Achtsamkeit in der Politik mit Martina Esberger-Chowdhury

Achtsamkeit in der Politik mit Martina Esberger-Chowdhury

Was bringt Meditation für Politiker? Wie schafft man Ruhe in hektischer Tagespolitik?
41 Minuten
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Beschreibung

vor 6 Jahren
Eine Entscheidung treffen, statt zu reagieren: Das geht mit
bewusstem Leben. Die Achtsamkeitsberaterin im Gespräch mit Philipp
Weritz über die Wissenschaft hinter Meditation, was sie Kritikern
sagt und warum sie gerne mit Alexander van der Bellen auf einen
Kaffee gehen würde. Esberger-Chowdhury war in einer klassischen
Konzernkarriere gestartet und fand dort anfangs noch Erfüllung.
„Wer keinen Sinn in seiner Arbeit findet, der ist auch nicht
exzellent“, sagt sie. Trotzdem war immer eine Art Leere vorhanden.
Seit der Kindheit hatte sie erste Erfahrungen mit Meditation und
bewusstem Leben gemacht: „Es hieß damals vielleicht nicht
Achtsamkeit, sondern Bewusstseinserweiterung oder bewusst Leben“.
Damit war die Saat gelegt. Nach der Ausbildung stieg sie in der
Pharmabranche und in das Hamsterrad ein. „Karriere machen, Kinder
kriegen, Eigentum anschaffen. Man ist mit den Gedanken überall,
außer in der Gegenwart. Zum Glück gibt einem das Leben immer
Stupser“. Die Sinnfrage wurde wieder lauter, ausgehend von den
Gedanken, was mache ich eigentlich da? 2013 steigt sie aus mit der
Erinnerung an die Kindheit. „Sich die Sinnfrage zu stellen, ist ein
ewiger und langsamer Prozess. Ich bin heute immer noch nicht dort,
wo ich gern sein würde“. Meditieren im Parlament Achtsamkeit
beginnt immer beim Einzelnen, sagt Esberger-Chowdhury. Das gilt
besonders für Politikerinnen und Politikern die davon profitieren
können. „Wenn man sich selber besser kennt, wenn man seine
Gedankenwelt erforscht und wenn man seine Emotionen kennt und in
Schach halten kann! Wenn ich weiß, wie ich verantwortungsvoll damit
umgehe, dann bin ich achtsam“. In der Hektik und dem Lärm des
politischen Tagesgeschäfts werde oft vergessen, dass auch die
Vertreter*innen des Volks nur Menschen sind. „Es muss jetzt nicht
jeder Politiker anfangen, zu meditieren, das ist eine persönliche
Entscheidung“. Aber das Bewusstsein, Dinge sein zu lassen, zu ruhen
und aktiv „nichts“ zu tun, ist vor allem in dieser Branche nicht
gern gesehen. Wie kann das in deren Alltag ganz konkret umgesetzt
werden? „Bei Politikern ist wichtig zu vermitteln, dass wenn sie
sich besser spüren, dann agieren sie anders“. Das habe mit der
Tendenz zur Reaktion zu tun, mit negativen Angriffen und mit der
Ruhelosigkeit. Achtsamkeit bringt eine Nähe zur Gesellschaft, zum
Team, mit dem man sich umgibt. Die „weichen“ Themen wie Empathie
und Mitgefühl würden so auch wieder stärker zum Thema werden.

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