#125 Seelotsin Miriam Schlüter: Von rund 850 Seelotsen sind wir nur vier Frauen

#125 Seelotsin Miriam Schlüter: Von rund 850 Seelotsen sind wir nur vier Frauen

vor 2 Wochen
Wie sieht der Arbeitsalltag einer Lotsin auf dem Nord-Ostsee-Kanal aus, welche Anforderungen bringt der Beruf mit sich und wie kommt man heute überhaupt in die Lotsenausbildung?
27 Minuten
Podcast
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Der maritime Talk

Beschreibung

vor 2 Wochen
Wie sieht der Arbeitsalltag einer Lotsin auf dem Nord-Ostsee-Kanal
aus, welche Anforderungen bringt der Beruf mit sich und wie kommt
man heute überhaupt in die Lotsenausbildung? Darüber spricht Miriam
Schlüter in der aktuellen Folge des HANSA Podcasts. Sie ist
Seelotsin auf dem Nord-Ostsee-Kanal und war die erste weibliche
Lotsin in ihrem Revier. Miriam Schlüter erläutert darin
ausführlich, wie die Lotsenbrüderschaft NOK 1 aufgestellt ist und
welche Weichen gestellt wurden. Im Gespräch geht es um den Verkehr
auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, um
Verantwortung und Kommunikation an Bord sowie um den eigenen
Berufsweg in eine nach wie vor stark männerdominierte Branche.
Schlüter beschreibt den Lotsenberuf als anspruchsvolle nautische
Aufgabe mit hoher Verantwortung. Die Seelotsen auf dem
Nord-Ostsee-Kanal, mitunter auch scherzhaft als „Grabenfahrer“
bezeichnet, übernehmen dabei weit mehr als reine
Streckenbegleitung. Auf dem NOK gehe es nicht nur darum, Schiffe
sicher durch den Kanal zu führen, sondern auch darum, Kapitäne in
anspruchsvollen Situationen zu beraten und ihnen frühzeitig
Sicherheit zu vermitteln. „Man muss ihnen einfach vorher sagen, was
passieren wird“, sagt Schlüter, die auch die Reaktionen der
Seeleute beschreibt. Zugleich macht die Lotsin deutlich, dass der
Berufsalltag stark von äußeren Faktoren abhängt. Wetterlage,
Verkehrsaufkommen und Schiffsgrößen beeinflussen, wann und wo ein
Einsatz ansteht. Gearbeitet werde auf dem Kanal auch regelmäßig an
Wochenenden. Besonders bei rauem Wetter über Dänemark steige der
Verkehr auf dem NOK häufig an, weil mehr Schiffe den geschützten
Weg durch den Kanal wählten. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist
Schlüters persönlicher Weg in die Schifffahrt. Im Gespräch geht es
auch um Frauen in der Seelotserei. Schlüter beschreibt ihre
Sichtbarkeit als „Rückenwind“. Sie wolle damit auch anderen Frauen
zeigen, dass der Beruf für sie offensteht. Noch immer ist der
Frauenanteil sehr gering. „Wir sind bei ungefähr 850 Seelotsen und
davon sind wir vier Frauen“, sagt sie. Umso wichtiger sei es,
Vorbilder sichtbar zu machen und den Beruf stärker bekannt zu
machen. Mit Fachkompetenz lasse sich dabei auch Skepsis schnell
entkräften. Zudem erläutert sie die heutigen Zugangswege in die
Lotsenausbildung und den hohen Nachwuchsbedarf.
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