Wie wollen zwei Rebellen aus der Autoindustrie das Aus vom Verbrenner-Aus stoppen?
Christian Eder und Gregor Schmitt über ihre Petition gegen die
Aufweichung der EU-Flottengrenzwerte
27 Minuten
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Die Elektromobilität wächst – und wir schauen hinter die Kulissen, beleuchten Trends und Kontroversen.
Beschreibung
vor 2 Wochen
Das geplante Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035 erhitzt weiter
die Gemüter. In Brüssel könnte die Aufweichung der
CO₂-Flottengrenzwerte deutlich schneller durch die
EU-Gesetzgebung getrieben werden als gedacht. Doch ausgerechnet
aus der deutschen Automobilindustrie selbst kommt nun Widerspruch
– laut, organisiert und überraschend klar pro Elektromobilität.
In dieser Folge von eMobility Insights spricht
electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Christian Eder und
Gregor Schmitt. Beide sind seit Jahrzehnten in der
Zuliefererindustrie tätig, beide haben an Schlüsseltechnologien
der Elektrifizierung gearbeitet – und beide haben eine Petition
gestartet, die sich explizit gegen eine deutsche
Abkehr vom EU-weiten Verbrenner-Aus 2035 richtet. Mehr als 27.000
Menschen haben bereits unterschrieben – vor allem aus der
Autobranche.
Warum setzen sich erfahrene Brancheninsider gegen politische
Verwässerungen ein, während Teile der Industrie öffentlich auf
Plug-in-Hybride und synthetische Kraftstoffe setzen? Eder und
Schmitt sprechen offen über Investitionen, die auf dem Spiel
stehen, über verlorene Planungssicherheit – und über
Elektromobilitäts-Arbeitsplätze, die ausgerechnet jetzt unter
Druck geraten.
„Diese Transformation ist seit Jahren beschlossen – sie
jetzt aufzuweichen, bringt genau die Unsicherheit, die wir nicht
brauchen“, sagt Christian Eder mit Blick auf den
politischen Kurswechsel. Gregor Schmitt wird noch deutlicher:
„Wir reden hier von Elektromobilitäts-Arbeitsplätzen, die
abgebaut werden, weil der politische Rahmen nicht klar
ist.“
Das Gespräch geht weit über die Petition hinaus. Es geht um die
Realität in Zulieferer-Clustern wie der Region Nürnberg, um
gescheiterte Skalierung, um chinesische Wettbewerber – und um die
Frage, warum Plug-in-Hybride aus Sicht der Ingenieure eher ein
Feigenblatt als eine Zukunftstechnologie sind. „Wenn man
Elektromobilität wirklich voranbringen will, bringt der Ausbau
der Ladeinfrastruktur mehr als jede Plug-in-Förderung“,
so Schmitt.
Am Ende steht ein Appell, der selten so aus der Branche selbst zu
hören ist: Elektromobilität braucht kein weiteres Zögern, sondern
klare Entscheidungen. Oder, wie Eder es formuliert:
„Planungssicherheit ist kein ideologischer Wunsch – sie
ist die Grundlage dafür, dass Industrie funktioniert.“
Eine Episode über politischen Mut, industrielle Verantwortung und
die Frage, ob Deutschland aus früheren Technologiebrüchen gelernt
hat. Viel Spaß beim Hören! Und wenn Sie die Petition der beiden
Profis unterstützen wollen, bitte hier entlang.
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