Besser regieren mit Melanie Sully

Besser regieren mit Melanie Sully

Good Governance, Brexit und Österreich durch die britische Linse
37 Minuten
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Beschreibung

vor 6 Jahren
In der fünften Folge unseres Europaschwerpunkts haben wir mit
Melanie Sully gesprochen. Sie ist eine britische Politologin,
leitet das in Wien ansässige Go-Governance Institut und beschäftigt
sich mit der Qualität der Demokratie in Österreich. Warum haben wir
Österreicher einen Kompromiss schon vor dem Streit? Wie wird der
Brexit die EU verändern? Diese und mehr Fragen waren Teil des
Gesprächs. In der fünften Folge haben wir mit Melanie Sully
gesprochen. Sie ist eine britische Politologin, leitet das in Wien
ansässige Go-Governance Institut und beschäftigt sich mit der
Qualität der Demokratie in Österreich. Warum haben wir Österreicher
einen Kompromiss schon vor dem Streit? Wie wird der Brexit die EU
verändern? Diese und mehr Fragen waren Teil des Gesprächs. Hier
lesen Sie drei Stichpunkte: Die unendliche Geschichte Einer Frage,
der Melanie Sully seit einem Jahr nicht ausweichen kann, ist die
des Brexits. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen, sieht sie die
Situation nur als Symptom. „Das chaotische am Brexit ist nicht,
dass jemand austreten will. Sondern, dass es ohne Plan, ohne Idee
und mit einer Minderheitsregierung geschieht“. Mit letzterer ist es
schwierig überhaupt etwas zu beschließen, geschweige denn einen
Austritt aus der europäischen Union. Die langen Verzögerungen und
innenpolitischen Streitereien würden auch das Vertrauen der Briten
in die Demokratie beschädigen. „Die sehen, dass ihre Stimme nichts
bringt, falls sie dafür waren. Auch das Vertrauen in die direkte
Demokratie ist gesunken, vor dem Referendum war noch viel mehr
Enthusiasmus vorhanden“. In den letzten 20 Jahren gab es zwar ein
paar Möglichkeiten, das zu „lernen“, vom eigenen Parlament für
Schottland, bis zur Abstimmung über das Wahlsystem. Trotzdem sieht
Sully den Umgang Großbritanniens mit direkter Demokratie noch in
den Kinderschuhen. Österreich durch die britische Linse Seit den
70er Jahren interessiert sich Melanie Sully für die österreichische
Politik, ab den 80er Jahren war sie mit einer Gastprofessur auch
voll in Österreich angekommen. „Das waren sehr spannende Zeiten, in
denen das kleine Österreich eine große Rolle gespielt hat: Bruno
Kreisky als Bundeskanzler, Willy Brandt in Deutschland. Das war
eine Visionspolitik der Sozialdemokratie zur damaligen Zeit“. Auch
die Eigenheiten Österreichs fielen ihr auf: „Sozialpartnerschaft
war ein Fremdwort für mich!“. Nach Aufenthalten an den
Universitäten Wien und Innsbruck lehrte sie auch an der
Diplomatischen Akademie.

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