Beziehung

Beziehung

Arbeitsbeziehung, Arbeitsbündnis oder Arbeitsbezug?
1 Stunde 28 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen
Im Allgemeinen werden soziale Beziehungen als eine wechselseitige
Verbindung oder ein Verhältnis zwischen zwei oder mehreren Personen
definiert, die über bloße Begegnungen hinausgeht und durch
gegenseitige Interaktion, Austausch, Unterstützung oder Emotionen
geprägt ist, wobei es viele Formen gibt – von Freundschaften über
Familie bis hin zu romantischen Partnerschaften, die bestenfalls
auf Vertrauen, Zuneigung und/oder gemeinsamen Zielen basieren. Mit
unserem Gast, Prof. Dr. Wolfgang Weigand (Mitbegründer und
langjähriger Vorsitzender der DGSv), sprechen wir über
Beratungsbeziehung aus Sozialphilisophischer Perspektive, die er in
Anlehnung an Martin Buber als tiefes und inneres Berühren versteht.
Beziehung ist nach Buber das unmittelbare, gegenwärtige Geschehen
des dialogischen Bezugs zwischen einem Ich und einem Du, in dem
sich beide nicht als Objekte, sondern als ganze Personen begegnen.
Weigand grenzt weiterführend seine Philosophie der Beziehung
deutlich ab von funktionalen Definitionen. Angelehnt an Erich Fromm
formuliert er "Beziehung ist Sein, nicht Haben", als Seinsweise.
Beziehung sei zwar rollengeprägt, aber personengebunden. Als
Beratende sind wir für unseren Teil der Beziehung verantwortlich,
dafür, ob wir uns innerlich für die andere Person öffnen und
seelisches Verstehen möglich machen können. Wir sprechen
darüberhinaus auch über Machtasymmetrien, über Beziehung die nicht
gelingt, über Konflikte und die Schwierigkeit
(Beratungs)Beziehungen zu beenden. Tina betont in diesem
Zusammenhang die Bedeutung der Trennung von Beratungsbeziehungen zu
therapeutischen Beziehungen und mit Verweis auf Honneth auf das
Recht von Subjekten sich Beratungsbeziehungen zu verweigern.
Wolfgang plädiert für das dauerhaft angelegte Halten der Beziehung.
Henning weist auf den Faktor der zeitlichen Begrenzung in
Supervisionsprozessen hin. Wir sind uns einig, ein zu stark
funktional angelegter Beziehungsbegriff in Supervision und Beratung
ist leer, eine stark polarisierende Betonung der Beziehung -
insbesondere in beruflichen Kontexten - ist im Sinne der
Aufgabenerfüllung eher dysfunktional. Weigand plädiert daher für
den Begriff Arbeitsbeziehung, da dieser den Kontext der Beziehung
verdeutlicht. /// Literatur /// Buber, M. (1923): Ich und Du //
Fromm, E. (1976): Haben oder Sein. // Levinas, E. (1983): Die Spur
des Anderen. Untersuchungen zur Phänomenologie und
Sozialphilosophie // Honneth, A. (1990): Kampf um Anerkennung //
Bion, W. (1990): Lernen durch Erfahrung // Winnicott, D. (1990):
Babys und ihre Mütter // Baumann, Z. (2000): Flüchtige Moderne //
Rosa, H. (2026): Situation und Konstellation: Vom Verschwinden des
Spielraums.

Weitere Episoden

Sexualität
1 Stunde 49 Minuten
vor 1 Monat
Coaching ≠ Supervision
1 Stunde 19 Minuten
vor 3 Monaten
Brückenschlag
1 Stunde 17 Minuten
vor 4 Monaten
Preisverleihung
48 Minuten
vor 5 Monaten
Pflegeberatung
1 Stunde 24 Minuten
vor 6 Monaten

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

MPSV
Eckernförde
15
15