Können China und Russland der Vernichtung Irans tatenlos zusehen? | Von Rainer Rupp

Können China und Russland der Vernichtung Irans tatenlos zusehen? | Von Rainer Rupp

11 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche

Ein Kommentar von Rainer Rupp.


Vor dem Hintergrund des fortgesetzten Aufbaus umfangreicher
militärischer Kapazitäten durch die Vereinigten Staaten zur
Vorbereitung eines möglichen Angriffs auf den Iran stellt sich
die zentrale Frage: Wie werden Länder wie Russland und China
reagieren. Denn die werden sich auf Grund der globalen,
geopolitischen Kräftekonstellation kaum leisten können, eine
Niederlage oder gar eine mögliche Zerschlagung Irans hinzunehmen
und dadurch einen vernichtenden Prestigeverlust zu erleiden, der
das ganze multipolare BRICS+ Projekt zum Einsturz bringen
könnte. 


Andererseits wollen weder Moskau noch Peking einen direkten
militärischen Schlagabtausch mit den USA riskieren, was umgekehrt
auch für die USA gilt, denn die Gefahr eines Abgleitens eines
konventionellen Krieges zwischen den großen Atom-Mächten in einen
nuklearen Schlagabtausch ist einfach zu groß. Wenn also eine
unmittelbare Kriegsbeteiligung ausgeschlossen ist: Auf welche
Weise könnten Russland und China dann Teheran doch dabei
unterstützen, sich gegen den drohenden, unprovozierten,
völkerrechtswidrigen US-Angriff zu verteidigen? Tatsächlich haben
beide Länder bereits viel getan, um das militärische
Abschreckungspotential ihres BRICS+-Mitglieds Iran erheblich zu
verstärken. 


Auch im kommenden Krieg, der den Regimewechsel in Teheran und die
Unterwerfung Irans zum Ziel hat, soll die US-Luftwaffe wieder die
Hauptrolle spielen. Nur diesmal wird es höchstwahrscheinlich ganz
anders ablaufen als von Washington geplant. Denn Russland und
China haben seit dem letzten unprovozierten, völkerrechtswidrigen
massiven US-Bombenangriff im Juni letzten Jahres alles getan, um
bei einer Wiederholung die zu erwartenden Verluste für die
US-Luftwaffe an Piloten und Material inakzeptabel
hochzuschrauben. 


Russland hat in kurzer Zeit für den Iran ein integriertes
Luftverteidigungssystem aufgebaut – eine Fähigkeit, über die das
Land zuvor nicht verfügte und die Teheran noch vor der
zwölftägigen US-israelischen Offensive im vergangenen Jahr
abgelehnt hatte. Damals hatten sich in der Regierung in Teheran
die Kräfte durchgesetzt, die eine zu enge militärische
Verbindung, bzw. Integration mit Russland verhindern wollten und
die geglaubt hatten, sie könnten den Anforderungen einer
effizienten und modernen Luftabwehr mit eigenen Mitteln gerecht
werden. Dafür hat Iran blutiges Lehrgeld im Juni letzten Jahres
gezahlt. 


Jetzt sind es nicht nur neue Radarsysteme und Luftabwehr-Raketen,
die auf dem weltweit höchsten Stand der Technik sind, sondern
Russland hat diese iranischen Systeme in den umfassenden
Luftabwehrschirm der russischen strategischen Frühwarn- und
Aufklärungssysteme integriert und die einzelnen Systeme wieder
untereinander vernetzt. Das heißt, die Feuerleitsysteme der
iranischen Flugabwehrraketen russischer Bauart, wie z.B. die
S-300, die sich auf iranischem Boden befinden sind mit der
strategischen Fernaufklärung durch russische Satelliten und
Radarsysteme gekoppelt. 


Die neue, integrierte Verteidigungsarchitektur ist mehrschichtig
aufgebaut. Die äußerste Ebene dient dazu, feindliche Ziele schon
möglichst weit außerhalb des eigenen Staatsgebiets abzufangen –
zu identifizieren und abzuschießen, noch bevor sie den eigenen
Luftraum erreichen. Als nächstes folgt die Schicht der
landesweiten strategischen Luftverteidigung. Anschließend kommt
die operative Ebene größerer Gefechtsräume im Landesinneren, die
z.B. auf dem bewährten und unschlagbaren „Pantir“-System der
Russen aufbaut. Die letzte und kleinste Ebene bildet die
punktuelle Nahverteidigung, etwa mit schultergestützten
Flugabwehrwaffen wie der „Igla“. Sie stellt die letzte
Verteidigungslinie dar, falls ein Ziel – etwa eine Drohne oder
ein plötzlich auftauchender Hubschrauber – alle anderen
Verteidigungsebenen durchdrungen hat.


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