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  4. Unvernünftig, unverbesserlich: Arbeit & Reichtum im Kapitalismus
Dass man mit Arbeit keinen Reichtum anhäufen kann, gehört zum
marktwirtschaftlichen Erfahrungsschatz. Zumindest nicht mit der
eigenen Arbeit eigenen Reichtum. Denn mit anderer Leute Arbeit
reich zu werden, ist in der Marktwirtschaft das Normalste von der
Welt: Automobilunternehmen, Lieferdienste, Smartphone-Kapitale
häufen gigantische Umsätze und Gewinne sogar im 11-stelligen
Bereich jährlich an mit dem Verkauf von Produkten der Arbeit von
Dienstkräften, die man in gewisser Verdrehung der Tatsachen
„Arbeitnehmer“ nennt, obwohl sie doch ihre Arbeit, Lebenszeit und
Lebenskraft im Prozess der Erstellung der Dinge und
Dienstleistungen hergeben. Die gehören dann denjenigen, die -
warum nur - „Arbeitgeber“ genannt werden.

Dieses Prinzip sorgt schon laut Marx auf’s gesellschaftliche
Ganze gesehen für eine „gigantische Warensammlung“. Für die lässt
sich die Marktwirtschaft gerne feiern. In Sachen Verherrlichung
des Kapitalismus gibt’s ja auch viel zu tun. Denn die von ihren
Fans über den grünen Klee gelobte Wirtschaftsweise bringt es
nicht nur zu besagten Reichtümern, sondern zu allerlei
wohlbekannten Phänomenen, die es nötig machen, sie als
„Schattenseiten“ zu verharmlosen, als „Probleme“ umzudeuten und
überhaupt als „Missstände“ geistig von dem ökonomischen System zu
trennen, auf das man einfach nichts kommen lassen will. Um
stattdessen „Lösungen“ vorzuschlagen, die zwar praktisch keine
sind, aber die unzweifelhaft die ideologische Leistung erbringen,
all die Unschönheiten, von denen jeder weiß, dass sie zum
Kapitalismus gehören, als dessen Notwendigkeiten zu leugnen, also
Kritik an diesem Wirtschaftssystem geistig zu verbieten.

Darum gibt’s den Vortrag (zum Buch), der sich der üblichen
geistigen Übung verweigert, die Absurditäten der
marktwirtschaftlichen Wirtschaftsweise ausgerechnet darum
rational zu finden, weil sie nun einmal praktisch gelten und mit
Gewalt alternativlos in Geltung gehalten werden.
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„Unvernünftig, unverbesserlich: Arbeit & Reichtum im Kapitalismus“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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