#13 Unconscious Bias – Ein Gespräch mit Dr. Wiebke Stegh
In dieser Episode spreche ich mit der Wirtschaftspsychologin Dr.
Wiebke Stegh über Unconscious Bias bzw. unbewusste Vorurteile. Der
Begriff Bias beschreibt eine Wahrnehmungsverzerrung.
43 Minuten
Podcast
Podcaster
Fundierte und pragmatische Impulse für den Arbeitsalltag aus den Bereichen Management, Führung, Psychologie und Selbstreflexion. Erfahrungen und Quintessenzen meiner Arbeit als Berater, Coach und Trainer im Business.
Beschreibung
vor 5 Jahren
Warum gibt es Wahrnehmungsfehler? „Wir alle haben Unconscious
Bias.“ Unser Hirn ist permanenten Reizen ausgesetzt und bräuchte
enorm viel Energie, um jeden Reiz einzuordnen, zu bewerten und zu
verarbeiten. Um Energie zu sparen, hat das Hirn Wahrnehmungsfilter
entwickelt, die uns ermöglichen wichtiges von unwichtigem zu
unterscheiden und handlungsfähig zu sein. Wenn wir beispielsweise
durch die Fußgängerzone gehen, ordnen wird Objekte und Personen in
Kategorien ein, bewerten diese blitzschnell und können dann darauf
reagieren. Zum Beispiel verschiedene Geschlechter, äußere
Erscheinung (Trikots, Tätowierungen, Piercings, Anzüge, Uniformen),
Gestik, Mimik et. Und so können wir unbewusst auf Situationen
reagieren, bevor wir ausführlich darüber nachdenken. Alles, was wir
unter Bias verstehen, befindet sich in System 1. Der
Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat sich intensiv mit
Wahrnehmungsfehlern beschäftigt. In seinem Buch „Schnelles Denken,
Langsames Denken.“, beschreibt er zwei Systeme. System 1 steht für
das schnelle Denksystem und System 2 für das langsame Denksystem.
Für die Lösung einer Matheaufgabe, wie 2 + 2, brauchen wir nicht
lange nachzudenken, weil System 1 recht autonom das Ergebnis
liefert. Bei einer komplexeren Aufgabe wie 13 x 7 : 2,5, bedarf es
einer bewussten Auseinandersetzung und Konzentration, wozu wir
System 2 verwenden und mehr Energie benötigen. Die Forschung zeigt,
dass wir viel mehr in System 1 operieren, als uns bewusst ist. Denn
wir treffen Entscheidungen überwiegend schnell aufgrund unseres
Erfahrungshintergrundes und weniger aufgrund einer objektiven
Faktenbasis. Und so erklären sich eben Wahrnehmungsfehler, weil das
Handeln durch die unbewussten Vorurteile geprägt ist. Und viele
dieser System 1 Entscheidungen sind wirklich richtig gut.
Allerdings gibt es auch genug Situationen, in denen das System 1 zu
Fehlentscheidungen führt. Der Halo-Effekt kann Personalauswahl
beeinflussen Im Recruiting kann es passieren, dass Personen
aufgrund ihrer äußeren Erscheinung oder eines Merkmals, bestimmte
Eigenschaften zugewiesen bekommen, obwohl über die Person nur wenig
bekannt ist. Es findet eine unbewusste Stereotypisierung statt, die
dann hinderlich für den Auswahlprozess ist. Vielleicht wird mit
einer attraktiven Person auch gleichzeitig Leistungs- oder
Teamfähigkeit verbunden. Mit einer weniger gepflegten Person
Unzuverlässigkeit und weniger Engagement. Hier nimmt das Hirn eine
gefährliche Abkürzung, die es zu erkennen gilt. Bestätigungsfehler,
Confirmation Bias Wir entwickeln kontinuierlich (bewusst oder
unbewusst) Annahmen und Thesen, die uns helfen, eine Entscheidung
zu treffen. Die wenigste Energie verbraucht das Hirn dann, wenn die
aufgestellte These bestätigt wird. Wir speichern eine Erfahrung
oder ein Muster ab, so dass wir demnächst direkt handeln können
ohne lange nachzudenken. Dies zeigt sich am Beispiel von sozialen
Medien. Wenn ich eine Information „like“, spielen Algorithmen
weitere ähnliche Inhalte aus, die mein Interesse bestätigen. Dabei
werden Informationen vernachlässigt, die meiner These widersprechen
oder dieser diametral gegenüberstehen. Irgendwann befindet sich der
User in einer „bubble“, die nur noch die eigene Meinung und die
eigenen Vorurteile bestätigt, ohne weitere Fakten zu
berücksichtigen. Wir sind dem Bestätigungsfehler auf den Leim
gegangen. „Es gibt keinen systematischen Zusammenhang zwischen
Alter und Leistung.“ Alters- oder Generationenstereotype begleiten
unseren Arbeitsalltag. New Work und Agilität werden mit einem
jugendlichen Stereotyp belegt. Somit hätten ältere MitarbeiterInnen
kaum eine Chance, in heterogenen Teams Fuß zu fassen, würde man
diesen Vorurteilen folgen. Dabei liefern alle Beteiligten
Erfahrungen und Talente und steigern damit das gemeinsame
Potenzial. Und gerade in komplexen und kreativen Projekten,
profitiert ein Team von Diversität.
