Die Themen von Morgen mit Andreas Kovar
Wie man große gesellschaftliche Entwicklungen voraussieht und wo
Politik konstruktiv ist
51 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Der Public-Affairs-Berater Andreas Kovar erklärt wieso und wo
Politik konstruktiver ist als gedacht und wie man Inhalte von
gesellschaftlicher Relevanz findet. Hier lesen sie zwei Stichpunkte
aus dem Gespräch. Am richtigen Fuß erwischt werden Kovar erzählt,
dass seine Projekte und Kontakte oft aus Bestehendem gewachsen
sind: „Fast immer hat eines zum nächsten geführt“. Ein Beispiel ist
die Arena Analyse, eine Methode die das Ziel hat zukünftige
gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Entwicklungen zu
identifizieren. Im Gespräch mit dem CEO der Post AG, fragte dieser
2003, wie können wir es verhindern, von großen Themen nicht am
falschen Fuß erwischt zu werden? „Wir haben uns ein Jahr lang
schlau gemacht. Wie gehen Institutionen wie Versicherungen,
Militär, Kirchen oder Regieren mit strategischer Früherkennung
um?“. Das Ergebnis ist vergleichsweise simpel, man muss mit
Insidern reden. „Damit kann man zwar keine Zukunftsforschung
betreiben, aber man weiß, was hier und heute passiert. Das ist aber
nicht das, was in der Öffentlichkeit diskutiert wird“. Politik und
Medien würden sich zwar gerne als Avantgarde und Vorreiter geben,
in Wirklichkeit laufen sie aber immer gesellschaftlichen
Entwicklungen hinterher. Seit 2006 wird einmal jährlich die Frage
gestellt „Was blüht uns morgen?“, sagt Kovar. Eine Beobachtung, die
ihm seit damals aufgefallen ist, ist das Tempo von Veränderungen:
„Die Entwicklungen gehen nicht so schnell, wie man denkt, diese
Langsamkeit ist erstaunlich. Klimawandel ist seit den 80er Jahren
ein Thema, medial hat es aber erst vor zwei, drei Jahren richtig
begonnen“. Praktisch gesehen fragt das Team 50-100 Expert*innen,
welche Dinge sie aktuell beschäftigen, die in der Öffentlichkeit
noch keinen Raum finden oder mehr Beachtung benötigen. Wie
identifiziert man Menschen, die Themen von morgen identifizieren?
„Wir versuchen ein Thema möglichst vielfältig anzugehen, um so
blinde Flecken auszuschließen und keine Verzerrungen zu erleiden.
Politiker sind ausgeschlossen, denn die erzählen was sie gerne
erreichen würden. Auch Journalisten fragen wir nicht, denn die
erzählen was in den letzten Wochen in den Medien diskutiert wurde“.
Gute Beobachter, die keine Themen verkaufen wollen, fasst er
zusammen. Konfrontation versus Kooperation Die aktuellste Ausgabe
der Arena Analyse behandelt das Thema Konstruktive Politik. Dabei
ist es nicht um die Frage gegangen wer konstruktive Politik
betreibt, sondern welche Experten ein mehr oder weniger an
Konfrontation und Kooperation bemerken. An den Orten abseits der
politischen Großbühne, wo die tatsächliche Arbeit stattfindet.
„Hätte man nur die Medien analysiert, wäre man zu dem Schluss
gekommen, dass es sehr viel mehr Konfrontation gibt. Man hätte das
auf die neue Regierung 2017 zurückgeführt oder auf die Wahl von
Trump. Was in den Medien aber nicht steht, ist, dass es deutlich
mehr Kooperation gibt“. Kovar erzählt, dass die Überlegung aufkam,
ob dies nicht durch das eigene Verhalten verzerrt worden war. „Wir
arbeiten an Lösungen, nicht am Verhindern. Daher sind wir auch oft
mit Leuten in Kontakt, die Lösungen finden wollen“. Schlussendlich
kam aber ein interessantes Fazit dabei heraus: Die Art der
Konfrontation hat sich verändert. Politiker verschiedener Couleurs
würden auch länderübergreifend zusammenarbeiten, während solche,
die im selben Wählerteich angeln, sich schwerer tun. „Aber sogar
das stimmt nicht immer. Auf regionaler Ebene wird ein konstruktives
Umfeld sogar erwartet und auch belohnt“. Tendenziell lässt es sich
konstruktiver arbeiten, je weniger man im Rampenlicht steht. „Im
Spotlight ist es oft schwierig konstruktiv zu agieren. Wenn keine
Kameras da sind, verhalten sich die Leute ganz anders“.
