Ist die NATO schon tot? | Von Thomas Röper
10 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
Wer Trumps Pläne verstehen will, muss seine
Sicherheitsstrategie lesen.
Ein Standpunkt von Thomas Röper.
Die Aufregung um Trumps Aktionen ist groß und sie wächst fast
täglich, dabei kommen sie nicht überraschend. Wer seine
Sicherheitsstrategie vom November verstanden hat, der kann nicht
überrascht sein - und kann sich denken, was noch kommen dürfte.
Viele glauben immer noch, Trump habe keine Strategie, gehe
chaotisch vor, ändere ständig seine Meinung und so weiter. Ich
habe das nie gedacht und auch oft gesagt, dass ich der Meinung
bin, dass Trump sehr genau weiß, was er tut, und dass er einer
festgelegten Strategie folgt. Man darf nicht allen seinen
Erklärungen vor der Presse und Posts auf TruthSocial allzu viel
Bedeutung beimessen, denn seine Erklärungen und Posts wirken in
der Tat chaotisch.
Aber das ist seine Verhandlungsstrategie: Er will seine Gegner
und Verhandlungspartner verunsichern und ihnen auch Angst machen,
weil er dann in Verhandlungen mehr erreichen kann. Viele seiner
Erklärungen und Posts sind eher als Psychoterror gegen seine
Gegner und Verhandlungspartner zu verstehen.
Wer diese, oft wirr erscheinenden Erklärungen und Posts aber
ausblendet und nur auf das schaut, was Trump tatsächlich tut, der
kann eine recht klare Linie in seiner Politik erkennen.
Es steht alles in Trumps Sicherheitsstrategie
Und diese Linie hat Trump in seiner Nationalen
Sicherheitsstrategie vom November zu Papier bringen
lassen. Ich habe bereits in
einem Artikel erklärt, dass weder Trumps
Vorgehen bei Venezuela noch seine Sanktionen gegen EU-Bürger
wegen Zensur von amerikanischen Internetplattformen überraschend
kamen, denn beides konnte man Wochen vorher mehr oder weniger
deutlich in seiner Sicherheitsstrategie nachlesen.
Bei Europa war Trump in der Sicherheitsstrategie besonders
deutlich, denn darin hieß es unmissverständlich:
„Die USA werden ihre Souveränität unmissverständlich
verteidigen. Dies schließt ein, deren Aushöhlung durch
transnationale und internationale Organisationen sowie Versuche
ausländischer Mächte oder Akteure zu verhindern, unsere
Meinungsäußerung zu zensieren oder die Meinungsfreiheit unserer
Bürger einzuschränken.“
Da Trump die EU in der Sicherheitsstrategie als eine der
„größeren Herausforderungen für Europa“ bezeichnet hat, weil sie
„die politische Freiheit und Souveränität“ unter anderem durch
„die Zensur der Meinungsfreiheit und die Unterdrückung der
politischen Opposition“ untergrabe, konnte wahrlich niemand
überrascht sein, als die Trump-Regierung Ende Dezember die ersten
EU-Bürger wegen „Zensur der Meinungsfreiheit“ zensiert hat. Das
wurde in der Sicherheitsstrategie mehr als offen angekündigt.
Auch bei Venezuela brauchte niemand überrascht sein, denn Nord-
und Südamerika, die in den USA als „westliche Hemisphäre“
bezeichnet werden, wurde in der Sicherheitsstrategie als die für
die Trump-Regierung wichtigste Region der Welt genannt, die Trump
wieder unter die Kontrolle der USA zu bringen will, weshalb er
sich ausdrücklich auf die Monroe-Doktrin beruft. In der
Sicherheitsstrategie konnte man nachlesen, dass Trump die
Monroe-Doktrin wieder aufleben lassen will, in der die USA vor
200 Jahren festgeschrieben haben, dass die beiden Amerikas ihr
Hinterhof sind, in dem sie schalten und walten, wie sie wollen,
und aus dem sich alle anderen Länder der Welt fernzuhalten haben.
...https://apolut.net/ist-die-nato-schon-tot-von-thomas-roper/
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