Folge 145: Ohne Basis keine Spitze

Folge 145: Ohne Basis keine Spitze

29 Minuten

Beschreibung

vor 5 Tagen

Olympia 2036, 2040 oder 2044? Vier Städte in Deutschland bewerben
sich zur Zeit als Austragungsort, allerdings sind bislang allein
die Menschen in München davon überzeugt, dass ihre Stadt genau
die richtige ist. In Hamburg gibt es bereits zahlreiche
Gegner:innen und in der Rhein-Ruhr-Region findet am 19. April
2026 Ratsbürgerentscheide in den betroffenen Kommunen ab.


Und in Berlin? Auch hier ist die NOlympia-Bewegung sehr stark,
hat für die Spiele im Jahr 2000 schon einmal eine Beteiligung
verhindert. Sechs Millionen Euro steckt die Stadt allein in die
Bewerbung, erhofft sich von den Spielen eine neue Dynamik für die
Wirtschaft, mehr Wohnungen und womöglich auch einen Schub für die
Sportstätten. Berlin ist der einzige Bewerber, der aus
Verfassungsgründen kein Referendum plant, sondern eine
Volksinitiative mit anschließender Abstimmung im
Abgeordnetenhaus.


Im Herbst diesen Jahres will der Deutsche Olympische Sportbund
entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Wir wollen wissen - wie
würden die Schwimmerinnen und Schwimmer in der Hauptstadt
profitieren? Von der gescheiterten Bewerbung für die Spiele im
Jahr 2000 blieb immerhin die Schwimm- und Sprunghalle im
Europasportpark (SSE), aber die ist jetzt auch schon fast 30
Jahre alt und wäre dann sicher nicht mehr olympiatauglich.


Knapp eine halbe Milliarde Euro beträgt der Sanierungsstau bei
den Berliner Bädern, für ein wenig Entlastung dürfte jetzt das
Klimapaket in Höhe von 200 Millionen Euro sorgen, aber diese
Mittel sind zweckgebunden. Acht Bäder sind zur Zeit geschlossen,
viele weitere müssen zum Teil dringend saniert werden. Allerdings
- würde Olympia die Situation dieser Bäder tatsächlich
verbessern?


Der Vizepräsident des Berliner Schwimmverbands, Martin Weiland
ist fest davon überzeugt: Auf jeden Fall. 30.000 Mitglieder hat
der Verband in der Hauptstadt, sie alle brauchen unbedingt mehr
Wasserflächen - und mehr Anerkennung für ihren Sport. „Ohne Basis
keine Spitze“, sagt Martin Weiland. Sein Traum ist es, dass mit
Olympia lauter Zweck-Schwimmhallen in der Stadt entstehen. Die
nicht schön aussehen müssten, sondern vor allem ausreichend
Wasserflächen für Leistungs- und Freizeit-Schwimmer böten.


Und zwar VOR Olympia - damit dort die Schwimmer:innen
heranwachsen, die dann unser Land bei Olympia vertreten. Und wo
dann natürlich auch alle anderen ihre Schwimmzeiten hätten -
Vereine, Schulen und eben Menschen wie du und ich. Er würde dafür
auch alte denkmalgeschützte Bäder abreißen, statt sie für teuer
Geld zu sanieren.


Wir reden aber auch darüber, warum Eisschwimmen noch nicht
olympisch ist. Ob Ganzjahresfreibäder in Berlin sinnvoll ist. Und
warum es auch mit über 70 noch Spaß macht, sich mit dem
Schwimmsport zu befassen - auch wenn man selber kaum noch
schwimmt.



















































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