#121 VDR-Chef: "Wir erwarten ein enorm bewegtes Jahr für die Reeder"
Martin Kröger über Deutsche Flagge, Tonnagesteuer, NMK und den
militärischen Schutz der Schifffahrt
25 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
"Wir erwarten ein enorm bewegtes Jahr", sagt Martin Kröger,
Hauptgeschäftsführer des Verband Deutscher Reeder (VDR), gleich zu
Beginn des Gesprächs. Geopolitische Spannungen, mögliche neue
Hafengebühren und offene Weichenstellungen in der internationalen
Klimapolitik sorgten für erhebliche Unsicherheit in der
Schifffahrt. Auch die Sicherheitslage auf zentralen Seewegen
verschärfe sich weiter. Im ersten HANSA Podcast des Jahres 2026
erläutert der seit 2022 amtierende VDR-Hauptgeschäftsführer, warum
das Rote Meer, die Straße von Taiwan und zunehmende
Navigationsstörungen in der Ostsee für Reedereien zu ernsthaften
Risikofaktoren geworden sind. Für deutsche Reeder stehe dabei vor
allem eines im Mittelpunkt: die Sicherheit der Seeleute. "Wir
können nicht riskieren, dass wir unsere Seeleute durch ein
Seegebiet schicken, wo sie möglicherweise ihr Leben verlieren", so
der Jurist. Anders als manche Wettbewerber könnten deutsche
Reedereien nicht auf eine flächendeckende militärische Begleitung
setzen. Auch strukturelle Themen kommen zur Sprache. Der Experte
erläutert, wie die deutsche Handelsflotte heute aufgestellt ist,
warum Containerschiffe weiterhin dominieren und weshalb das
Bulker-Segment keineswegs eine Schwäche darstellt. Gleichzeitig
beschreibt er den Bedeutungsverlust Deutschlands als
Schiffsfinanzierungsstandort und die Folgen für den maritimen
Wirtschaftsstandort insgesamt. Ein zentrales Thema des Gesprächs
ist die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ohne die Tonnagesteuer,
so Kröger, sei der Standort aus seiner Sicht nicht überlebensfähig.
Der Wettbewerb finde längst nicht mehr nur global, sondern auch
innerhalb Europas statt, etwa mit Dänemark oder den Niederlanden.
Ähnlich kritisch bewertet er die Situation der deutschen Flagge:
Sie biete klare Vorteile, leide aber unter Bürokratie,
Sonderregelungen und mangelnder Attraktivität im internationalen
Vergleich. Mit Blick auf die Nationale Maritime Konferenz (NMK)
Ende April fordert der VDR-Chef klarere Erwartungen des Staates an
die Handelsschifffahrt, gerade in Krisen- und Verteidigungsfällen.
Gleichzeitig spricht er über Tarifabschlüsse, Ausbildung,
Nachwuchsgewinnung und die Grenzen der Dekarbonisierung angesichts
fehlender alternativer Treibstoffe.
Hauptgeschäftsführer des Verband Deutscher Reeder (VDR), gleich zu
Beginn des Gesprächs. Geopolitische Spannungen, mögliche neue
Hafengebühren und offene Weichenstellungen in der internationalen
Klimapolitik sorgten für erhebliche Unsicherheit in der
Schifffahrt. Auch die Sicherheitslage auf zentralen Seewegen
verschärfe sich weiter. Im ersten HANSA Podcast des Jahres 2026
erläutert der seit 2022 amtierende VDR-Hauptgeschäftsführer, warum
das Rote Meer, die Straße von Taiwan und zunehmende
Navigationsstörungen in der Ostsee für Reedereien zu ernsthaften
Risikofaktoren geworden sind. Für deutsche Reeder stehe dabei vor
allem eines im Mittelpunkt: die Sicherheit der Seeleute. "Wir
können nicht riskieren, dass wir unsere Seeleute durch ein
Seegebiet schicken, wo sie möglicherweise ihr Leben verlieren", so
der Jurist. Anders als manche Wettbewerber könnten deutsche
Reedereien nicht auf eine flächendeckende militärische Begleitung
setzen. Auch strukturelle Themen kommen zur Sprache. Der Experte
erläutert, wie die deutsche Handelsflotte heute aufgestellt ist,
warum Containerschiffe weiterhin dominieren und weshalb das
Bulker-Segment keineswegs eine Schwäche darstellt. Gleichzeitig
beschreibt er den Bedeutungsverlust Deutschlands als
Schiffsfinanzierungsstandort und die Folgen für den maritimen
Wirtschaftsstandort insgesamt. Ein zentrales Thema des Gesprächs
ist die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ohne die Tonnagesteuer,
so Kröger, sei der Standort aus seiner Sicht nicht überlebensfähig.
Der Wettbewerb finde längst nicht mehr nur global, sondern auch
innerhalb Europas statt, etwa mit Dänemark oder den Niederlanden.
Ähnlich kritisch bewertet er die Situation der deutschen Flagge:
Sie biete klare Vorteile, leide aber unter Bürokratie,
Sonderregelungen und mangelnder Attraktivität im internationalen
Vergleich. Mit Blick auf die Nationale Maritime Konferenz (NMK)
Ende April fordert der VDR-Chef klarere Erwartungen des Staates an
die Handelsschifffahrt, gerade in Krisen- und Verteidigungsfällen.
Gleichzeitig spricht er über Tarifabschlüsse, Ausbildung,
Nachwuchsgewinnung und die Grenzen der Dekarbonisierung angesichts
fehlender alternativer Treibstoffe.
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