Bias.“ Unser Hirn ist permanenten Reizen ausgesetzt und bräuchte
enorm viel Energie, um jeden Reiz einzuordnen, zu bewerten und zu
verarbeiten. Um Energie zu sparen, hat das Hirn Wahrnehmungsfilter
entwickelt, die uns ermöglichen wichtiges von unwichtigem zu
unterscheiden und handlungsfähig zu sein. Wenn wir beispielsweise
durch die Fußgängerzone gehen, ordnen wird Objekte und Personen in
Kategorien ein, bewerten diese blitzschnell und können dann darauf
reagieren. Zum Beispiel verschiedene Geschlechter, äußere
Erscheinung (Trikots, Tätowierungen, Piercings, Anzüge, Uniformen),
Gestik, Mimik et. Und so können wir unbewusst auf Situationen
reagieren, bevor wir ausführlich darüber nachdenken. Alles, was wir
unter Bias verstehen, befindet sich in System 1. Der
Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat sich intensiv mit
Wahrnehmungsfehlern beschäftigt. In seinem Buch „Schnelles Denken,
Langsames Denken.“, beschreibt er zwei Systeme. System 1 steht für
das schnelle Denksystem und System 2 für das langsame Denksystem.
Für die Lösung einer Matheaufgabe, wie 2 + 2, brauchen wir nicht
lange nachzudenken, weil System 1 recht autonom das Ergebnis
liefert. Bei einer komplexeren Aufgabe wie 13 x 7 : 2,5, bedarf es
einer bewussten Auseinandersetzung und Konzentration, wozu wir
System 2 verwenden und mehr Energie benötigen. Die Forschung zeigt,
dass wir viel mehr in System 1 operieren, als uns bewusst ist. Denn
wir treffen Entscheidungen überwiegend schnell aufgrund unseres
Erfahrungshintergrundes und weniger aufgrund einer objektiven
Faktenbasis. Und so erklären sich eben Wahrnehmungsfehler, weil das
Handeln durch die unbewussten Vorurteile geprägt ist. Und viele
dieser System 1 Entscheidungen sind wirklich richtig gut.
Allerdings gibt es auch genug Situationen, in denen das System 1 zu
Fehlentscheidungen führt. Der Halo-Effekt kann Personalauswahl
beeinflussen Im Recruiting kann es passieren, dass Personen
aufgrund ihrer äußeren Erscheinung oder eines Merkmals, bestimmte
Eigenschaften zugewiesen bekommen, obwohl über die Person nur wenig
bekannt ist. Es findet eine unbewusste Stereotypisierung statt, die
dann hinderlich für den Auswahlprozess ist. Vielleicht wird mit
einer attraktiven Person auch gleichzeitig Leistungs- oder
Teamfähigkeit verbunden. Mit einer weniger gepflegten Person
Unzuverlässigkeit und weniger Engagement. Hier nimmt das Hirn eine
gefährliche Abkürzung, die es zu erkennen gilt. Bestätigungsfehler,
Confirmation Bias Wir entwickeln kontinuierlich (bewusst oder
unbewusst) Annahmen und Thesen, die uns helfen, eine Entscheidung
zu treffen. Die wenigste Energie verbraucht das Hirn dann, wenn die
aufgestellte These bestätigt wird. Wir speichern eine Erfahrung
oder ein Muster ab, so dass wir demnächst direkt handeln können
ohne lange nachzudenken. Dies zeigt sich am Beispiel von sozialen
Medien. Wenn ich eine Information „like“, spielen Algorithmen
weitere ähnliche Inhalte aus, die mein Interesse bestätigen. Dabei
werden Informationen vernachlässigt, die meiner These widersprechen
oder dieser diametral gegenüberstehen. Irgendwann befindet sich der
User in einer „bubble“, die nur noch die eigene Meinung und die
eigenen Vorurteile bestätigt, ohne weitere Fakten zu
berücksichtigen. Wir sind dem Bestätigungsfehler auf den Leim
gegangen. „Es gibt keinen systematischen Zusammenhang zwischen
Alter und Leistung.“ Alters- oder Generationenstereotype begleiten
unseren Arbeitsalltag. New Work und Agilität werden mit einem
jugendlichen Stereotyp belegt. Somit hätten ältere MitarbeiterInnen
kaum eine Chance, in heterogenen Teams Fuß zu fassen, würde man
diesen Vorurteilen folgen. Dabei liefern alle Beteiligten
Erfahrungen und Talente und steigern damit das gemeinsame
Potenzial. Und gerade in komplexen und kreativen Projekten,
profitiert ein Team von Diversität.
Weitere Episoden
39 Minuten
vor 5 Jahren
50 Minuten
vor 5 Jahren
22 Minuten
vor 5 Jahren
7 Minuten
vor 5 Jahren
20 Minuten
vor 5 Jahren
In Podcasts werben
Kommentare (0)