Zwischen Design und Verwaltung mit Caroline Paulick-Thiel

Zwischen Design und Verwaltung mit Caroline Paulick-Thiel

Innovation in stabilen Institutionen und Infrastruktur für eine neue Generation
36 Minuten
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Beschreibung

vor 5 Jahren
Die Mitgründerin und strategische Direktorin von „Politics for
Tomorrow“, Caroline Paulick-Thiel schafft Innovation im
öffentlichen Sektor in Deutschland. Wie Design und Verwaltung
miteinander funktionieren und warum wir unser Verständnis von
Politik schärfen müssen. Eine Frage der Definition Bevor man die
Politik von morgen definiert, muss es ein klares Verständnis geben,
über welche Art von Politik wir sprechen, sagt Paulick-Thiel. „Wie
definieren wir das für uns? Geht es um Parteipolitik,
Lebenspolitik, Politik in Organisationen oder öffentlichen
Institutionen?“ Die Politik als solches gibt es nicht, daher greift
sie auf die politikwissenschaftliche Einteilung in Politics, Polity
und Policy zurück: „Politics sind die Prozesse mit denen wir zu
Policies kommen. Wie treffen wir Entscheidungen, um zu neuen
Rahmenbedingungen und zu neuen Institutionen, also Polity, zu
kommen?“ Als Organisation fokussieren sie sich nicht auf Policies,
also Inhalte, sondern bleiben bei den Politics als Prozessen. „Wie
kann man das besser betrachten, besser organisieren und
Perspektiven einbringen, wo wir blinde Flecken haben, die wir
bisher vergessen haben?“ Das beinhaltet nicht nur Personengruppen,
sondern auch „commons“, also Gemeingüter. „Wie können wir in Wien
die Wiener Luft an den Tisch bekommen? Entitäten, die maßgeblich
für unsere Lebensgrundlage entscheidend sind mit an den Tisch
holen?“. Wie repräsentiert man etwas, das nicht repräsentierbar
ist? „Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze, wie man so etwas
legislativ macht. Michel Serres hat in seinem Buch „Der
Naturvertrag“ Vorschläge gemacht, wie man Natur legislativ
repräsentiert. Es gibt über Ombudsansätze, wo eine Person Natur
repräsentiert. Wir arbeiten seit diesem Jahr auch mit systemischen
Aufstellungen, wo wir zum Beispiel den Umgang von Verzicht oder
Gemeinwohl mit in den Denkraum und den körperlichen Raum holen.
Über Dinge sprechen, die unsichtbar sind, aber die uns alle
betreffen“, erzählt Paulick-Thiel. Wie kommt dieser Ansatz in der
Praxis an? „Wir arbeiten aktuell in Deutschland mit einem diversen
Netzwerk an Einzelpersonen, die sehr offen sind und in ihren
Institutionen Veränderung anstoßen. Der Übergang von individueller
Leistung zu organisationaler Kapazität stellt dabei eine große
Hürde dar“. Die Knackpunkte, die oft verhindern, dass neue Prozesse
in der Verwaltung ankommen, liegen auf rechtlicher,
organisationaler und bürokratischer Seite. Man müsse neue Routinen
auf einer hohen Ebene erreichen, um einer kritischen Masse an
Beamten Zugang zu geben, argumentiert sie. Infrastruktur für die
nächste Generation Auch in Deutschland sei in den letzten Jahren
die folgende Botschaft angekommen: „Der öffentliche Sektor ist mit
Herausforderungen konfrontiert, die sich nicht ohne Kreativität,
Kooperation und neue Arbeitsansätze lösen lassen“. Die Frage sei
bei Führungskräften angekommen, auch in der Hinsicht, das Potential
der vielen Mitarbeiter des öffentlichen Sektors zu nutzen. „Darin
sehe auch unsere Aufgabe: Räume aufzumachen, Infrastrukturen für
eine nächste Generation aufzubauen, um sich zu entfalten. Dinge
anzugehen, die junge Menschen maximal bewegen, aber auf die unsere
öffentlichen Systeme nur minimale Antworten darauf haben“.

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