Politische Kontroverse über eine strukturelle Notwendigkeit
Oder warum das Schweizer Gesundheitswesen ohne pflegende Angehörige
nicht mehr auskommt.
36 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 3 Wochen
Gast: Pascal Girardat, Unternehmensberater Bain & Company,
Gründer Lifestage Solutions AG, Verwaltungsrat der Prica Pflege
Zürich sowie der Prica Management AG Host: Martin Radtke,
Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Pascal Girardat zeichnet ein
klares Bild: Ohne pflegende Angehörige funktioniert das Schweizer
Gesundheitswesen nicht. Was politisch kontrovers diskutiert wird,
ist für ihn eine strukturelle Notwendigkeit. Bis ins Jahr 2030
fehlen 43’000 Pflegefachpersonen. Es müssen immer mehr
pflegebedürftige Menschen versorgt werden. Für Girardat ist deshalb
offensichtlich: Ein erheblicher Teil der Versorgung wird und bleibt
in den Händen von Angehörigen. «Ohne pflegende Angehörige entsteht
eine Versorgungslücke, die wir mit professionellen Strukturen
allein nicht schliessen können», sagt Pascal Girardat. Er wehrt
sich gegen die Darstellung, das Modell der pflegenden Angehörigen
sei primär ein Geschäftsmodell. Auch pflegende Angehörige
unterliegen klaren Vorgaben. Sie werden angeleitet, dokumentieren
Leistungen, absolvieren innerhalb eines Jahres eine anerkannte
Ausbildung und stehen unter fachlicher Begleitung.
Qualitätssicherung und Vier-Augen-Prinzip sind zentrale Elemente
von Prica, die sich auf dieses Segment spezialisiert hat . Die
häufige Reduktion der Debatte auf Tarife greift aus seiner Sicht zu
kurz. Angehörige leisten weit mehr, als vergütet wird. Viele
reduzieren ihre Erwerbstätigkeit oder geben sie ganz auf. Der
volkswirtschaftliche Beitrag informeller Pflege sei erheblich,
werde jedoch selten in Relation zu den diskutierten Kosten gesetzt.
Gleichzeitig sieht Pascal Girardat Verbesserungsbedarf. Prozesse
müssten klarer definiert und administrativer Aufwand reduziert
werden. Digitalisierung könne unterstützen, etwa bei der
Doku-mentation. Entscheidend sei jedoch, die Rolle der Angehörigen
realistisch anzuerkennen, und zwar als integrierten Bestandteil der
Versorgung.
Gründer Lifestage Solutions AG, Verwaltungsrat der Prica Pflege
Zürich sowie der Prica Management AG Host: Martin Radtke,
Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Pascal Girardat zeichnet ein
klares Bild: Ohne pflegende Angehörige funktioniert das Schweizer
Gesundheitswesen nicht. Was politisch kontrovers diskutiert wird,
ist für ihn eine strukturelle Notwendigkeit. Bis ins Jahr 2030
fehlen 43’000 Pflegefachpersonen. Es müssen immer mehr
pflegebedürftige Menschen versorgt werden. Für Girardat ist deshalb
offensichtlich: Ein erheblicher Teil der Versorgung wird und bleibt
in den Händen von Angehörigen. «Ohne pflegende Angehörige entsteht
eine Versorgungslücke, die wir mit professionellen Strukturen
allein nicht schliessen können», sagt Pascal Girardat. Er wehrt
sich gegen die Darstellung, das Modell der pflegenden Angehörigen
sei primär ein Geschäftsmodell. Auch pflegende Angehörige
unterliegen klaren Vorgaben. Sie werden angeleitet, dokumentieren
Leistungen, absolvieren innerhalb eines Jahres eine anerkannte
Ausbildung und stehen unter fachlicher Begleitung.
Qualitätssicherung und Vier-Augen-Prinzip sind zentrale Elemente
von Prica, die sich auf dieses Segment spezialisiert hat . Die
häufige Reduktion der Debatte auf Tarife greift aus seiner Sicht zu
kurz. Angehörige leisten weit mehr, als vergütet wird. Viele
reduzieren ihre Erwerbstätigkeit oder geben sie ganz auf. Der
volkswirtschaftliche Beitrag informeller Pflege sei erheblich,
werde jedoch selten in Relation zu den diskutierten Kosten gesetzt.
Gleichzeitig sieht Pascal Girardat Verbesserungsbedarf. Prozesse
müssten klarer definiert und administrativer Aufwand reduziert
werden. Digitalisierung könne unterstützen, etwa bei der
Doku-mentation. Entscheidend sei jedoch, die Rolle der Angehörigen
realistisch anzuerkennen, und zwar als integrierten Bestandteil der
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