Episoden

«Es geht ums Leben, nicht nur ums Sterben.»
27.01.2026
43 Minuten
Gast: Dr. Andreas Weber, ärztlicher Leiter des Palliativ Care-Teams Zürich Oberland Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing ------- Wann beginnt Palliative Care eigentlich? Was hat sie mit «gut leben» zu tun? Andreas Weber, ärztlicher Leiter des Palliativcare-Teams Zürich Oberland, räumt mit gängigen Missverständnissen auf. Palliative Care sei nicht erst «ganz am Schluss» da. Palliative Care setzt dann an, wenn klar wird: Eine Krankheit begrenzt das Leben – aber es bleibt Zeit, die gestaltet werden will. Andreas Weber erklärt, weshalb es in der Praxis nicht um ein Entweder-oder geht (Therapie oder Palliativ): Auch Antibiotika, Infektbehandlungen oder eine palliative Chemo können sinnvoll sein, wenn sie zur Lebensqualität passen. Entscheidend ist, früh über Ziele zu sprechen: Was ist mir jetzt wichtig? Wo will ich sein? Welche Krisen könnten kommen und was soll dann passieren? Für Andreas Weber ist klar: «Bei Palliative Care geht es ums Leben, nicht nur ums Sterben.» Spannend ist auch der Blick auf mobile Care-Teams. Sie begleiten Menschen nach dem Spital nach Hause oder ins Pflegeheim, im engen Zusammenspiel mit Spitex und Hausärzten. Und sie helfen, wenn Symptome schwer zu kontrollieren sind oder schwierige Entscheidungen anstehen. Dazu gibt’s in dieser Podcast-Episode Einblicke in die Versorgungslage in der Schweiz, den Mangel an ärztlicher Unterstützung im ambulanten Bereich und warum Notfallpläne (ACP) in Heimen viel konsequenter werden müssten. Reinhören lohnt sich: Für Fachleute ebenso wie für alle, die Palliative Care neu verstehen möchten.
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«Wir sind systemrelevant»
30.12.2025
26 Minuten
Gast: Marcel Durst, Gründungsmitglied ASPS Host: Martin Radtke, Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Die private Spitex ist heute ein zentraler Pfeiler der ambulanten Versorgung. Das war nicht immer so. Marcel Durst, Mitgründer und langjähriger Geschäftsführer des Verbands der privaten Spitex-Organisationen (ASPS), hat über zwanzig Jahre daran gearbeitet, diese Lücke zu schliessen. Nun übergibt er die operative Leitung und zieht Bilanz. Als die ASPS gegründet wurde, fehlte den privaten Spitex-Organisationen eine eigenständige Vertretung. «Die privaten Leistungserbringer hatten politisch keine Stimme», sagt Marcel Durst. Während Spitex Schweiz primär die öffentlichen Organisationen mit kommunalen oder kantonalen Leistungsverträgen vertrat, wuchs der private Bereich stark, ohne formellen Platz im politischen Diskurs. Für Marcel Durst war früh klar: Wer nicht organisiert ist, wird nicht gehört. «Die privaten Spitex-Organisationen haben Marktanteile aufgebaut und sind heute systemrelevant. Entsprechend müssen sie mit der Politik, den Versicherern und dem BAG auf Augenhöhe sprechen können.» Eine Integration in Spitex Schweiz sei damals diskutiert worden, habe sich aber nicht realisieren lassen. «Heute ist das Verhältnis konstruktiver, doch damals brauchte es zwingend einen eigenen Verband.» Diese Entscheidung habe sich bewährt. Die ASPS vertritt heute rund 480 Organisationen und einen grossen Teil der ambulanten Pflegeleistungen der privaten Spitex. «Wir sind heute politisch präsent und werden ernst genommen», sagt Marcel Durst. Sichtbar werde das auch an konkreten Erfolgen, etwa bei der Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Hauswirtschaft und Betreuung für die private Spitex. Konfliktlinien bestehen dennoch, insbesondere auf kantonaler Ebene. Marcel Durst spricht von strukturellen Unterschieden in der Finanzierung zwischen öffentlichen und privaten Organisationen. «Wir fordern keine Sonderrolle, sondern faire und transparente Rahmenbedingungen.» Gerade weil beide Seiten Teil derselben Versorgung seien, müsse Vergleichbarkeit gegeben sein. Gleichzeitig betont Durst die Ergänzung der Modelle. Private Organisationen seien oft flexibler organisiert, arbeiteten stärker mit Bezugspflege und hätten eine hohe betriebliche Effizienz. «Es braucht öffentliche und private Anbieter. Entscheidend ist nicht das Entweder-oder, sondern das Miteinander.» Mit Blick auf die Zukunft rückt für Marcel Durst die Zusammenarbeit stärker in den Vordergrund. «Wir wollen Projekte gemeinsam mit Spitex Schweiz angehen.» Voraussetzung sei jedoch die gegenseitige Anerkennung als gleichwertige Partner. «Man muss akzeptieren, dass es zwei Player gibt, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten.» Mit der Übergabe der operativen Leitung an Katharina Hadorn und Christine Hänni endet für Marcel Durst eine prägende Phase. Sein zentrales Anliegen bleibt jedoch aktuell: «Die ambulante Pflege wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Umso wichtiger ist eine konstruktive, starke politische Vertretung.» Ob diese künftig getrennt oder gemeinsam organisiert ist, wird die Zukunft zeigen.
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Ausbildung bei Spitex Zürich
25.11.2025
28 Minuten
