Temporärarbeit in der Spitex

Temporärarbeit in der Spitex

vor 3 Wochen
Und die Frage, ob Temporärarbeit eine Chance oder eine Notlösung ist?
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Beschreibung

vor 3 Wochen
Gast: Dr. Florian Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für
Gesundheitsökonomie Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin
Better Nursing
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Temporärarbeit polarisiert – auch in der Spitex. Dr. Florian
Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für
Gesundheitsökonomie, spricht darüber, welchen Stellenwert der
Temporärmarkt heute tatsächlich hat. Sein nüchterner Blick
überrascht: Der Anteil temporär Pflegender liegt schweizweit bei
rund zwei Prozent. Und doch ist das Thema im Alltag vieler
Organisationen sehr präsent. Gerade in der Spitex kann
Temporärarbeit gut funktionieren. Pflegefachpersonen arbeiten
selbstständig, tragen viel Eigenverantwortung und können – mit der
richtigen Erfahrung – rasch produktiv eingesetzt werden.
Entscheidend ist nicht, ob jemand temporär arbeitet, sondern wie
gut Einführung, Erwartungen, Prozesse und Qualitätsstrukturen
organisiert sind. In unterbesetzten Situationen kann eine temporäre
Fachperson die Versorgung sogar deutlich stabilisieren. Spannend
ist der Blick auf die Motivation der Temporärarbeitenden. Viele
suchen nicht primär einen höheren Lohn, sondern Flexibilität:
kleine Pensen, Vereinbarkeit mit Familie, Weiterbildung oder
eigenen Projekten. Andere schätzen bewusst die Distanz zum
«Organisationsbetrieb». Temporärarbeit hält damit Fachpersonen im
Beruf, die in klassischen Anstellungen längst ausgestiegen wären.
Für Spitex-Organisationen liegt hier eine wichtige Lernchance. Der
Temporärmarkt zeigt klar, welche Arbeitsmodelle heute gefragt sind:
flexible Pensen, digitale Dienstplanung und Verständnis für
unterschiedliche Lebensphasen. Wer diese Bedürfnisse aufnimmt, kann
Mitarbeitende langfristig binden und die Abhängigkeit von Agenturen
reduzieren. Temporärarbeit wird bleiben – nicht als Ersatz, sondern
als sinnvolle Ergänzung stabiler Teams. Strategisch eingesetzt,
kann sie stabilisieren statt destabilisieren.
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