Massenvernichtungswaffen aus Venezuela | Von Paul Clemente

Massenvernichtungswaffen aus Venezuela | Von Paul Clemente

8 Minuten

Beschreibung

vor 2 Tagen

Trump


Frohes Neujahr! Während Spießer hierzulande
Böller-Verbote fordern, veranstaltete die USA ein Riesenfeuerwerk
gegen Venezuela – und alle sind irritiert. 


Ein Kommentar von Paul Clemente.


Was ist vor drei Tagen eigentlich passiert? Hatte US-Präsident
Donald Trump im vergangenen Jahr nicht alles versucht, um als
globaler Versöhnungsstifter zu gelten? Spotteten die Medien
nicht, dass der Ex-Baulöwe unbedingt den Friedensnobelpreis
einsacken wolle? Leider wurde nichts daraus. Die Konflikte in
Osteuropa wie im Nahen Osten sind derart komplex: Da reicht kein
Machtwort made in USA.


Nach dieser Null-Bilanz könnte Trump sich gefragt haben:
Vielleicht war die Interventionspolitik seiner Vorgänger doch
nicht so falsch? Als Weltpolizist getarnt, den Weg zu fetten
Bodenschätzen frei bomben? Da hatte sogar sein Amtsvorgänger
Barack Obama mitgemischt: Der führte einen „Krieg gegen Terror“,
Einsatz von Killer-Drohnen inklusive. Und? Hat das seiner
Popularität geschadet? Keinesfalls. Na also. Außerdem verfügt
auch Trump über ein moralinsaures Alibi: Den Anti-Drogen-Feldzug.
Danach bilden südamerikanische Staaten wie Kolumbien, Mexiko und
Venezuela eine neue „Achse des Bösen“. Schmuggeln sie doch
tonnenweise Koks ins Land. Direkt zu den Nasen der
Upper-Class-Gringos. 


Nun unterstellt Trump, dass Nicolás Maduro, Präsident von
Venezuela, seine Koks-Schmuggler gezielt gegen die USA ausspiele.
Sie quasi als Guerillatruppe verwende, um Amerikas Bevölkerung zu
zersetzen. Als besonders perfide verurteilt Trump den Handel mit
Fentanyl, einem synthetischen Opioid aus der Palliativmedizin.
Der US-Präsident tituliert den Schmerzbetäuber als
„Massenvernichtungswaffe". Ein direkter Verweis auf das berühmte
Märchen von George W. Bush. Der hatte 2002 behauptet: Saddam
Hussein besitze ein Areal von „Massenvernichtungswaffen“ – was
sich später als dreiste Lüge entpuppte.


Seit Jahren malträtieren die USA das Land Venezuela
mit Sanktionen: Zerstörung der Wirtschaft, Aushungern,
Isolation und öffentliches Prangern. Das ganze Programm. Trotzdem
verzichtete Nicolás Maduro auf jegliche Provokation und bot den
USA sogar eine Aussprache an. Aber Washington hatte längst Blut
geleckt. In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es einen
Bombenhagel, in dem nach Angaben von Venezuelas Vizepräsidentin
auch Zivilisten starben und Verletzungen erlitten. Präsident
Maduro dagegen wurde von der US-Army entführt und schmort derzeit
im Metropolitan Detention Center - einem Brutalknast in Brooklyn,
wo laut Tagesspiegel „Kakerlaken im Essen“ schwimmen.


Und wie reagiert die EU? Ähnlich wie gegenüber Russland? Mit
Wirtschaftssanktionen gegen Amerika? Mit sofortigem Stopp von
Fracking-Gas-Lieferung? Werden Politiker uns zum „Frieren gegen
Trump“ aufrufen? Werden alle US-Nachrichten-Kanäle wegen
Desinformation verboten? Ist das Tragen einer US-Flagge bald
strafbar? Oder das Streamen von Hollywood-Filmen? Und werden
sämtliche Konzerte von US-Popsternchen abgesagt? 


Zugegeben, auch Venezuelas Präsident ist kein Unschuldslamm.
Amnesty international berichtet über Folter und sogar über
heimliche Exekutionen. Kapitalismus-Fans stoßen sich an Maduros
„Sozialismus“ und auch ein Wahlbetrug fehlt nicht in der Anklage.
Alles nicht schön. Anderseits: In Venezuela ist beispielsweise
die Todesstrafe abgeschafft. Im Gegensatz zu den USA: Dort
injiziert man den Delinquenten weiterhin tödliche Cocktails. Und
das sogar auf Bundesebene. Und was illegale Inhaftierung oder
Foltern angeht: Feiert das US-Internierungslager auf Guantanamo
nicht bald 24jähriges Jubiläum?


...https://apolut.net/massenvernichtungswaffen-aus-venezuela-von-paul-clemente/


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