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Gast: Christina Müller, Bildungsverantwortliche Spitex Zürich Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die Spitex-Ausbildung bleibt für viele junge Menschen überraschend attraktiv – trotz Fachkräftemangel und steigender Komplexität. Christina Müller, Bildungsverantwortliche von Spitex Zürich, sagt: «Wir haben eine sehr persönliche Beziehung zu unseren Kundinnen und Kunden, was im Akutspital viel weniger möglich ist.». Gerade Millennials und die Generation Z suchten sinnstiftende Arbeit. Und dies finden sie in der Pflege zu Hause. Spitex Zürich bildet aktuell 65 Lernende und rund 30 Studierende aus. Neben Fachpersonen Gesundheit (FaGe) bietet die Organisation neu auch die Ausbildung Fachpersonen Betreuung Menschen im Alter (FaBe MiA) an. Für Christina Müller ist klar: «Wir wollen dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Und Talente früh auf ihrem Karriereweg begleiten.» Entscheidend sei, dass Lernende Organisationstalent, Selbstständigkeit und Sozialkompetenz mitbringen. «Kein Tag ist wie der andere. Unsere Lernenden müssen flexibel reagieren können.» Herausfordernd bleibt die Rekrutierung: Bewerbungen müssten heute «sehr schnell» bearbeitet werden, sonst seien Kandidatinnen und Kandidaten bereits weg. Unterstützung wünscht sich Christina Müller von Schulen und Politik. Insbesondere soll die Komplexität der Pflege im häuslichen Umfeld mehr Anerkennung erfahren. Wer wissen will, wie Spitex Zürich junge Menschen auf anspruchsvolle Pflegeaufgaben vorbereitet, hört jetzt rein.
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«Wir brauchen intelligente Wohnungen»
28.10.2025
41 Minuten
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Gast: Ivo Bracher, Gründer und Verwaltungsratspräsident von Bonacasa, Bonainvest und Läbesgarte Bibrist Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ivo Bracher will das Wohnen im Alter neu erfinden. Er setzt auf betreutes Wohnen mit Service. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in hindernisfreien Wohnungen, die auf Alter und Mobilität zuge-schnitten sind. Ein Concierge vor Ort koordiniert Angebote, Gemeinschaftsaktivitäten und Dienst-leistungen. Wie kam Ivo Bracher auf die Idee, sich hier zu engagieren? «Ich habe erlebt, wie meine Grossmutter im Heim in einem Zimmer leben musste, wo immer wieder andere Menschen gestorben sind. Das war für mich nicht menschenwürdig», sagt Ivo Bracher. Ein Kernstück des Konzepts ist die enge Zusammenarbeit mit der Spitex. In den von Bonacasa betreuten Häusern werden heute rund 50 Spitex-Mitarbeitende eingesetzt, die Pflege und Betreuung direkt in die Wohnungen bringen. So können ältere Menschen länger selbstständig leben. Neben Pflege und Sicherheit setzt Bonacasa auf Prävention und soziale Vernetzung. Gemeinschafts-räume, Fitnessangebote und digitale Plattformen sollen Bewegung und Begegnung fördern. «Wir wollen kein Pflegeheim light, sondern ein aktivierendes Wohnen», sagt Bracher. In Unterägeri trainiert bereits die Hälfte der Bewohner regelmässig. Ivo Bracher ist überzeugt: «Wir müssen Wohnungen bauen, die demografisch intelligent sind. Damit das Alter nicht zum Problem, sondern zur Lebensphase wird.»
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Gesundheitsversorgung muss man gross denken
30.09.2025
32 Minuten
-------------------------------------------------------------------------------------------------- Gast: Hannes Koch, CEO Spitex Kriens und Kantonsrat im Kanton Luzern Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing -------------------------------------------------------------------------------------------------- «Ein grosser Gewinn der Pflegeiniative ist, dass man über den Pflegeberuf spricht», sagt Hannes Koch, CEO der Spitex Kriens und Kantonsrat im Kanton Luzern. Er zieht insgesamt eine positive Bilanz beim aktuellen Stand der Umsetzung. Die Spitex Kriens sei breit aufgestellt: Die Mitarbeitenden pflegen nicht nur ältere Menschen, zudem decke das Angebot Spezialdienste ab. «’Bei einer Spitex-Organisation kann man sehr selbstständig arbeiten’. Das höre ich immer wieder von Personen, die bei uns ein Job-Shadowing machen», so Hannes Koch. Was hat die Pflegeinitiative konkret hervorgebracht? Ein eigenes Gesetz haben, das ist das eine. Die Folgen dann zu finanzieren, etwas ganz anderes. Hier dämpft Hannes Koch allzu hohe Erwartungen. Es brauche auch einen Wandel in der Branchenkultur, konkret in der Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachpersonen. Ein Kulturwandel sei gesetzlich nicht steuerbar, sagt Hannes Koch. Er sieht die Pflegeexpertinnen und -experten APN als Modell der Zukunft. Hannes Koch ist der Überzeugung, dass man das Gesundheitswesen grösser denken muss. «Hier braucht es mindestens die Grösse eines Kantons», sagt Hannes Koch. Die Schweiz habe mehr als acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. In anderen Ländern gebe es Städte, die grösser seien. Hannes Koch zeichnet ein positives Bild, wo die Spitex in zehn Jahren stehen wird. «Die Zukunft ist ambulant», ist er überzeugt.
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Über diesen Podcast

Der Podcast bespricht Hintergründe, vertieft Trends und zeigt Lösungsansätze für wichtige Fragen auf. Spitex-Welten richtet sich an alle, die sich für die Spitex interessieren. Spitex-Welten ist eine wilde Zusammenarbeit von Better Nursing und der Spitex-Drehscheibe.

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