sie
der Frage nach, wie Denkmuster über Geschlechterrollen entstehen,
warum sie weder gut noch schlecht sind und welchen Einfluss sie
auf unser Leben und unsere Entscheidungen haben können. Die
Psychologin macht dabei deutlich, dass solche Denkmuster Frauen
wie Männer betreffen und durch gesellschaftliche Erwartungen
geformt und verstärkt werden können.


„Das selektive Wahrnehmen führt dazu, dass man nur die
Informationen registriert, die zu den persönlichen Vorannahmen
passen“, erläutert Hoffmann. Dieses Prinzip lasse sich nicht nur
auf das Bild von Frauen, sondern ebenso auf gesellschaftliche
Erwartungen an Männer übertragen, etwa in Bezug auf die
Berufswahl oder Verantwortung in der Familie. Wer beispielsweise
annimmt, dass Frauen weich und fürsorglich sind, bestärke die
Vorstellung, dass soziale Berufe eher für Frauen geeignet sind.
Wer hingegen davon ausgeht, Männer seien stark, belastbar und
rational, übersehe, dass auch Männer fürsorglich sein können.


Dr. Hoffmann betont, dass sich Frauen und Männer auf
psychologischer Ebene weniger unterscheiden, als oftmals
angenommen wird. Dennoch existieren festgeschriebene
Rollenbilder, die beide Geschlechter betreffen. Insgesamt wünscht
sie sich daher, dass gesellschaftliche Erwartungen und Normen
stärker hinterfragt werden, damit jede Person die Möglichkeit
hat, sich frei zu entfalten. Ob die Wissenschaftlerin die These
„Mindsets sind unsere Fesseln!?“ verifiziert (als wahr bestätigt)
oder falsifiziert (widerlegt), hören Sie hier.


Zur Person:


Dr. Lisa Hoffmann ist Psychologin und arbeitet als
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für
Hebammenwissenschaft der Universität Bonn. Dort leitet sie den
Lernbereich für Gesundheits-, Sozialwissenschaften und
Psychologie. Darüber hinaus ist sie assoziierte Wissenschaftlerin
der Abteilung Sozial- und Rechtspsychologie. Zu ihren
Forschungsschwerpunkten gehören die Bereiche Geburt,
Stigmatisierung, Genderstereotype und Sexualität.


Publikation: Lisa Hoffmann: Female Mindsets. Wie Denkmuster
Weiblichkeit formen – über Geburt, Sexualität und die Macht der
Erwartungen. Kohlhammer Sachbuch, Stuttgart, 216 S., 22,00 Euro


Kontakt für die Medien:


Dr. Lisa Hoffmann


Institut für Hebammenwissenschaft


Universität Bonn


Tel. +49 (0)228/28757214


E-Mail: lisa.hoffmann@uni-bonn.de


Zugespitzt und wissenschaftsnah


Zugespitzt und wissenschaftsnah – das ist der „Hypothese“-Podcast
der Uni Bonn. Jeden ersten Donnerstag im Monat stellen sich
renommierte Gäste einer zugespitzten Hypothese zu einem
gesellschaftlich relevanten Thema. Moderiert von dem Journalisten
Denis Nasser wägt jeweils eine Expertin oder ein Experte den
Wahrheitsgehalt der Titelaussage ab und gibt abschließend ein
Votum ab, ob die finale Einschätzung eher in Richtung
„verifiziert“ (also als „wahr bestätigt“) oder falsifiziert (als
„unwahr“ bestätigt) gehen würde.


Ihr habt Fragen, Anmerkungen oder einen Themenvorschlag? Wir
freuen uns, von Euch zu hören unter
wissenschaftskommunikation@uni-bonn.de!

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