Gott will im Dunkel wohnen
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Beschreibung
vor 3 Wochen
Auch wenn wir uns nun schon in schnellen Schritten der
Passionszeit nähern, klingt in mir Weihnachten und die
Adventszeit nach.
Mich beschäftigt immer noch eine Zeile des Adventslieds Die Nacht
ist vorgedrungen.
Dort heißt es „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch
erhellt.“
In diesem kurzen Satz steckt für mich ganz viel vom Wesen Gottes
drin:
Gott will im Dunkel wohnen bedeutet für mich, Gott will genau da
sein, wo es dunkel ist, wo sich Dunkelheit in unserem Herzen
breit macht, wo ich mich allein und hilflos fühle. Dunkelheit
bedeutet, dass ich nichts sehen kann, dass mir die Orientierung
fehlt. Ich kann das farbenfrohe nicht erkennen und wo es dunkel
ist, fehlt das wärmende Licht der Sonne. Oft bleibt einem in der
Dunkelheit nichts, als abzuwarten und auszuhalten. Dunkelheit
bedrückt und greift nach einem. Dunkelheit gehört zum Leben,
jeder ist ihr auf die eine oder andere Weise ausgesetzt.
Genau das ist der Ort, an dem Gott wohnen will. Er nimmt sich des
Schwachen, des Hilfsbedürftigen, des Bedrohten, den Traurigen an.
Es heißt eben nicht: Gott will im Palast wohnen
oder Gott will bei den Siegreichen wohnen oder Gott will bei den
Stärksten wohnen.
Und die zweite Satzhälfte lautet: „und hat es doch erhellt.“
Dort, wo Gott ist, kann es nicht dunkel bleiben. Gott hat gar
keine andere Möglichkeit, als zu erhellen. Das ist sein Wesen.
Und obwohl er sich ganz gezielt in unsere Dunkelheit begibt und
dort wohnen will, d.h. sich dort dauerhaft aufhalten, sich dort
breit machen, sich dort einrichten will, kann dann die Dunkelheit
nicht dunkel bleiben.
Und wie in den Berichten vom Leben Jesu, beginnt dort wo Gott
Wohnung nimmt Hoffnung zu wachsen, Freude erwärmt das Herz, lang
gehegte Wünsche werden erfüllt, es zeigen sich neue Wege, Wunder
sind möglich. Manchmal kleine Wunder mit sanften Berührungen,
manchmal spektakuläre Lösungen langer Dunkelheitsphasen.
Dieser Satz „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt“
scheint sich für mich durch die die ganze Bibel zu ziehen.
Und auch wenn Gott zürnt und sich zurückzieht, dauerhaft geht das
nicht. Es ist ein zu wesentlicher Anteil an ihm, der sich ganz
gezielt in die Dunkelheit begeben will und wenn Gott ins Dunkel
kommt – so kann die Dunkelheit nicht dunkel bleiben – denn in
seiner Gegenwart wird es hell.
Eine gesegnete Woche wünscht Christine Sommer
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