Wo Innovation und Politik harmonieren mit Edward Strasser

Wo Innovation und Politik harmonieren mit Edward Strasser

Wie der Gründer des „Innovation in Politics“ Institutes europaweit Politiker an einen Tisch bringt und parteiübergreifendes Vertrauen schafft.
30 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 6 Jahren
Edward Strasser und sein Team suchen europaweit politische
Innovationen und lassen sie von Bürgern und Fachjury bewerten.
Dafür verleihen sie die „Innovation in Politics“ Awards: Wie er
europaweit Politiker an einen Tisch bringt und parteiübergreifendes
Vertrauen schafft und vieles mehr, erzählt Edward Strasser in
dieser Folge. Idee und Vertrauen Nach einigen Jahren in der
PR-Branche hatte Edward Strasser eine Frage, die er sich im
Gespräch mit Freundinnen und Freunden immer wieder stellte: „Wie
muss Politik heute sein, damit sie funktioniert? Das heißt
Wertschätzung der Bürger und gute Ergebnisse“. Niemand hatte damals
eine Antwort. Die Suche nach Antworten führte durch ganz Europa:
„Wir haben uns europaweit auf die Suche begeben, nach jenen
Menschen in der Politik, die bereits erfolgreich neue Wege
beschreiten“. Diese neuen Wege mussten auch zur Folge haben, dass
die Bürger sich der Politik wieder zuwenden.Neu oder
wiedergewonnenes Vertrauen ist für Strasser eine essentielle
Eigenschaft. Wir erleben eine massive Erosion des Vertrauens in
Politik. Quer durch alle Schichten, Berufsgruppen und
Menschentypen, die die Politik zum Teil auch aufgegeben haben“,
sagt Strasser. „Gesetze werden im Parlament gemacht, unser
Zusammenleben wird in der Politik ausgemacht, nicht in der
Zivilgesellschaft“.Fundamentale Veränderung mit ungewissem
AusgangInnovation und Politik sind keine Felder die sich
üblicherweise gut ergänzen. Innovation ist mit Scheitern verbunden,
Scheitern von politischen Projekten geht oft mit dem Abgang der
Verantwortlichen einher. Warum steigt die Bereitschaft zur
Innovation trotzdem? Nach dem Motto besser spät als nie, meint
Strasser: „Es ist sehr menschlich, dass die Bereitschaft zur
Weiterentwicklung, zur Veränderung dann zunimmt, wenn das Wasser
bis zum Hals steht. Unsere Demokratie durchläuft gerade eine
fundamentale Veränderung mit ungewissem Ausgang“.Dieser Prozess
habe manchen Politiker und Politikerin angeregt, Denkprozesse und
traditionelle Arbeitsweisen zu verändern. Alle stellen sich die
Frage nach dem Wie, aber niemand hat den Königsweg gefunden. „Nur
gemeinsames Lernen kann hier helfen“. Praktische Beispiele für
diesen neuen Weg ist eine Gesetzverfassung in Frankreich, die im
Rahmen einer Beteiligung von 21.000 Menschen per Crowdsourcing
entstand.Kooperation statt KonkurrenzPolitik ist kein Ort, an dem
sich gewählte Repräsentant*innen gerne von anderen dreinreden
lassen. Wie lässt sich seine Dienstleistung erklären, dass er
europaweites Policy-Scouting und sogar parteiübergreifenden Dialog
anbieten kann?„Die Bereitschaft auf die Erfahrungen und Wissen von
anderen Menschen in der Politik zurückzugreifen ist sehr hoch.
Üblicherweise sind Politikerinnen und Politiker sehr skeptisch,
wenn ihnen Experten gegenüberstehen, aber andere Leute aus der
Politik werden viel leicht akzeptiert“, erklärt Strasser einen
zentralen Unterschied. „Solange die Personen nicht in einem
unmittelbaren Wettbewerb stehen, ist die Bereitschaft zum
Erfahrungsaustausch selbst über Parteigrenzen hinweg sehr
groß“.Viele Themengebiete, etwa Umwelt, lassen sich ohnehin nicht
von Staatsgrenzen beeindrucken. Andere Situationen erfordern
weniger Erfindergeist als vielleicht anfangs angenommen. „Probleme
– und die Lösungen – für Jugendarbeitslosigkeit können bis zu einem
gewissen Grad parallel existieren und funktionieren“, sagt
Strasser. Man müsse das Rad nicht immer neu erfinden, sondern könne
auf bestehende und geprüfte Antworten zurückgreifen.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15