Wirtschaftsvorteil Datenschutz?
Mit Frederick Richter, Holger Bleich und Joerg Heidrich
1 Stunde 11 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 6 Tagen
In der aktuellen Episode 152 der Auslegungssache widmen sich Holger
und Joerg einer derzeit teils verbittert geführten Debatte: Ist
Datenschutz ein Standortvorteil für Unternehmen oder doch nur ein
lästiger Kostentreiber? Als Gast begrüßen sie dazu Frederik
Richter, Vorstand der Stiftung Datenschutz. Anlass ist ein
aktuelles White Paper der Stiftung, das selbstbewusst den Titel
"Wirtschaftsvorteil Datenschutz" trägt. Frederick vertritt im
Podcast die Position der Stiftung, dass Unternehmen, die
Datenschutz ernst nehmen und zielgerichtet umsetzen, langfristig
resilienter und erfolgreicher sind. Er argumentiert, dass guter
Datenschutz fast automatisch auch eine bessere IT-Sicherheit mit
sich bringt und das wichtigste Kapital im digitalen Raum schafft:
Vertrauen. Gerade in Zeiten, in denen die DSGVO oft als
Innovationsbremse verschrien werde, wolle die Stiftung Datenschutz
einen Gegenpol setzen und Datenschutz als Qualitätsmerkmal "Made in
Germany" etablieren. Die Diskussion im Podcast zeigt jedoch
schnell, dass Theorie und Praxis auch in diesem Bereich bisweilen
auseinanderklaffen. Während Einigkeit darüber besteht, dass
Datenschutz Reputationsschäden verhindern kann, zweifeln die Hosts
an der These, dass er bereits heute ein echter Standortvorteil ist.
Holger verweist auf die Dominanz US-amerikanischer Konzerne, die
oft nach dem Prinzip "Move fast and break things" agieren und sich
ihre marktbeherrschenden Positionen teils durch die Missachtung
europäischer Standards gesichert haben. Auch die mangelnde
Nachfrage der Kunden nach datenschutzfreundlichen Produkten wird
thematisiert: Oft schlägt Bequemlichkeit die Datensparsamkeit.
Einig ist sich die Runde, dass im Datenschutzrecht die Bürokratie
für kleine Unternehmen dringend abgebaut werden muss. Es sei
unverhältnismäßig, wenn der Handwerksbetrieb um die Ecke dieselben
Dokumentationspflichten erfüllen muss wie ein Großkonzern, obwohl
das Risiko völlig unterschiedlich ist, betont Frederick. Hier setzt
die Runde ihre Hoffnungen in die anstehenden Reformen der DSGVO auf
EU-Ebene. Besonders kritisch sehen alle drei allerdings die Idee
der Bundesregierung, betriebliche Datenschutzbeauftragte
abzuschaffen. Das löse kein einziges Problem. Mehr Sympathie hat
Frederick für eine Zentralisierung der Datenschutzaufsicht auf
Bundesebene - zumindest für länderübergreifende Sachverhalte. Die
aktuelle Situation mit bis zu 17 unterschiedlichen
Behördenmeinungen zum selben europäischen Recht sei nicht tragbar.
und Joerg einer derzeit teils verbittert geführten Debatte: Ist
Datenschutz ein Standortvorteil für Unternehmen oder doch nur ein
lästiger Kostentreiber? Als Gast begrüßen sie dazu Frederik
Richter, Vorstand der Stiftung Datenschutz. Anlass ist ein
aktuelles White Paper der Stiftung, das selbstbewusst den Titel
"Wirtschaftsvorteil Datenschutz" trägt. Frederick vertritt im
Podcast die Position der Stiftung, dass Unternehmen, die
Datenschutz ernst nehmen und zielgerichtet umsetzen, langfristig
resilienter und erfolgreicher sind. Er argumentiert, dass guter
Datenschutz fast automatisch auch eine bessere IT-Sicherheit mit
sich bringt und das wichtigste Kapital im digitalen Raum schafft:
Vertrauen. Gerade in Zeiten, in denen die DSGVO oft als
Innovationsbremse verschrien werde, wolle die Stiftung Datenschutz
einen Gegenpol setzen und Datenschutz als Qualitätsmerkmal "Made in
Germany" etablieren. Die Diskussion im Podcast zeigt jedoch
schnell, dass Theorie und Praxis auch in diesem Bereich bisweilen
auseinanderklaffen. Während Einigkeit darüber besteht, dass
Datenschutz Reputationsschäden verhindern kann, zweifeln die Hosts
an der These, dass er bereits heute ein echter Standortvorteil ist.
Holger verweist auf die Dominanz US-amerikanischer Konzerne, die
oft nach dem Prinzip "Move fast and break things" agieren und sich
ihre marktbeherrschenden Positionen teils durch die Missachtung
europäischer Standards gesichert haben. Auch die mangelnde
Nachfrage der Kunden nach datenschutzfreundlichen Produkten wird
thematisiert: Oft schlägt Bequemlichkeit die Datensparsamkeit.
Einig ist sich die Runde, dass im Datenschutzrecht die Bürokratie
für kleine Unternehmen dringend abgebaut werden muss. Es sei
unverhältnismäßig, wenn der Handwerksbetrieb um die Ecke dieselben
Dokumentationspflichten erfüllen muss wie ein Großkonzern, obwohl
das Risiko völlig unterschiedlich ist, betont Frederick. Hier setzt
die Runde ihre Hoffnungen in die anstehenden Reformen der DSGVO auf
EU-Ebene. Besonders kritisch sehen alle drei allerdings die Idee
der Bundesregierung, betriebliche Datenschutzbeauftragte
abzuschaffen. Das löse kein einziges Problem. Mehr Sympathie hat
Frederick für eine Zentralisierung der Datenschutzaufsicht auf
Bundesebene - zumindest für länderübergreifende Sachverhalte. Die
aktuelle Situation mit bis zu 17 unterschiedlichen
Behördenmeinungen zum selben europäischen Recht sei nicht tragbar.
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