Akademie der Zivilgesellschaft mit Brigitte Pabst

Akademie der Zivilgesellschaft mit Brigitte Pabst

Ehrenamt, der Wert der kostenlosen Arbeit und Zivilgesellschaft in der Demokratie
40 Minuten
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Beschreibung

vor 6 Jahren
Ehrenamt will gelernt sein Ein Gründungsservice für
Freiwilligenprojekte, beschreibt Pabst die Akademie der
Zivilgesellschaft in einem Satz. Die Idee kam gemeinsam mit den
Flüchtlingen im Sommer 2015: „Alle hatten den Wunsch zu helfen!
Nicht nur als Bewohner Wiens, sondern auch als Wiener
Volkshochschulen dachten wir nach, wie wir das bewerkstelligen“.
Statt der direkten Umsetzung von Ideen blieb die VHS bei dem, was
sie am besten kann, nämlich der Bildung. Statt einen Kochkurs zu
veranstalten, wird unterrichtet, wie man einen Kurs organisiert:
Projektmanagement, Teamkoordination, Teamleitung, Zeitmanagement
und Kontakte sind die Inhalte. „Bei jedem neuen Projekt denken wir
nach welches Magistrat, welcher Verein oder Institution könnte
helfen? Wir vernetzen diese Menschen, damit das nicht voneinander
abgelöst ist“. Der erste Lehrgang begann 2016: „Pionierphasen sind
immer stressig und cool. Es gab so viel Nachfrage, dass wir zwei
Stück parallel gestartet haben“. Auch das Programm hat sich seit
damals differenziert, heute sind die Kurse zweigeteilt: „Die eine
Gruppe entwickelt ihre Ideen von Null weg, der nächste Kurs baut
darauf auf. Fortgeschrittene Gründer können ihre bestehenden
Projekte reorganisieren und vermischen sich mit Menschen aus dem
ersten Kurs“. Landleben und Kommerz Bei den Projekten geht es um
echte Partizipation, parteipolitische Nähe ist nicht erwünscht.
„Ich komme aus dem Dorf, und wenn man etwas haben wollte, dann
musste man das machen. Egal ob ein Ball, ein Kräutergarten, eine
Bank. Es gab keine Stelle wo wir anrufen konnten und sagen ‚Macht
das bitte!‘, sondern man musste es selbst machen“. Einer der
Vorteile vom Leben am Land, wie sie sagt. „Es wird gesehen, man
bekommt Anerkennung, weil ich das tun kann und tun muss“. Das ist
auch das Schöne am Ehrenamt im Einzelnen. Jemand der in einer Masse
aufgehen möchte, kann sich immer noch in einer großen
Freiwilligenorganisation betätigen. „Wir sprechen aber
Gründungspersönlichkeiten an. Wir möchten die, die in ihrem Grätzl
trockene Bäume sehen, und fragen, wie können wir die gießen oder
neue Bäume besorgen“. Die Auswahl der Bewerber ist streng, was die
Abgrenzung zu kommerziellen Zielen angeht. „Im ersten Lehrgang
hatten wir Leute dabei, die das aus einem kommerziellen Zweck
betrieben haben. Sie wollten ihre Informationen nicht teilen, weil
das einen Geschäftsvorteil darstellt. Die ehrenamtlichen Teilnehmer
gingen großzügig mit Informationen um, was die Gruppe stärkte“.
Seitdem werden solche Bewerber nicht mehr zugelassen. Erlaubt,
verboten, erwünscht „In unserer Kultur ist das Denken, was nicht
erlaubt ist, ist verboten, leider. Man sollte denken erlaubt ist
alles, was nicht verboten ist. So ticken wir nicht und es gibt aber
viele Menschen, die gerne etwas tun wollen“. Das ist ein
Grunddilemma in der Haltung vieler, die sich mit eigenen Projekten
beschäftigen oder mit Ideen für Freiwilligenarbeit spielen. Pabst
erzählt von einer Gruppe von 70-jähriger Damen, die an einem Café
arbeiten wollten, aber sich einfach nicht als Gründerinnen sahen.
Die fertigen Ideen reichen von Stammzellenspenden, Straßenkunst,
Pflege, Ernährung, Nachbarschaft zu Flüchtlingen und vielem mehr.
„Der soziale Ansatz war zwar der Start aber nie der alleinige
Fokus. Im Anschluss kamen Demokratie, Kultur, Bildung, jetzt ist
Ökologie ein Thema. Es gibt uns noch nicht lange, aber trotzdem
merken wir Moden“. Die einzigen inhaltlichen Voraussetzungen sind
nicht kommerziell und es die Förderung zum guten Zusammenleben in
Wien beitragen. Gut ist subjektiv, das weiß Pabst, aber da die
Stadt Wien das finanziert, müssen die Früchte der Arbeit lokal
spürbar sein.

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