Donald Trump zwischen Friedens- und Kriegspräsident | Von Uwe Froschauer

Donald Trump zwischen Friedens- und Kriegspräsident | Von Uwe Froschauer

25 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Donald Trump zwischen Friedens- und
Kriegspräsident


Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.


Donald Trump, der 45. und wieder 47. Präsident der Vereinigten
Staaten, polarisiert wie kaum ein anderer Staatsmann seiner
Generation. Seine außenpolitischen Entscheidungen wirken auf
manche wie ein Versuch, die Rolle Amerikas als Friedensstifter
wiederzubeleben, während andere sie als aggressiven Imperialismus
kritisieren. Trump vereint scheinbar widersprüchliche Strategien:
Verhandlungen und Waffenstillstände einerseits – militärische
Interventionen, territoriale Ambitionen und ökonomische Kontrolle
andererseits.


Im folgenden Artikel soll seine Politik anhand von vier zentralen
Konflikten beleuchtet werden: Palästina, Ukraine, Venezuela und
Grönland – und zeigen, wie sich in ihnen unterschiedliche Seiten
seiner Präsidentschaft widerspiegeln.


1. Palästina: Ein strategischer
Waffenstillstand 


Hintergrund


Der Gaza-Konflikt ist kein neues Phänomen: Jahrzehntelange
Konfrontationen zwischen Israel und der Hamas haben wiederholt zu
blutigen Auseinandersetzungen und humanitären Katastrophen
geführt. Seit dem Jahr 2007 kontrolliert die Hamas den
Gazastreifen, während Israel wiederkehrende, meist
unverhältnismäßige militärische Operationen gegen Palästina
führt.


Ein oft ausgeblendeter Aspekt des Gaza-Konflikts ist die Rolle
der israelischen Politik selbst bei der Stabilisierung der
Hamas-Herrschaft. Unter Benjamin Netanjahu wurde über Jahre
hinweg zugelassen, dass finanzielle Mittel – vor allem aus Katar
– mit Wissen und Billigung Israels in den Gazastreifen gelangten.
Offiziell sollte damit ein humanitärer Kollaps verhindert werden,
faktisch jedoch trug diese Praxis zur Verfestigung der
palästinensischen Spaltung bei. Eine politisch und territorial
getrennte palästinensische Führung schwächte die Aussicht auf
eine verhandlungsfähige Einheit – und damit auf eine
Zweistaatenlösung. Die Hamas wurde so weniger aus Sympathie
geduldet als aus strategischem Kalkül: als radikaler Gegner, der
jeden ernsthaften Friedensprozess von vornherein blockierte.


Trumps Rolle


In der zweiten Amtszeit gelang Trump im Oktober 2025 ein
Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas, der zur
Freilassung der letzten israelischen Geiseln führte und einen –
wenn auch fragilen – Frieden ins Leben rief. 


Er präsentierte einen „Friedensplan für Gaza“ mit 20 Punkten, der
unter anderem ein Ende der Kämpfe, einen Übergangsrat und den
Abzug militärischer Kapazitäten der Hamas vorsah. 


Kritische Einordnung


Auf den ersten Blick erscheint dies als pazifistische
Errungenschaft: zwei Konfliktparteien zur Einstellung der Gewalt
bringen und Geiseln befreien. Doch Trump verhandelte seine
Lösungen schwerpunktmäßig aus einer relativen Stärke heraus, ohne
wirkliches Vertrauen zwischen den Parteien zu schaffen und ohne
tragfähige langfristige Strukturen.


Ein besonders strittiger Punkt war zeitweise Trumps Vorschlag,
dass die USA den Gazastreifen „übernehmen“ könnten, um eine
„Freiheitszone“ zu schaffen – eine Idee, die international
Empörung auslöste und von Staaten wie Saudi-Arabien und anderen
abgelehnt wurde. 


Hier zeigt sich die ambivalente Haltung Trumps: Einerseits
Vermittlung und Waffenstillstand, andererseits die Bereitschaft,
territoriale Kontrolle oder politische Neuordnung – notfalls auch
ungeachtet internationaler Souveränität – in Betracht zu ziehen.


...https://apolut.net/donald-trump-zwischen-friedens-und-kriegsprasident-von-uwe-froschauer/


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15