Der misslungene Regime-Change im Iran | Von Jochen Mitschka

Der misslungene Regime-Change im Iran | Von Jochen Mitschka

22 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.


Die deutschsprachigen Massenmedien waren in den letzten Tagen
voll von Berichten über die angeblichen Massaker der iranischen
Sicherheitskräfte an "friedlichen Demonstranten". Der geneigte
Leser könnte vielleicht interessiert sein, einmal die
Zusammenfassung der Ereignisse aus Sicht des Globalen Südens zu
lesen. 


Hier also eine Zusammenfassung, so wie sie außerhalb der Medien
der den Iran dämonisierenden Kolonialmächte und ihren Vasallen
wahrgenommen wird, wodurch natürlich auch eine Einseitigkeit
gegeben ist. Die Angaben stammen zum großen Teil aus iranischen
Meldungen. Der Leser mag sich selbst ein Urteil bilden.


Wie alles begann


Die friedlichen Proteste (1) gegen wirtschaftliche Missstände
begannen letzten Monat im Großen Basar von Teheran. Sie
eskalierten dann durch eine höchst komplex organisierte, von
Außen orchestrierte und gesteuerte Kampagne zu blutigen
Straßenschlachten zwischen bewaffneten Randalierer (2), die auf
Sicherheitskräfte und normale Passanten losgingen. Ziel dieser
Kampagne war es, die tatsächliche Unzufriedenheit in einen
umfassenden gewaltsamen Aufstand umzuwandeln.


Zunächst ein Wort zu den Ursachen. Einerseits war der Verfall der
iranischen Währung sicher zum Teil auf die Sanktionen, zum Teil
auf Fehler in der Wirtschaftspolitik zurückzuführen, aber was
kaum beleuchtet wurde: Auch Währungsspekulanten vom Typ eines
Soros hatten die Währung an den Rand des Absturzes gebracht. Max
Blumenthal berichtet (3):
"US-Finanzminister Scott Bessent rühmt sich damit, dass die
sadistischen US-Sanktionen die iranische Währung absichtlich
abgewertet hätten und 'deshalb [die Iraner] auf die Straße gegangen
sind'. 'Das ist Wirtschaftspolitik, ganz ohne Schüsse', fügte
Bessent hinzu."

Und Pepe Escobar hatte schon hinterfragt, warum China nicht mit
den riesigen Währungsreserven eingesprungen war, um das zu
verhindern. Angesichts der Tatsache, wie wichtig der Iran für die
Entwicklung der neuen Seidenstraße sei. 


Dieser plötzliche Wertverfall des Rial hatte zu friedlichen
Demonstrationen der Händler geführt, die auf ihre
wirtschaftlichen Beschwerden über Währungsschwankungen und
steigende Inflation aufmerksam machten, und auch von der
Regierung zu Gesprächen eingeladen wurden. Sie waren mitnichten
Feinde der Regierung, wie sie einst halfen, die Schah-Diktatur zu
stürzen. Aber ihre Demonstrationen wurden schnell von
ausländischen Akteuren instrumentalisiert, die Chaos stiften
wollten. So als ob die Währungsmanipulationen die erwarteten
Ergebnisse gegeben hätte.


Die Reaktion der Regierung


Die iranische politische Führung, darunter der Staatschef, bzw.
in iranischen Worten "Oberste Führer der Islamischen Revolution",
Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, Präsident Masoud Pezeshkian und
Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf, grenzten ziemlich
umgehend zwischen einer rechtmäßigen öffentlichen Versammlung und
den Aktionen von ausländisch gesteuerten Randalierern ab.


CIADiese Einschätzung wurde durch die Verhaftung zahlreicher
Mossad- und CIA-Agenten im ganzen Land, die gerichtliche
Aufdeckung gefälschter Opferberichte und forensische Analysen
bestätigt, die eine koordinierte digitale Desinformationskampagne
aufdeckten, die durch KI-generierte Inhalte und manipulierte
Audioaufnahmen angeheizt wurde. Das Muster ähnelt stark der
ausländischen Einmischung, die während der Unruhen von 2022
akribisch dokumentiert wurde, als Geheimdienste die Beteiligung
von mehr als 20 westlichen Geheimdiensten aufdeckten.


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