Lebensnaher, anschaulicher und handlungsorientierter Unterricht #66

Lebensnaher, anschaulicher und handlungsorientierter Unterricht #66

58 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Woche
Die Forderung nach Lebens- und Praxisnähe ist nicht nur ein
pädagogisches Ideal, sondern eine grundlegende Voraussetzung für
nachhaltiges Lernen. Wenn das, was ein Mensch erfährt oder lernen
soll, keinen „Sitz im eigenen Leben“ hat, bleiben Inhalte abstrakt,
unverstanden und kaum anwendbar. Warum tun sich
Bildungseinrichtungen dennoch so schwer damit, Lerninhalte nicht
nur über Vorträge zu vermitteln, sondern durch Methoden, die
individuelle Auseinandersetzung, persönliche Relevanz und echte
Weltbezüge ermöglichen? Liegt es am fehlenden Know-how, am
mangelnden Verständnis der Lehrenden oder an strukturellen
Rahmenbedingungen, die solche Lernformen erschweren?
Missverständnisse spielen dabei eine große Rolle. Montessoris
Forderung nach einem Lernen „mit Hirn, Herz und Hand“ wird häufig
belächelt – nicht, weil sie unvernünftig wäre, sondern weil sie oft
falsch interpretiert wird. Professionelles Lernen mit „Herz“
bedeutet nicht Sentimentalität, sondern emotionale Beteiligung,
Motivation, Sinnbezug. Lernen mit der „Hand“ meint die aktive,
handelnde Auseinandersetzung mit der Welt. Beides erfordert von
Lehrenden intensives Training, methodische Sicherheit und die
Bereitschaft, Lernprozesse neu zu denken. Gleichzeitig wird über
Reformversuche des Bildungsministeriums häufig geklagt. Viele
Lehrkräfte empfinden sie als „Reformitis“ – als ständige Eingriffe
von außen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie wird ein Mensch
in einem Thema wirklich kompetent? Können wir es uns als
Gesellschaft leisten, Jahr für Jahr zu viele junge Menschen ohne
ausreichende Kompetenzen aus dem Bildungssystem zu entlassen? Was
bräuchte Schule im 21. Jahrhundert unbedingt? - - - - - Elsbeth
Kossmeier und Benedikt Weingartner bewegt das Thema Lernen. Sie
setzen sich damit auseinander, was man für das Leben lernt, lernen
soll, freiwillig und unfreiwillig, bewusst und unbewusst. Mit ihren
unterschiedlichen Zugängen führen sie kritisch und mit utopischen
Gedanken im Hinterkopf einen Dialog. Beide sind viel beschäftigt
mit jungen Menschen, deren Reaktionen auf Schule, den
unterschiedlichen Motivationen, Neues zu entdecken und ins eigene
Leben hereinzunehmen, der Fähigkeit zur konstruktiven
Auseinandersetzung mit Leben und Welt, ihrer Haltung zum Lernen
generell. Elsbeth Kossmeier ist Gestaltpädagogin, war 40 Jahre lang
Lehrerin für Deutsch und Musik an einem Gymnasium sowie
Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich. Nach
wie vor ist sie Referentin für Lehrende für einen Unterricht, der
die Persönlichkeit der einzelnen Lernenden stärkt sowie deren
Lernmotivation und Lernerfolg zu steigern vermag.
Veröffentlichungen: Einzelnen gerecht werden. Chancen und
Herausforderungen eines Unterrichts in heterogenen Klassen, Linz
2013. | „Im Unterricht geht es um mich!“ Die Lernseitige
Orientierung von Unterricht, Klagenfurt 2019. Benedikt Weingartner
war 10 Jahre Benediktinermönch, Religionslehrer und später
internationaler Künstlermanager im Bereich der klassischen Musik.
Seit 2014 ist er Journalist und vor allem auf Außen- sowie
Europapolitik spezialisiert. Er moderiert EU-Bürger:innendialoge
und EU-Jugenddialoge. Darüber hinaus ist er Moderator und
Redaktionsleiter des TV-Jugendtalkmagazins #Europa4me
(https://www.okto.tv/europa4me)) sowie der Sendereihe „Europa :
DIALOG“ (https://www.okto.tv/europadialog). Kontakt:
leben-lernen@outlook.com

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