2026: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung | Von Wolfgang Effenberger
28 Minuten
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vor 1 Woche
Versuch einer Prognose
Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
Zum Übergang in das neue Jahr sprießen die Prognosen wie die
Krokusse im Frühling. Während die einen für 2026 einen
bedeutenden "Shift" oder Wandel – aus wirtschaftlicher,
geopolitischer und technologischer Perspektive vorhersagen, malen
Andere ein Kriegsmenetekel an die Wand. Genaues wird man erst in
einem Jahr wissen.
Geopolitischer und wirtschaftlicher Wandel
Schon im November 2025 veröffentlichte die
niederländische ABN AMRO-Bank den "Global Outlook 2026 – The
Shifting World Order", der 2026 als potenziell transformatives
Jahr charakterisiert. Der Bericht identifiziert drei große
Verschiebungen:
die transformative Wirkung von KI auf Arbeitsmärkte und
Produktivität,Chinas "coming-of-age" als eigenständige
geo-ökonomische Macht (demonstriert durch die strategische
Kontrolle von Seltenen Erden und Chip-Technologie), undeine
fundamentale Neuordnung der globalen Handels- und Machtverhältnisse
weg von Zolltarifen hin zu strategischen "Chokepoints" in
kritischen Lieferketten. (1)
Der Bericht vom November 2025 betont: Der Übergang von einer
Weltordnung zur anderen ist in vollem Gang, wobei 2026 die
Beschleunigung dieser Entwicklung markieren könnte.
2026 sei das Jahr des fundamentalen Wandels, „aber es ist noch
unklar, wie diese neue Weltordnung aussehen wird“.
Auch die anderen großen "Global Outlook 2026"-Berichte
von BNP Paribas, J.P. Morgan und Morgan
Stanley sind primär auf Englisch verfasst. Deutschsprachige
Wirtschaftsmedien wie ING bieten eigene Ausblicke für
2026 ("Outlook 2026: The world right now"), allerdings ebenfalls
auf Englisch. (2)
Die Prognosen für 2026 unterscheiden sich deutlich von jenen für
2025, indem sie nach einer langen Rezessions- und
Stagnationsphase eine Erholung und Stabilisierung erwarten –
allerdings mit gedämpftem Optimismus.
Für Deutschland wird eine moderate Erholung
prognostiziert
Nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation und Rezession
(2022-2024) erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute
für Deutschland 2026 eine moderate Erholung mit deutlichen
Unterschieden in den Prognosen. (3)
Die Wachstumsprognosen für 2026 variieren erheblich:
Bundesbank: 0,7% (konservativste Schätzung)
Bundesregierung: 1,3%
IMK (Hans-Böckler-Stiftung): 1,4%
Bankenverband: 1,4%
KfW Research: 1,5% (optimistischste Prognose nach deutlicher
Aufwärtsrevision um 0,5 Prozentpunkte)
DIW: 1,6%
Für 2025 rechnen alle Institute mit mageren 0,2% Wachstum nach
zwei Jahren schrumpfender Wirtschaftsleistung. Die
Bundesregierung formuliert vorsichtig: "Nach zwei Jahren
rückläufiger Wirtschaftsleistung deutet sich im Herbst 2025 eine
leichte konjunkturelle Erholung auf niedrigem Niveau an". Die
Bundesbank versucht der Regierung Schützenhilfe zu geben: Die
wirtschaftliche Erholung "verzögert sich aufgrund der
Unsicherheit über die internationale Handelspolitik" und kommt
nur "langsam in Gang". Der Bankenverband konstatiert:
"Nach mehr als einer halben Dekade wirtschaftlichen Stillstands
sehen wir endlich eine belastbare Basis für ein nennenswertes
Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr."
...https://apolut.net/2026-zwischen-hoffnung-und-ernuchterung-von-wolfgang-effenberger/
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