Folge 139: Faszination Eisschwimmen
49 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Tagen
Es ist ein Trend, ein Hype, ein Wahnsinn geradezu - das
Eisschwimmen. Gerade fanden vom 1. bis zum 6. Januar bundesweit
die Eisschwimmtage statt, seit 2025 ist Eisschwimmen eine
offizielle Sportart im Deutschen Schwimmverband. Immer mehr
Menschen hüpfen im Winter mal eben in den eiskalten See (obwohl
man auf keinen Fall hinein „springen“ sollte!). Wir sprechen
heute mit Anke Rubien, eine unserer Hörerinnen,
aber vor allem - einer Eisschwimmexpertin. Denn sie ist nicht nur
selber Eisschwimmerin seit 2016, sondern hat sich auch zum
Ice-Instructor ausbilden lassen, quasi zu einer
Eisschwimmlehrerin. Zur Zeit kann man diese Ausbildung nur beim
bayerischen Schwimmverband machen, Anke kommt selber aus Hessen
und lebt zur Zeit bei Hannover - aber das war es ihr wert.
Denn so schön und aufregend Eisschwimmen auch sein kann - es ist
nicht ungefährlich. Die beiden wichtigsten Regeln, sagt Anke:
NIEMALS allein und - immer bedenken, dass man aus dem kalten
Wasser auch wieder rauskommen muss! Wer sich beispielsweise ein
Loch in die Eisfläche eines Sees schlägt, handelt grob
fahrlässig. Denn da kommt man zwar sehr schnell rein, aber nur
sehr schwer wieder raus. Und auch für Retter ist es sehr
schwierig, jemanden aus einem Eisloch herauszuziehen.
Wenn man im kalten See schwimmen geht, sollte man auf jeden Fall
immer eine Boje dabei haben. Nicht nur, weil man sich im Zweifel
daran festhalten kann, sondern weil man einfach besser gesehen
wird. Ob mit oder ohne Neoprenanzug, -socken oder -handschuhe -
das müsse jeder und jede für sich selber entscheiden, sagt Anke.
Neoprensocken seien oft sehr hilfreich, weil man nie so genau
wisse, wie der Untergrund im See gerade beschaffen ist. Und wenn
man reingeht, so ihr Tipp, dann erstmal bis zum Bauchnabel - und
dann langsam, aber zügig den Rest. Und dabei gaaaaanz ruhig
atmen!
Anke selbst ist eher durch Zufall zum Eisschwimmen gekommen. Als
Kind hatten ihr ihre Eltern das Schwimmtraining verboten, weil
sie Angst hatten, dass sie zu muskulös, zu wenig weiblich dadurch
werden würde. Mit 40 hat sie dann aber mit den eigenen Kindern
wieder angefangen, hat zahlreiche internationale Wettkämpfe
mitgeschommen, diverse Trainerscheine gemacht, als Volunteer bei
Wettkämpfen unterstützt und sich dann auch noch zum Total
Immersion-Coach ausbilden lassen.
Kurz und krumm - das Wasser war und ist ihr Element. Zunächst vor
allem im Becken, später, wenn auch zögerlich, im See. 2016 war
sie als Zuschauerin bei der Eisschwimm-WM in Burghausen dabei,
plötzlich fehlte eine Starterin in der Staffel und Anke wurde
gefragt, ob sie nicht vielleicht …? Sie wollte. 25 Meter in
eiskaltem Wasser. Bei 1,5 Grad Wasser- und minus 13 Grad
Außentemperatur. Danach gab es kein Zurück mehr.
Mittlerweile schwimmt sie auf Wettkämpfen 500 oder auch 1000
Meter. Brust oder Kraul, wobei sie betont, dass Kraulschwimmen im
kalten Wasser nochmal eine ganz andere Überwindung ist.
Rollwenden sind bei Eisschwimmwettkämpfen übrigens verboten. Und
spätestens nach fünf Metern muss der Kopf wieder aufgetaucht sein
- „sonst wird man disqualifiziert“.
Das Eisschwimmen war auch eine gute Vorbereitung für eine ganz
andere Idee, die Anke mit drei anderen Frauen im Jahr 2023 in die
Tat umsetzte: Staffelschwimmen durch den Ärmelkanal und dabei
Spenden sammeln für die „German Doctors“, die damit ein Dorf in
Indien unterstützen wollten. 4.000 Euro sollten zusammenkommen.
Am Ende waren es 32.000.
Am 10. und 11. Januar 2026 wird Anke am vEItSbad Cup teilnehmen,
der der Station beim aktuellen Deutschland Ice Cup. Wir wünschen
ihr gutes Gelingen und viel Erfolg!
Weitere Episoden
33 Minuten
vor 1 Woche
32 Minuten
vor 3 Wochen
25 Minuten
vor 1 Monat
47 Minuten
vor 1 Monat
33 Minuten
vor 1 Monat
In Podcasts werben
Kommentare (0)