Politik konstruktiver ist als gedacht und wie man Inhalte von
gesellschaftlicher Relevanz findet. Hier lesen sie zwei Stichpunkte
aus dem Gespräch. Am richtigen Fuß erwischt werden Kovar erzählt,
dass seine Projekte und Kontakte oft aus Bestehendem gewachsen
sind: „Fast immer hat eines zum nächsten geführt“. Ein Beispiel ist
die Arena Analyse, eine Methode die das Ziel hat zukünftige
gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Entwicklungen zu
identifizieren. Im Gespräch mit dem CEO der Post AG, fragte dieser
2003, wie können wir es verhindern, von großen Themen nicht am
falschen Fuß erwischt zu werden? „Wir haben uns ein Jahr lang
schlau gemacht. Wie gehen Institutionen wie Versicherungen,
Militär, Kirchen oder Regieren mit strategischer Früherkennung
um?“. Das Ergebnis ist vergleichsweise simpel, man muss mit
Insidern reden. „Damit kann man zwar keine Zukunftsforschung
betreiben, aber man weiß, was hier und heute passiert. Das ist aber
nicht das, was in der Öffentlichkeit diskutiert wird“. Politik und
Medien würden sich zwar gerne als Avantgarde und Vorreiter geben,
in Wirklichkeit laufen sie aber immer gesellschaftlichen
Entwicklungen hinterher. Seit 2006 wird einmal jährlich die Frage
gestellt „Was blüht uns morgen?“, sagt Kovar. Eine Beobachtung, die
ihm seit damals aufgefallen ist, ist das Tempo von Veränderungen:
„Die Entwicklungen gehen nicht so schnell, wie man denkt, diese
Langsamkeit ist erstaunlich. Klimawandel ist seit den 80er Jahren
ein Thema, medial hat es aber erst vor zwei, drei Jahren richtig
begonnen“. Praktisch gesehen fragt das Team 50-100 Expert*innen,
welche Dinge sie aktuell beschäftigen, die in der Öffentlichkeit
noch keinen Raum finden oder mehr Beachtung benötigen. Wie
identifiziert man Menschen, die Themen von morgen identifizieren?
„Wir versuchen ein Thema möglichst vielfältig anzugehen, um so
blinde Flecken auszuschließen und keine Verzerrungen zu erleiden.
Politiker sind ausgeschlossen, denn die erzählen was sie gerne
erreichen würden. Auch Journalisten fragen wir nicht, denn die
erzählen was in den letzten Wochen in den Medien diskutiert wurde“.
Gute Beobachter, die keine Themen verkaufen wollen, fasst er
zusammen. Konfrontation versus Kooperation Die aktuellste Ausgabe
der Arena Analyse behandelt das Thema Konstruktive Politik. Dabei
ist es nicht um die Frage gegangen wer konstruktive Politik
betreibt, sondern welche Experten ein mehr oder weniger an
Konfrontation und Kooperation bemerken. An den Orten abseits der
politischen Großbühne, wo die tatsächliche Arbeit stattfindet.
„Hätte man nur die Medien analysiert, wäre man zu dem Schluss
gekommen, dass es sehr viel mehr Konfrontation gibt. Man hätte das
auf die neue Regierung 2017 zurückgeführt oder auf die Wahl von
Trump. Was in den Medien aber nicht steht, ist, dass es deutlich
mehr Kooperation gibt“. Kovar erzählt, dass die Überlegung aufkam,
ob dies nicht durch das eigene Verhalten verzerrt worden war. „Wir
arbeiten an Lösungen, nicht am Verhindern. Daher sind wir auch oft
mit Leuten in Kontakt, die Lösungen finden wollen“. Schlussendlich
kam aber ein interessantes Fazit dabei heraus: Die Art der
Konfrontation hat sich verändert. Politiker verschiedener Couleurs
würden auch länderübergreifend zusammenarbeiten, während solche,
die im selben Wählerteich angeln, sich schwerer tun. „Aber sogar
das stimmt nicht immer. Auf regionaler Ebene wird ein konstruktives
Umfeld sogar erwartet und auch belohnt“. Tendenziell lässt es sich
konstruktiver arbeiten, je weniger man im Rampenlicht steht. „Im
Spotlight ist es oft schwierig konstruktiv zu agieren. Wenn keine
Kameras da sind, verhalten sich die Leute ganz anders“.
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