Episode 264: Marie Antoinette - Barock als Pop, Geschichte als Vibe
“Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”
1 Stunde 32 Minuten
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Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, des...
Beschreibung
vor 1 Monat
“Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!” Dieses Zitat
verfolgt Marie Antoinette seit sie in Paris beim Volk und am Hofe
in Ungnade gefallen ist. Ist dieses Zitat doch die beste
Illustration für Prunksucht, Realitätsfremde und demonstratives
Desinteresse. Der Film von Sofia Coppola aus dem Jahr 2006 will all
das untersuchen: Die Prunksucht zeigen, die Realitätsverschiebung
und das angebliche Desinteresse an allem, was nicht mit ihr zu tun
hat. Aber spannenderweise nicht indem Wert auf biografische Daten
gelegt wird - die natürlich auch abgearbeitet werden - sondern vor
allem als Vibe. Alles was wir sehen, von der Ankunft mit 14 als
verkaufte Braut in Versailles bis zum missglückenden Ehevollzug,
wird uns als Vibe inszeniert und wir können mit dieser jungen Frau
mitviben. Und das nicht nur weil wir das gefühlte Leben am Hof
einatmen, sondern weil wir in 90er Jahre New Wave und Post-Punk
baden, während die Königin wie jede andere jugendliche versucht ihr
Leben zu genießen und angemessen viel scheiße zu bauen. Wir
erkennen die universelle Jugend in ihr und die Einsamkeit und
Depression einer Frau in einer Zeit in der an allgemein anerkannten
Feminismus noch nicht zu denken war. Und alles andere? Die Politik?
Die Armut der Menschen? Die wirtschaftlichen Probleme? Werden für
uns zu großen Teilen ausgeblendet. Wie Marie Antoinette es eben
vielleicht auch gern getan hätte. Tja. Hätte… Plor. Hätte Marie
Antoinette denn wirklich alles ausblenden wollen? Hat sie es
geschafft? Wieviel mitfühlende Fiktion sehen wir hier oder wie nah
kommen wir ihr wirklich? Was meinst du?
verfolgt Marie Antoinette seit sie in Paris beim Volk und am Hofe
in Ungnade gefallen ist. Ist dieses Zitat doch die beste
Illustration für Prunksucht, Realitätsfremde und demonstratives
Desinteresse. Der Film von Sofia Coppola aus dem Jahr 2006 will all
das untersuchen: Die Prunksucht zeigen, die Realitätsverschiebung
und das angebliche Desinteresse an allem, was nicht mit ihr zu tun
hat. Aber spannenderweise nicht indem Wert auf biografische Daten
gelegt wird - die natürlich auch abgearbeitet werden - sondern vor
allem als Vibe. Alles was wir sehen, von der Ankunft mit 14 als
verkaufte Braut in Versailles bis zum missglückenden Ehevollzug,
wird uns als Vibe inszeniert und wir können mit dieser jungen Frau
mitviben. Und das nicht nur weil wir das gefühlte Leben am Hof
einatmen, sondern weil wir in 90er Jahre New Wave und Post-Punk
baden, während die Königin wie jede andere jugendliche versucht ihr
Leben zu genießen und angemessen viel scheiße zu bauen. Wir
erkennen die universelle Jugend in ihr und die Einsamkeit und
Depression einer Frau in einer Zeit in der an allgemein anerkannten
Feminismus noch nicht zu denken war. Und alles andere? Die Politik?
Die Armut der Menschen? Die wirtschaftlichen Probleme? Werden für
uns zu großen Teilen ausgeblendet. Wie Marie Antoinette es eben
vielleicht auch gern getan hätte. Tja. Hätte… Plor. Hätte Marie
Antoinette denn wirklich alles ausblenden wollen? Hat sie es
geschafft? Wieviel mitfühlende Fiktion sehen wir hier oder wie nah
kommen wir ihr wirklich? Was meinst du?
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