#123 Marine, Meyer Werft, USA, EU – VSM-Chef Lüken im Schiffbau-Gespräch

#123 Marine, Meyer Werft, USA, EU – VSM-Chef Lüken im Schiffbau-Gespräch

Experte sieht "besseren Realitätssinn" in Politik – "Umsatz-Verdopplung nicht überambitioniert"
40 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 2 Wochen
Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer beim deutschen Verband für
Schiffbau und Meerestechnik (VSM), ist ein erfahrener Experte für
das Werften-Geschäft. Seit Jahren warnt er vor einer wachsenden
Abhängigkeit der Schifffahrt von der asiatischen, speziell
chinesischen, Schiffbau-Industrie. Er fordert deutlich mehr
Engagement seitens der hiesigen Politik, um einen fairen Wettbewerb
mit den staatlich enorm unterstützen Werften in Fernost zu
ermöglichen. Angesichts der welt- und geopolitischen Entwicklungen
der jüngeren Vergangenheit sieht er jetzt einen veränderten
Realitätssinn in Berlin. Allerdings spricht er sich auch für einen
stärkeren europäischen Schulterschluss aus: "Wir werden die Themen
nicht alleine national lösen und dürfen nicht den Weg gehen, den
wir in den letzten 20 Jahren gegangen sind", sagt Lüken im HANSA
Podcast. In der Episode spricht er über den Marine-Schiffbau, der
großes Potenzial berge sowie eine große Nachfrage in auch in den
anderen Segmenten, in denen die deutschen Werften aktiv sind. Aber:
"Nur mit Highend können wir die kritische Messe unter Umständen
nicht aufrechterhalten." Eine Verdopplung des Umsatzes der
Schiffbau-Industrie hält er dennoch für "nicht überambitioniert",
sieht die Branche in einer "absoluten Wachstumsphase". Lüken
spricht unter anderem über die Übernahme von NVL aus der
Lürsse-Gruppe durch den Rüstungskonzern Rheinmetall, die Querelen
um die Meyer Werft sowie seiner Ansicht nach schwierige Aspekte in
der Sanierung nach dem Staatseinstieg. Außerdem geht es um das
deutsche Vergaberecht ("Der Auftrag nach Spanien war ein Fehler"),
Vor- und Nachteile von Staatswerften, die Politik der US-Regierung
Trump für die Werften ("Wir können den Amerikanern helfen") und den
vieldiskutierten Jones Act sowie die anstehende Nationale Maritime
Konferenz in Emden. Von dem Treffen von Politik und maritimer
Wirtschaft erwartet er deutlich mehr Konkretes als von der letzten
Ausgabe in Bremen vor einigen Jahren: "Unser Anspruch an eine
Nationale Maritime Konferenz ist größer", so Lüken, der auf
entsprechende Initiativen aus der Wirtschaft sowie Gespräche mit
Wirtschaftsministerin Reiche und den Maritimen Koordinator der
Bundesregierung, Christoph Ploss, eingeht.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15