Folge 144: Im Schwimmrausch
35 Minuten
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Beschreibung
vor 5 Tagen
Mit unserem heutigen Gast haben wir vor einem knappen Jahr schon
einmal gesprochen (Folge 107): Janis McDavid. Damals haben wir
ihn als Popstar begrüßt, denn wenn Janis irgendwo auftaucht,
starren ihn viele Menschen an wie einen Popstar, hat er selber
mal erzählt. Der Grund: Janis hat weder Arme noch Beine. Und
trotzdem hat er - was er selber nie für möglich gehalten hätte -
im Jahr 2024, im Alter von 33 Jahren, das Schwimmen gelernt.
Diesmal begrüßen wir ihn als Supermann. Denn Janis kann
mittlerweile nicht nur super schwimmen: Er ist 6-facher Deutscher
Rekordhalter, 3-facher Deutscher Kurzbahn-Meister im
Brustschwimmen und hat bei den internationalen Deutschen
Meisterschaften 2025 eine Silbermedaille erschwommen. Natürlich
kommt er gerade vom Training - und hat mal eben auf 100 Meter
Rücken eine persönliche Bestzeit geschafft.
Sieben bis neun Trainingseinheiten absolviert er pro Woche,
jeweils rund anderthalb Stunden, außerdem macht er noch
Krafttraining, vor allem für den Rumpf - denn der hilft ihm
hauptsächlich, im Wasser vorwärts zu kommen. Obwohl Janis
mittlerweile echt Spitze ist - finanziell gefördert wird er
nicht. Eher müsse er noch in seine Leidenschaft investieren,
erzählt er. Allein schon wegen des enormen
Badehosen-Verschleisses: Weil Janis keine Beine hat, bewegt er
sich mit dem Po über den Schwimmbad-Boden. Da wäre ein Spoinsor
schon gut. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Zum Glück ist Janis als Speaker und Influencer und Vermarkter
seines Buches „All inclusive“ zeitlich relativ flexibel. Wenn er
durch die Republik reist, um Vorträge zu halten, muss das
Training auch mal zurückstehen. Aber der Adrenalinschub, den das
Schwimmen bei ihm auslöst, hat ihn nach wie vor im Griff und es
macht ihm großen Spaß, immer wieder gegen sich selbst anzutreten.
Mittlerweile ist er nicht mehr im Landeskader Bayern, sondern
schwimmt unter der Berliner Flagge. Sind die Paralympics 2028 in
Los Angeles sein Ziel? Janis wäre nicht Janis, wenn das nicht der
Fall wäre. Aber das ist gar nicht so einfach. Denn abgesehen
davon, dass er seine Zeiten dafür dann doch noch um einiges
verbessern müsste: In seiner Startklasse ist das Angebot an
internationalen Wettkämpfen sehr schmal. Zur Zeit gibt es da nur
50 und 100 Meter Rücken - und das ist gerade eben nicht die
Paradedisziplin von Janis.
Aber natürlich lässt er sich davon nicht erschüttern - gerade
probt er mit seinem Trainer eine neue Rückenschwimm-Technik. Denn
er hat schon Lust auf die Paralympics, will sein Ziel aber auch
nicht zu hoch stecken. Klassisches Understatement, würden wir
sagen! Ein anderes Ziel hat er im letzten Sommer schon geschafft:
Einmal den Starnberger See durchschwimmen. Die 2,4 Kilometer hat
er in einer Stunde, 31 Minuten und 26 Sekunden geschafft. Eine
sensationelle Leistung, finden wir, aber typisch Janis: Er hätte
es schon gern unter anderthalb Stunden geschafft.
Jetzt wird er erstmal im Februar beim Berolina-Cup mitschwimmen -
und im Mai an den internationalen Deutschen Meisterschaften in
Berlin teilnehmen. Da hofft er darauf, dass er dann auch eine
internationale Klassifizierung bekommt. Wir drücken fest die
Daumen!
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